Wie leise muss meine Wärmepumpe sein?
Im Betrieb der Wärmepumpe muss sichergestellt werden, dass daraus keine schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne der TA Lärm hervorgehen.
Für die immissionsschutzrechtliche Bewertung nach TA-Lärm sind die maximalen Schallleistungspegel während des Tages und während der Nachtstunden relevant, aus denen sich die Beurteilungspegel am maßgeblichen Immissionsort ermitteln lassen (s. Leitfaden Schall). Die Berücksichtigung der Nachtabsenkung liegt im Ermessensspielraum der Genehmigungsbehörden.
Der Schallleistungspegel wird, entsprechend dem menschlichen Hörempfinden, in A-bewertete Dezibel-Pegeln als dB(A) ausgewiesen. Ergänzend existieren weitere Kennzahlen, die teilweise in Form von Zuschlägen berücksichtigt werden, beispielsweise für die Tonalität.
Die folgenden Schalleistungspegel dienen üblicherweise zur Beurteilung von Wärmepumpen
- Der maximale Schalleistungspegel bildet die Grundlage für eine Immissionsschutzrechtliche Bewertung nach TA-Lärm. Die zugehörigen Betriebsbedingungen sind individuell unterschiedlich. Eine Standardisierung, die für alle Wärmepumpen gleichermaßen gilt, ist nicht möglich. Der Maximalpegel einer Wärmepumpe tritt bei verschiedenen Betriebstemperaturen auf.
- Im schallreduzierten (Nacht-)betrieb können die Drehzahlen von Verdichter und Gebläse begrenzt werden. Dadurch sinkt der maximale Schalleistungspegel, die verfügbare Leistung ist in der Regel ebenfalls reduziert.
- Der Nenn-Schalleistungspegel nach ErP wird unter standardisierten Betriebsbedingungen und Geräteeinstellungen nach EN 12102-1 gemessen. Er ermöglicht den Vergleich verschiedener Geräte und erlaubt eine grobe Einschätzung des Geräuschverhaltens.
Wenn ein schallreduzierter Nachtbetrieb vorgesehen ist, dann muss das Leistungsdefizit an kalten Tagen planerisch berücksichtigt werden, beispielsweise durch:
- zeitliche Überdeckung mit Nachtabsenkung der Anlage
- Wärmespeicherung
- Betrieb mit höherem Bivalenzpunkt während der Nachtstunden
Üblicherweise können mehrere Schallschutzstufen eingestellt werden. Die Maximalpegel in Tag- und Nachtbetrieb treten bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen auf.
Der Schalleistungspegel einer Wärmepumpe ist im Wesentlichen geprägt von Lüfter und Gebläse. Die Heizleistung hängt darüber hinaus maßgeblich von den Betriebstemperaturen, insb. der Außentemperatur, ab. Jede beliebige Heizleistung kann infolgedessen bei unterschiedlichen Temperaturen mit verschiedenen Drehzahlen bereitgestellt werden. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Heizleistung und Schalleistungspegel existiert nicht. Die Daten müssen objektbezogen den Herstellerunterlagen entnommen werden.
Tendenziell steigt der maximale Schallleistungspegel mit der Leistungsgröße der Wärmepumpe (Grafik).
Fazit:
Die durch den Betrieb der Wärmepumpe bedingten Geräuscheinwirkungen dürfen nicht zu einer Überschreitung der Richtwerte der TA-Lärm führen. Bei bekannten Aufstellbedingungen (Abstand, reflektierende Fläche, …) ergeben sich daraus maximal zulässige Schalleistungspegel für den Tag- und den Nachtbetrieb.