Heizspiegel 2026: Wärmepumpen bei Heizkosten im Vorteil

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Die Heizkosten in Deutschland sind 2025 wieder gestiegen. Der neue Heizspiegel von co2online zeigt dabei deutliche Unterschiede zwischen den Energieträgern: Wärmepumpen weisen in den betrachteten Beispielgebäuden aktuell die niedrigsten Heizkosten auf – und schneiden auch in der Langfristprognose bis 2045 günstig ab.

Nach einer Entspannung in den Jahren 2023 und 2024 sind die Heizkosten vieler Haushalte 2025 wieder gestiegen. Das geht aus dem Heizspiegel für Deutschland 2026 hervor, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht hat. Als Gründe nennt co2online insbesondere gestiegene Preise einzelner Energieträger sowie den kälteren Winter.

Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Erdgas und Holzpellets aus. Je nach Gebäudeart lagen die Kosten 2025 um bis zu 15 beziehungsweise 24 Prozent über dem Vorjahr. Bei Wärmepumpen stiegen die Kosten laut Heizspiegel dagegen um fünf Prozent, bei Fernwärme um drei bis sechs Prozent. Heizöl blieb annähernd auf Vorjahresniveau.

Wärmepumpe mit niedrigsten Heizkosten im Vergleich

Für 2026 prognostiziert co2online weitere Verschiebungen. Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus werden bei einer Wärmepumpe jährliche Heizkosten von 735 Euro angesetzt. Zum Vergleich: Für Holzpellets werden 860 Euro, Erdgas 1.120 Euro, Heizöl 1.275 Euro und Fernwärme 1.310 Euro prognostiziert.

Auch beim betrachteten Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern liegt die Wärmepumpe mit prognostizierten 1.300 Euro vorn. Es folgen Holzpellets mit 1.740 Euro, Erdgas mit 1.930 Euro, Fernwärme mit 2.055 Euro und Heizöl mit 2.745 Euro. Die Angaben sind Modellwerte für durchschnittliche Gebäude; die tatsächlichen Kosten eines Haushalts hängen unter anderem vom Gebäude, Verbrauch und den jeweiligen Energiepreisen ab.

Langfristprognose zeigt zunehmenden Abstand

Noch deutlicher werden die Unterschiede in der von co2online veröffentlichten Heizkostenprognose bis 2045. Danach könnten sich die Heizkosten von Gas- und Ölheizungen über diesen Zeitraum mehr als verdoppeln. Als Ursachen nennt co2online unter anderem steigende CO?-Kosten, höhere Netzentgelte und die sogenannte „Bio-Treppe“. Die Kosten von Wärmepumpen steigen in der Modellrechnung wesentlich langsamer und bleiben über den betrachteten Zeitraum unter denen der anderen untersuchten Heizsysteme.

Damit liefert die Langfristbetrachtung auch für die Entscheidung über einen Heizungstausch eine wichtige Perspektive: Neben den Investitionskosten sind die zu erwartenden Betriebskosten über die Lebensdauer der Anlage relevant. Die Prognose ist allerdings keine Vorhersage konkreter künftiger Energiepreise. Politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklungen können die tatsächliche Kostenentwicklung verändern.

Heizspiegel basiert auf Verbrauchs- und Abrechnungsdaten

Der Heizspiegel soll Haushalten ermöglichen, die eigenen Heizkosten und den Energieverbrauch mit ähnlichen Gebäuden zu vergleichen. Nach Angaben von co2online werden dafür seit rund zwei Jahrzehnten jährlich zehntausende Heizkostenabrechnungen ausgewertet. Für den aktuellen Heizspiegel werden daraus Vergleichswerte für unterschiedliche Gebäude und Heizsysteme abgeleitet. Über einen Online-HeizCheck können Verbraucher ihre individuellen Verbrauchs- und Kostendaten einordnen und zudem eine Prognose zur möglichen weiteren Kostenentwicklung erhalten.

Die Auswertung zeigt zugleich weiterhin erhebliche Effizienzpotenziale im Gebäudebestand. Rund 90 Prozent der Haushalte könnten laut co2online ihre Heizkosten noch reduzieren. Das durchschnittliche Einsparpotenzial beziffert die Organisation auf rund 465 Euro pro Jahr für eine Wohnung und etwa 1.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Deutschlandweit ergibt sich daraus ein rechnerisches Potenzial von bis zu 24 Milliarden Euro jährlich. Als mögliche Maßnahmen nennt co2online neben Verhaltensänderungen und der Heizungsoptimierung auch Dämmmaßnahmen sowie den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme.

Ein Diagramm zeigt die Prognose der Heizkosten in Euro für verschiedene Heizmethoden wie Erdgas, Öl, Biogas, Holzpellets und Wärme­pumpen über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die Kurven verdeutlichen, dass Heizkosten für Öl und Gas erheblich steigen werden im Vergleich zu alternativen Methoden.