<h2>Geothermie bewahrt wertvolle Archivbestände</h2> | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.Details | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. 

Geothermie bewahrt wertvolle Archivbestände

Die Stadt Freiberg kann auf eine über 700 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Entsprechend reich ist der Schatz an kostbaren Archivarien, die im Stadtarchiv lagern. In einem Anbau soll nun das Magazin des Stadt- und Bergbau-Museums untergebracht werden. Um die wertvollen Gegenstände auch für die nächsten Generationen optimal zu erhalten, hat man sich für eine umweltfreundliche Klimatisierung mit Geothermie und Wärmepumpe entschieden.

Das sogenannte Herderhaus wurde im 17. Jahrhundert unter Einbezug des mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet und diente seither unter anderem als Wohn- und Schulgebäude. Seit 2018 läuft der Umbau zum neuen Stadtarchiv der Universitätsstadt Freiberg. Für die Sammlungen des Stadt- und Bergbaumuseums wird es um einen Anbau erweitert.

Um die Lagerbestände von Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zu schützen ist ein komplexes Heiz- und Kühlsystem nötig. Die positiven Erfahrungen mit Geothermie veranlassten die Verantwortlichen, auch für das Herderhaus mit einer entsprechenden erdgekoppelten Wärmepumpenanlage zu planen. Im Frühjahr 2018 wurden 18 Erdwärmesonden mit einer Länge von je 125 Metern gebohrt und die nötigen Anbindungen und Verteilerschächte verlegt. Für die Wärmeversorgung ist eine hydraulische Trennung von Alt- und Neubau vorgesehen, um eine optimale Systemeffizienz zu gewährleisten.

Aufgrund der bewegten Bergbaugeschichte der Stadt wurden bei den Bohrarbeiten oberflächennahe Überreste des Altbergbaus zutage gefördert. Der Geschäftsführer von geoENERGIE-Konzept, Rüdiger Grimm, erläutert: „Offensichtlich waren diese Hohlräume nicht risskundig und stellten selbst für das Sächsische Oberbergamt eine Überraschung dar.“ Umfangreiche Untersuchungen führten in enger Zusammenarbeit mit geoENERGIE-Konzept zum Nachweis der Hohlräume. „Wir haben uns kurzfristig zu einer Umplanung des Bohrkonzepts entscheiden müssen und den Standort des Bohrfeldes umgelegt, um die energieeffiziente Versorgung des Gebäudes auf sicherem Wege zu erreichen,“ so der Diplom-Geologe. Die Fertigstellung des Umbaus ist für 2020 geplant.

 

Technische Angaben

Gesamtbohrmeter 1.732 (!8 Sonden)
Heizlast 146 kW
Geplante Fertigstellung 2020

 

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