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BWP zu GEG-Novelle und "Osterpaket"

Anpassungen bringen erste Fort-schritte, aber ein Modernisierungspaket muss dringend folgen.

Berlin, 07.07.2022. Das am 7. Juli im Bundestag verabschiedete Gesetzespaket (‚ÄěOsterpaket‚Äú) beinhaltet einige wichtige Schritte auch aus Sicht der W√§rmepumpentechnologie, u.a. durch die Anhebung der Effizienzanforderungen im Geb√§udeenergiegesetz (GEG) und durch die Neugestaltung von ¬ß 14a im Energiewirtschaftsgesetz. Entscheidend f√ľr die W√§rmewende und das Losl√∂sen von Gasimporten ist aber, dass sich die Koalition nicht darauf ausruht. Im Herbst m√ľssen wichtige weitere Ma√ünahmen f√ľr die Geb√§udemodernisierung folgen.

Mit der ersten von drei angek√ľndigten Gesetzesnovellen wurde im Geb√§udeenergiegesetz hinsichtlich der Anforderungen an neu errichtete Geb√§ude nachgebessert. Eigentlich w√§re die Anhebung des Neubaustandard auf den Faktor 0,55 (‚ÄěEffizienzhaus 55‚Äú) schon mit der Einf√ľhrung des GEG vor zwei Jahren f√§llig gewesen.  

Die Absenkung des Prim√§renergiefaktors f√ľr Gro√üw√§rmepumpen, die in W√§rmenetze einspeisen, wird zudem dazu beitragen, die Dekarbonisierung der Fernw√§rme voranzutreiben ‚Äď diese Anpassung kann jedoch nur der Anfang sein, um W√§rmepumpen in der energetischen Bilanzierung des GEG sachgerecht zu ber√ľcksichtigen. Denn der aktuelle Strommix entspricht schon l√§ngst nicht mehr dem im GEG noch veranschlagten Wert, sondern liegt, laut IINAS-Institut mittlerweile bei 1,2.1  Richtig ist schlie√ülich auch die Vereinfachung bei der Anrechnung von eigenerzeugtem PV-Strom.

‚ÄěSo richtig diese GEG-Novelle auch ist. Zur Frage, wie wir von der Abh√§ngigkeit von russischen Gasimporten, der Verbrennung fossiler Energietr√§ger und den hohen CO2-Emissionen im Geb√§udesektor loskommen, tr√§gt sie nur wenig bei‚Äú, so Dr. Martin Sabel, Gesch√§ftsf√ľhrer Bundesverband W√§rmepumpe (BWP) e.V. ‚ÄěGaskrise und Klimawandel sorgen gerade daf√ľr, dass viele Menschen so schnell wie m√∂glich ihre Heizkessel gegen eine W√§rmepumpe tauschen wollen. Die Heizungsindustrie und das Handwerk brauchen daher jetzt langfristige Planungssicherheit, um sich voll auf erneuerbare W√§rme auszurichten. Grundlegend ist hierf√ľr, dass die Bundesregierung ihre Ank√ľndigung gesetzlich konkretisiert, dass ab dem Jahr 2024 jede neue Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Daf√ľr muss noch in diesem Herbst direkt die n√§chste GEG-Novelle angegangen werden.‚Äú  

Zu den weiteren Ma√ünahmen des Osterpakets z√§hlt auch die lange erwartete Neufassung des ¬ß14a EnWG. Dieser erm√∂glicht die netzorientierte Steuerung von sogenannten steuerbaren Verbrauchseinrichtungen, um √úberlastungen im Stromnetz zu vermeiden. Neben Elektroautos oder Batteriespeichern fallen auch W√§rmepumpen unter diese Anlagen. Laut der Neufassung liegt es jetzt an der Bundesnetzagentur (BNetzA), bundeseinheitliche Regelungen zu gestalten, welche die Verteilnetzbetreiber dazu verpflichten, Vereinbarungen √ľber die netzorientierte Steuerung im Gegenzug f√ľr Netzentgeltreduzierungen abzuschlie√üen. Erm√∂glicht werden soll unter anderem eine Steuerung √ľber wirtschaftliche Anreize und entsprechende Vereinbarungen zu Netzanschlussleistungen, nachrangig auch √ľber den Zugriff auf die einzelnen Verbrauchseinrichtungen. Hintergrund f√ľr die Kompetenzverschiebung zur BNetzA ist unter anderem ein EuGH-Urteil aus dem vergangenen Herbst, worin eine unzureichende Unabh√§ngigkeit der BNetzA von politischen Vorgaben bem√§ngelt wurde.

Dass in der Neufassung nun vor allem marktliche Anreize im Fokus stehen sollen, ist entscheidend. Denn momentan ist der Abschluss entsprechender Vertr√§ge f√ľr W√§rmepumpennutzer*innen h√§ufig mit √ľberm√§√üigen Kosten verbunden. Insbesondere die Investition in den obligatorischen zweiten Stromz√§hler und der Planungsaufwand f√ľr die Integration einer PV-Anlage sorgen dann daf√ľr, dass W√§rmepumpen viel zu selten ihre volle Flexibilit√§t ausnutzen.  

Dazu Dr. Martin Sabel: ‚ÄěDas Flexibilit√§tspotenzial, welche W√§rmepumpen zur Energiewende beisteuern k√∂nnen ist enorm. Leider wird diese Flexibilit√§t viel zu selten aus der Sicht der Verbraucher*innen gedacht.  Wenn es um die Ausgestaltung der neuen Netzentgeltsystematik geht, muss darauf geachtet werden, dass Netzbetreiber einen √∂konomischen Anreiz bieten, sich netzdienlich zu verhalten und den Betrieb bei Lastspitzen im Netz zu vermeiden.‚Äú Derzeit verf√ľgen Verteilnetzbetreiber noch unzureichend √ľber genaue Informationen wo und in welchem Umfang Lastspitzen auftreten k√∂nnten. Ein besseres digitales Monitoring der Netze ist daher in gleichem Ma√ü geboten.  

Bis zur endg√ľltigen Ausgestaltung der bundesweiten Regelungen werden die Netzentgelte wohl weiter wie bisher reduziert werden, wenn eine netzorientierte Steuerung vereinbart wurde und die Verbrauchseinrichtung √ľber einen separaten Z√§hlpunkt verf√ľgt.  


Über den Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V.
Der Bundesverband W√§rmepumpe (BWP) e. V. ist ein Branchenverband mit Sitz in Berlin, der die gesamte Wertsch√∂p-fungskette rund um W√§rmepumpen umfasst. Im BWP sind rund 550 Handwerker, Planer, Architekten, Bohrfirmen sowie Heizungsindustrie und Energieversorger organisiert, die sich f√ľr den verst√§rkten Einsatz effizienter W√§rmepumpen enga-gieren. Die deutsche W√§rmepumpen-Branche besch√§ftigt rund 26.000 Personen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro. Derzeit nutzen ca. √ľber 1,2 Million Kunden in Deutschland W√§rmepumpen. Pro Jahr werden ca. 150.000 neue Anlagen installiert, die zu rund 90 Prozent von BWP-Mitgliedsunternehmen hergestellt werden (www.waermepumpe.de).

Pressekontakt
Katja Weinhold (Pressesprecherin BWP)
Hauptstraße 3
10827 Berlin
Telefon: 030 208 799 716
E-Mail: weinhold@waermepumpe.de
www.waermepumpe.de

 

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