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BVG: Die Geothermie hat an Dynamik gewonnen

Der Geothermiekongress 2019 in München endet heute nach drei erfolgreichen Tagen voller Workshops, Vorträgen und Exkursionen. Die Eröffnungskeynote hielt Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE). Im Anschluss fand die Preisverleihung für die Patricius Medaille und Nachwuchswissenschaftler statt. Beim Pressegespräch wurde zudem das gemeinsame Impulspapier von Verband kommunaler Unternehmen (VKU), BEE, Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) und BVG präsentiert.

Impulspapier Tiefe Geothermie

Beim Pressegespräch wurde das gemeinsame Impulspapier von Verband kommunaler Unternehmen (VKU), BEE, Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) und BVG vorgestellt. Darin bekennen sich die vier Verbände zu der Zielsetzung, den Ausbau geothermisch bespeister Wärmenetze zu forcieren. Hierzu empfehlen sie die Weiterentwicklung der Fördermaßnahmen (u.a. im KWKG, EEG sowie im MAP) sowie eine verbesserte Absicherung geothermischer Projekte in der Anfangsphase der Investition. Darüber hinaus werden konkrete Vorschläge zum systematischen bzw. strategischen Ausbau der Tiefengeothermie sowie zur Behebung von Informationsdefiziten gemacht.

Link zum Impulspapier: https://bit.ly/32Yafth

Preisträger für Ehrungen bekannt gegeben

In diesem Jahr wurde Dr.-Ing. Frank Kabus die Patricius Medaille für seine langjährigen hervorragenden Arbeiten bei der Realisierung von geothermischen Anlagen, die sich durchweg durch lange Betriebszeiten ausgezeichnet, verliehen. Auf Frank Kabus sind ingenieurstechnische Lösungen von besonderen Herausforderungen beispielsweise mit heißen salzhaltigen oder gasführenden Fluiden bei der Einbindung von Komponenten geothermischer Anlagen auf der Erdoberfläche zurückzuführen. Er greift auf hochkompetentes Fachwissen zurück und hat damit verfahrenstechnische Pionierarbeit bei weit sichtbaren Vorhaben in der Bundesrepublik geleistet. Insbesondere sind seine Entwicklungen von technologischen Anlagen, wie z. B. das Heizwerk in Neustadt-Glewe oder die Wärme- und Kältespeicherung der Parlamentsbauten in Berlin, hervorzuheben, für die er federführend verantwortlich war.

Der Nachwuchswissenschaftlerpreis geht an Lars Yström. Die Auszeichnung wird für seine zukunftsweisenden Leistungen im Bereich der Geothermometrie und der Reservoir-Charakterisierung verliehen. Lars Yström hat ein innovatives Analysetool programmiert, welches eine statistische Auswertung und Sensitivitätsanalysen in der Multikomponenten-Geothermometrie ermöglicht. Seine Arbeit bildet eine wichtige Grundlage für deren intensivere Nutzung in Exploration und zu verbesserter Bestimmung der ungestörten Reservoirtemperatur.

Der Fotopreis zum Thema „stark, stabil, zukunftsfähig – sonnige Aussichten für Geothermie“ wird an Stefanie Wiek verliehen. Das Bild entstand bei einer Bohrung im Rahmen eines ZIM Forschungsprojektes der Firma geoENERGIE Konzept gGmbH in Freiberg (Sachsen). Bei der Science Bar wird die beste Präsentation einer wissenschaftlichen Arbeit geehrt. 

„Über 180 Vorträge, Workshops und Exkursionen mit mehr als 750 Besuchern zeigen, wie groß das Interesse an Geothermie ist,“ sagt Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbands Geothermie. „Die Geothermie hat deutlich an Dynamik gewonnen, aber da ist noch viel Luft nach oben. Die Politik muss Geothermie endlich als die Chance wahrnehmen, die sie tatsächlich darstellt: lokale, wetter- und jahreszeitunabhängige und dauerhaft verfügbare Energie, die für die Wärmewende, aber auch Strom oder Kälte genutzt werden kann.

Der Geothermiekongress 2020 wird in Essen stattfinden. Vom 10. Bis 12. November 2020 lädt der Bundesverband Geothermie zum Branchenaustausch im Haus der Technik ein. Interessenten können sich per E-Mail unter info@geothermie.de für den Informationsverteiler anmelden.
 

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