Wärmepumpen auch im Altbau langfristig günstiger als Gasheizungen

  • News  Newsletter

Wärmepumpen können sich auch in energetisch wenig effizienten Bestandsgebäuden wirtschaftlich lohnen. Eine aktuelle Modellrechnung der Prognos AG im Auftrag des WWF zeigt: Gegenüber einer neuen Gasheizung lassen sich über 15 Jahre je nach Förderung und Einbindung einer Photovoltaikanlage bis zu rund 15.700 Euro einsparen.

Auch in Gebäuden mit schlechter Energieeffizienz wirtschaftlich

Für die Untersuchung hat Prognos die Gesamtkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit denen einer neuen Gasheizung verglichen. Als Referenz dient ein teilsaniertes Einfamilienhaus der Energieeffizienzklasse F. Berücksichtigt wurden Anschaffung, Energieverbrauch und Wartung sowie die aktuellen Förderbedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Das Ergebnis: Bei einem Heizungstausch im Oktober 2026 ist die Wärmepumpe über einen Betrachtungszeitraum von 15 Jahren in allen untersuchten Fördervarianten wirtschaftlicher als eine neue Gasheizung. Bereits ohne zusätzlichen Einkommensbonus ergibt sich eine Ersparnis von rund 4.300 Euro. Bei besonders hoher Förderung und zusätzlicher Nutzung einer Photovoltaikanlage wächst der Kostenvorteil auf bis zu 15.729 Euro.

Im günstigsten untersuchten Fall amortisieren sich die Mehrkosten der Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung bereits nach vier Jahren.

Niedrigere Betriebskosten und Förderung entscheidend

Der wirtschaftliche Vorteil ergibt sich insbesondere aus den geringeren laufenden Energiekosten. Während bei Gasheizungen steigende CO?-Preise, Netzentgelte und die zunehmende Beimischung von Biomethan die Kostenentwicklung beeinflussen, profitiert die Wärmepumpe von ihrer hohen Energieeffizienz. Eine zusätzliche Photovoltaikanlage kann die Gesamtkosten im untersuchten Modell über 15 Jahre um weitere rund 1.900 Euro reduzieren.

Die Untersuchung verdeutlicht zugleich die Bedeutung der Heizungsförderung. Durch die seit Juli 2026 geltenden Förderbedingungen sinken sowohl der Klimageschwindigkeitsbonus als auch die maximal förderfähigen Investitionskosten schrittweise. Wer den Heizungstausch im Modell erst im August 2028 statt im Oktober 2026 vornimmt, muss deshalb je nach Förderquote mit rund 4.600 bis 5.380 Euro höheren Investitionskosten rechnen.

Die Ergebnisse beruhen auf einem definierten Beispielgebäude und angenommenen Energiepreisentwicklungen. Bei späteren Investitionen und geringerer Förderung kann der wirtschaftliche Vorteil entsprechend kleiner ausfallen. Für die individuelle Entscheidung bleiben daher eine fachgerechte Planung und die Betrachtung der konkreten Gebäudesituation entscheidend.

Weitere Informationen und Studie:

Prognos: Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen (2026)

WWF/Prognos: Hammer-Heizungs-Deal 3.0 – vollständige Studie (PDF)

Ein schwarzes Klimagerät steht auf einem Fundament aus Gummi. Es hat eine markante Gitterstruktur und einen großen Lüfter. Der Hintergrund zeigt eine helle Wand und einen Gehweg, die mit Schnee bedeckt sind.