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Industriepolitik

Der deutsche Heizungsmarkt im globalen Vergleich

Die Heizungsindustrie befindet sich in einem Transformationsprozess hin zu erneuerbaren Energien. Die Internationale Energie Agentur verzeichnet für Wärmepumpen ein jährlich um 10% ansteigendes globales Marktwachstum und rechnet mit über 60 Mio. Geräteverkäufen im Jahr 2030 (2018: 18 Mio.). Wie bei anderen Industriezweigen auch (Autoindustrie, Photovoltaik) geht es darum, den Technologiewandel aktiv zu gestalten, um gegen globale Wettbewerber, die in größeren Stückzahlen prodozieren, bestehen zu können.

 

Dafür benötigt die Heizungsindustrie Planungssicherheit im heimischen Absatzmarkt. Erneuerbare Zukunftstechnologien müssen in größeren Stückzahlen als bisher im innovativen Heimatmarkt produziert und eingesetzt werden, wenn Deutschland langfristig seine Spitzenposition nicht verlieren möchte.

 

PwC-Studie: "Chancen und Risiken für die deutsche Heizungsindustrie im globalen Wettbewerb"

Die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hat diese Zusammenhänge im Auftrag des BWP in einer industriepolitischen Studie untersucht.

Hier geht es zur Studie

 


Wirtschaftspotenzial Heizung und Sanierung

Im Rahmen einer Modernisierungsoffensive für den Gebäudebestand könnten die Heizungsindustrie und Sanierungsbranche (Hersteller, Großhandel, Handwerk) ein enormes Wirtschaftspotenzial abrufen. Dies betrifft insbesondere den Austausch veralteter Heizungen gegen erneuerbare Alternativen wie Wärmepumpen. Dabei ist eine Steigerung der aktuellen Austausch- und Sanierungsraten ohnehin e rforderlich, um die Klimaziele erreichen zu können.

•    Heizungsindustrie: 75.000 Beschäftigte in mittelständischen Unternehmen, häufig familiengeführt. Weltweite Anerkennung als Technologieführer in der Heizungstechnik.
•    Sanierungsbranche: 540.000 Beschäftigte in Handwerk, Industrie und Großhandel. 90% lokale Wertschöpfung, insb. in mittelständischen Betrieben und Handwerk (Systematische Erfassung durch DIW 2019)

 

BWP-Position

1. Bekenntnis zum Klimaschutzprogramm 2030: Ein Zurückfallen hinter die Beschlüsse von 2019 würde auch im Gebäudebereich große Unsicherheit bei allen beteiligten Akteuren (Industrie, Handwerk) erzeugen.

2. Drohenden Anstieg der EEG-Umlage vermeiden: In Folge des sinkenden Stromverbrauchs in der Corona-Krise bei gleichzeitiger Rekordeinspeisung Erneuerbarer Energien könnte die EEG-Umlage energiewirtschaftlichen Berechnungen zufolge 2021 deutlich ansteigen.

3. Förderung: Nochmals gezielt für die Gebäudemodernisierung erhöhte Fördersätze könnten dazu beitragen, die in einer Rezession für viele noch höher erscheinenden Investitionshürden zu überwinden (Aufstockung um bis zu 10 Prozentpunkte für Sanierungsprojekte)

4. Weitere Handlungsempfehlungen des BWP beinhalten eine Sanierungsoffensive bei öffentlichen Liegenschaften, ein Fahrplan Wärmepumpen-Ausbau, das Vorantreiben der Digitalisierung und Sektorkopplung im Gebäudebereich, Dekarbonisierung von Wärmenetzen und Industrieprozessen sowie Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen.

 

Ansprechpartner

Dr. Björn Schreinermacher
Leiter Politik


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