Kalte Nahwärme im Neubaugebiet spart Geld – und CO2

Die unterfränkische Kreisstadt Haßfurt ist bereits seit Jahrzehnten Vorreiter bei der modernen und energieeffizienten kommunalen Wärmeversorgung. Im Neubaugebiet „Am Osterfeld II“ beweist sie, dass sich durch kluges kommunales Handeln eine nachhaltige Wärmeversorgung bereits heute großflächig umsetzen lässt. Die so genannte „kalte“ Nahwärme macht es möglich.

Bereits im Jahr 1994 machte sich die Gemeinde Haßfurt einen Namen auf dem Gebiet der Wärmeversorgung, als sie ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einem Nutzungsgrad von 90 Prozent  errichtete. Dieses Kraftwerk versorgt das Freizeitbad, die neue Grundschule und seit 1999 auch ein Neubaugebiet mit umweltschonend erzeugter Wärme. Seitdem wurde der Weg zur erneuerbaren Wärmeversorgung konsequent beschritten. Die neueste Innovation ist dabei seit einigen Jahren die besonders effiziente „kalte“ Nahwärme. 


Das Neubaugebiet „Am Osterfeld II“ ist an eine zentral gelegene Heizstation mit Erd-/Biogas-Blockheizkraftwerk (BHKW) angeschlossen, die mithilfe von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gleichzeitig Strom und Nahwärme liefert. Das BHWK heizt das intelligente Wärmenetz je nach Witterung auf 20 °C bis maximal 50 °C auf. Die ebenfalls zum Wärmenetz gehörende Solarthermieanlage trägt mit 125 m² Flächenkollektoren außerdem einen hohen Anteil zur Wärmeerzeugung bei. 


Ein Kernstück des „kalten“ Nahwärmenetzes sind die Wärmepumpenübergabestationen, die in den Häusern der ca. 75 Anschlussteilnehmer zum Einsatz kommen. Sie erlauben niedrige Netztemperaturen von 20 °C bis 45 °C. In herkömmlichen Nah- oder Fernwärmenetzen wird üblicherweise 80 °C heißes Wasser transportiert. Das ist mit hohen Leitungs- und Energieverlusten auf allen Ebenen verbunden. Durch den Einsatz der Wärmepumpen ist dies nicht nötig und es ergeben sich hohe Einsparpotenziale bei der Isolierung der Leitungen. Zudem verfügt das Gesamtsystem über eine hervorragende Energie- und CO2-Bilanz. 
Einen weiteren Vorteil erläutert Norbert Zösch, Geschäftsführer der Städtischen Betriebe Haßfurt GmbH: „Die im Rahmen des „Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes“ geforderte Bedingung, die den Gebäudeeigentümern vorschreibt, einen Teil der Wärme aus erneuerbaren Energien zu produzieren, wird durch den Anschluss an das kalte Nahwärmenetz bereits komplett erfüllt.“ Die Hauseigentümer erhalten mit dem Anschluss eine bequeme, preislich attraktive und verlässliche Wärmeversorgung: „Die Kosten für den Einbau der Wärmeübergabestation sowie die laufenden Verbrauchskosten (Wärmepreis) sind vertraglich geregelt. Die Preisbindung der Wärmelieferung liegt bei 10 Jahren. Damit erhält der Kunde eine langfristige Planungssicherheit“, so Zösch.


Angaben zum Wärmenetz
Gesamtfläche Neubaugebiet: 112.580 m²
Wärmequellen: BHKW (Erdgas, Biogas), Solarthermie
Netztemperatur: 20-45 °C
Einbindung der Wärmepumpen: dezentral als Übergabestationen
Anschlussteilnehmer: ca. 75
 

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