<h2>Neue Normen und Richtlinien</h2> | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.Details | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.

Neue Normen und Richtlinien

Zum Oktober und Dezember 2016 gibt es Neuauflagen der DIN V 18599, der VDI 4645 sowie der VDI 4650 Blatt 1. Die neuen Normen und Richtlinien folgen der aktuellen Gesetzeslage, u.a. der verschärften Energieeinsparverordnung, dem technischen Fortschritt und liefern Arbeitsgrundlagen für Fachhandwerker.

DIN V 18599 - Energetische Bewertung von Gebäuden - Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung 

Alle 11 Teile der Norm sind im Oktober 2016 neu erschienen, die vorliegenden Berichtigungsblätter wurden komplett in die Texte der entsprechenden Teile eingearbeitet. Im Mai 2013 war bereits ein Berichtigungsblatt für Teil 1 erschienen, in dem der Primärenergiefaktor für den nicht-erneuerbaren Anteil von Strom auf 2,0 gesenkt wurde, im neuen Teil 1 der DIN V 18599 steht dieser nun analog zur aktuellen EnEV bei 1,8.

Für Wärmepumpen ergaben sich außerdem wichtige Änderungen in den Teilen 5 und 8, die auf einer von BWP, BDH und HEA beauftragten Studie des iTG Dresden beruhen. Im Einzelnen waren dies die Modularisierung der Teilverfahren, die Neustrukturierung des Berechnungsablaufs, ein neues Verfahren zur Kennfeldberechnung regelbarer Wärmepumpen und die Berücksichtigung separater Speicher in Teil 8. Um bei den Berechnungsergebnissen unrealistisch hohe Jahresarbeitszahlen bei Sole/Wasser-Wärmepumpen zu verhindern, wurde für die Extrapolation der Senkentemperatur eine Untergrenze von 30 °C festgelegt. Zusammen mit der Studie wurden Excel-Tabellen erstellt, die das Berechnungsverfahren abbilden. Diese sollen vor allem für die Softwarehäuser eine große Hilfe sein. Die fehlerhafte Abbildung von Wärmepumpen in den 18599-Softwarelösungen, die früher gelegentlich sogar zur Auswahl anderer Heizungssysteme führte, wurde nun korrigiert.

VDI 4645 - Planung und Dimensionierung von Heizungsanlagen mit Wärmepumpen in Ein- und Mehrfamilienhäusern

Mit Ausgabedatum Oktober 2016 ist der Entwurf der neuen VDI 4645 erschienen, den die Wärmepumpenbranche bereits seit langem erwartet hatte. Die Richtlinie behandelt sämtliche für die Planung von Wärmepumpenanlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern erforderlichen Schritte. Sie gibt Hinweise zur Voruntersuchung und Konzepterstellung sowie zu genehmigungsrechtlichen Zuständigkeiten und zur Detailplanung. Weitere Punkte sind Empfehlungen zu hydraulischen Schaltungen, zur Dimensionierung von Anlagenkomponenten, zur Dokumentation, zur Inbetriebnahme der Anlage und Unterweisung des Betreibers. In den Anhängen sind unter anderem Verweise zu relevanten Gesetzen, Verordnungen und Normen enthalten, sowie Checklisten, ein Auslegungsbeispiel, die Effizienzbewertung und Kostenbetrachtungen. Die Richtlinie kann über den Beuth-Verlag bezogen werden. Einsprüche sind bis zu 31. März 2017 möglich.

VDI 4650 Blatt 1 - Berechnung der Jahresarbeitszahl von Wärmepumpenanlagen - Elektrowärmepumpen zur Raumheizung und Trinkwassererwärmung

Etwas über zwei Jahre nach dem Erscheinen des Gründrucks im November 2014 wird zum Dezember 2016 der Weißdruck der VDI 4650 Blatt 1 erscheinen. Wichtigste Änderungen, die auch schon im Gründruck enthalten waren, sind die Anpassung der Norm-Wärmepumpe an andere – aktuell übliche – Kältemittel und Verdichtertypen, die bessere Bewertung leistungsgeregelter Wärmepumpen, die Übernahme von Erkenntnissen aus Feldmonitoringprojekten des Fraunhofer ISE und die Anpassung der Berechnung der Trinkwassererwärmung auf in der Praxis erzielbare Jahresarbeitszahlen. Die Neuausgabe enthält keine grundlegend neue Berechnungsmethodik, das Verfahren ist nach wie vor einfach zu handhaben und liefert ausreichend genaue Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpenanlagen. Der JAZ-Rechner des BWP, der derzeit noch auf der 2009er Ausgabe der VDI beruht, wird schnellstmöglich an die Neuausgabe angepasst. Für Förderanträge beim BAFA gibt es eine großzügige Übergangsfrist, in der nach beiden Verfahren gerechnet werden darf.

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