BWP-Studienradar aktualisiert
Der BWP-Studienradar wurde aktualisiert. Mehr als zehn neue Publikationen ergänzen die Übersicht und beleuchten aktuelle Fragen rund um Wärmewende, Fernwärme, Wärmepumpen und Infrastruktur.
Kommunale Wärmeplanung zeigt Zielbild für 2045
Wie die zukünftige Wärmeversorgung vor Ort aussehen kann, zeigt die Studie „Kommunale Wärmeplanung in Deutschland“ von Öko-Institut und Fraunhofer ISE. Dafür wurden 377 Wärmepläne für insgesamt 938 Kommunen ausgewertet. Im zusammengefassten Zielbild für 2045 decken Wärmepumpen rund 41 Prozent des Wärmebedarfs, leitungsgebundene Wärme rund 36 Prozent. Erdgas und Heizöl gehen dagegen nahezu vollständig zurück.
Die Ergebnisse zeigen auch: Wärmenetze spielen vor allem in größeren Städten eine wichtige Rolle. In kleineren Kommunen gewinnen dezentrale Wärmepumpen stärker an Bedeutung. Wasserstoff ist in den ausgewerteten Wärmeplänen überwiegend für industrielle Anwendungen, Hochtemperaturprozesse und teilweise für Spitzenlasten vorgesehen.
Großwärmepumpen und klimaneutrale Wärmenetze im Fokus
Damit aus Zielbildern konkrete Versorgungslösungen werden, müssen klimaneutrale Technologien auch in größerem Maßstab wirtschaftlich und praktisch einsetzbar sein. Hier setzt die Studie „Wärmewende: Strategien für den Einsatz klimaneutraler Fernwärmetechnologien“ von HIC Consulting, ifeu und Öko-Institut Consult an.
Untersucht werden unter anderem Großwärmepumpen, industrielle und kommunale Abwärme, Großwärmespeicher, Solarthermie und PVT. Als zentrale Hemmnisse nennt die Studie Wirtschaftlichkeit, Förderunsicherheit, Genehmigungsverfahren, fehlende Standardisierung und Fachkräftemangel. Für Großwärmepumpen sind insbesondere Stromkosten, Netzentgelte und verlässliche Förderbedingungen entscheidend. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) wird dabei als zentrales Instrument bewertet, um bestehende Wirtschaftlichkeitslücken zu schließen.
Gasnetze frühzeitig mitdenken
Der Umbau der Wärmeversorgung betrifft zugleich die bestehende fossile Infrastruktur. Eine Studie des Fraunhofer IFAM untersucht, wie sich eine frühe oder späte Planung der Gasnetzstilllegung auf die Kosten auswirkt. Im betrachteten Modell können durch eine frühzeitige Planung ab 2027 die diskontierten Gesamtnetzkosten um rund 20 Prozent gesenkt werden.
Der Grund: Ersatzinvestitionen und Betriebskosten lassen sich reduzieren, wenn Teilnetze früher und planvoll stillgelegt werden. Die Studie empfiehlt daher verbindliche Fristen und einen Rechtsrahmen, der Stilllegungen sowie notwendige Anpassungen bei Investitionen frühzeitig ermöglicht.
Gemeinsame Botschaft der Studien
Die drei Studien beschreiben unterschiedliche Ausschnitte derselben Aufgabe. Die Wärmewende braucht ein klares Zielbild, verlässliche Rahmenbedingungen für neue Technologien und eine vorausschauende Transformation der bestehenden Infrastruktur.
Weitere neu aufgenommene Publikationen befassen sich unter anderem mit Heizkosten, Nahwärmenetzen, industrieller Elektrifizierung, Flusswasserwärme und dem EU-Emissionshandel.
Der Studienradar bündelt relevante wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Wärmewende und steht exklusiv den Mitgliedern des Bundesverbands Wärmepumpe zur Verfügung.
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