Energiepreise


Mit Steuern, Abgaben und Umlagen lässt sich am Energiemarkt deutliche Lenkungswirkung erzielen. Sie beeinflussen das Preisgefüge und setzen so Anreize für Verbraucher und Investoren, in energieeffiziente und CO2-arme Technologien zu investieren.

Wärmepumpen-Strom kostet im Jahr 2021 im Durchschnitt rund 23,8 Cent/kWh. Er ist damit deutlich teurer als fossile Heizenergieträger (Heizöl, Erdgas) oder Pellets. Das liegt vor allem an staatlich regulierten Preisbestandteilen, mit denen die meisten anderen Heizenergieträger nicht belastet werden, und die fast 60 Prozent des Preises ausmachen.

 

 


Zusammensetzung des Heizstrompreises

Zusammensetzung des Heizstrompreises 2021
•    EEG-Umlage (6,5 Cent/kWh): Die EEG-Umlage, die eigentlich den Ausbau erneuerbarer Energien fördern soll, verhindert genau dieses Ziel im Wärmemarkt. Gleiches gilt für die KWK-Umlage
•    Stromsteuer (2,05 Cent/kWh): Diese verfolgt explizit das Ziel einer Senkung des Energieverbrauchs. Im Wärmemarkt bestraft sie jedoch Energieeffizienz.
•    Mehrwertsteuer: Da diese auch auf die EEG-Umlage erhoben wird, ist der Verteuerungseffekt beim Strom besonders gravierend.
•    Sonstiges: Netzentgelte, Offshore-Umlage, Konzessionsabgabe
 

 

 

 So entsteht die paradoxe Situation, dass die Wärmeerzeugung mit Wärmepumpe, die weniger Primärenergie verbraucht und CO2 verursacht, im Vergleich zu fossilen Systemen weniger attraktiv wird. Gelegentlich wird der Einwand erhoben, Wärmepumpen-Strom sei bereits billiger als Haushaltsstrom. Das ist richtig. Allerdings handelt es sich hierbei um keine Subvention oder Privilegierung, sondern um die Vergütung einer Dienstleistung für Energieversorger, die mithilfe der Wärmepumpe Netzbetrieb und Strombeschaffung optimieren.


BWP-Position

Das derzeitige Finanzierungsmodell der Energiewende, alle Kosten per Umlage auf den Verbraucherstrompreis aufzuschlagen, ist nicht mehr tragfähig. Die Dekarbonisierung des Wärmemarktes braucht einen Wettbewerb der Klimaschutzoptionen.

Der BWP schlägt folgende Maßnahmen zur Entlastung von Stromverbraucherinnen und -verbrauchern vor:  
•    Schnelle Umsetzung der vollständigen Haushaltsfinanzierung der EEG-Umlage
•    Verursachergerechte CO2-Bepreisung
•    Absenkung der Stromsteuer auf das rechtlich zulässige Minimum

 

 

Ansprechpartner Politik

Dr. Björn Schreinermacher
Leiter Politik

Johanna Otting
Referentin Politik & Energiewirtschaft



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