Heizungsförderung: Kürzungen stellen Wärmepumpenbranche vor Herausforderungen
Die Bundesregierung hat sich auf Eckpunkte für die Neugestaltung der Heizungsförderung verständigt. Vorgesehen sind halbjährliche Absenkungen der förderfähigen Investitionskosten und des Klimageschwindigkeitsbonus bei gleichzeitiger Beibehaltung der Grundsystematik. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. warnt davor, dass die Änderungen die Investitionsentscheidung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher zugunsten vermeintlich günstigerer fossiler Heizungen verschieben könnten.
Bereits kurzfristig ist ein erster Absenkungsschritt um 2.000 Euro bei den förderfähigen Kosten und eine Kürzung des Klimageschwindigkeitsbonus um vier Prozentpunkte vorgesehen. BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel erklärt: „Die Kürzungen gehen an die Grenze dessen, was der Wärmepumpenmarkt verkraften kann. Zugleich ist es ein wichtiges Signal, dass die BEG in ihrer Grundsystematik erhalten bleibt. Die Wärmepumpe bleibt für viele Haushalte die richtige Entscheidung. Angesichts der zeitgleichen Veränderungen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz müsste von der BEG allerdings eine stärkere Orientierung zugunsten erneuerbarer Heizungsoptionen ausgehen. Diese Lenkungswirkung muss nun umso stärker über den Strompreis und den CO2-Preis hergestellt werden.“
Strompreis kommt entscheidende Bedeutung zu
Sabel erinnert an die Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag, die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher um fünf Cent pro Kilowattstunde zu senken: „Der Plan der Koalition, die Förderung schrittweise zurückzuführen, kann nur dann aufgehen, wenn sie zugleich ihre Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag umsetzt und den Strompreis spürbar entlastet. Ein erster Schritt muss die Absenkung der Stromsteuer sein. Zugleich braucht es eine konsequente Weiterführung der CO2-Bepreisung, damit versorgungssichere und klimafreundliche Heiztechnologien dauerhaft wirtschaftlich attraktiv bleiben.“
Förderung soll Wertschöpfung in Europa unterstützen
Die Einführung eines Bonus für Wärmepumpen, die im europäischen Wirtschaftsraum und assoziierten Märkte produziert wurden, unterstützt der BWP ausdrücklich. „Hier geht es um den Erhalt von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Europa. Die Bundesregierung hat richtigerweise erkannt, dass Wärmepumpen die Zukunft der deutschen Heizungsindustrie sind“, kommentiert Sabel.
Praxistaugliche Lösungen bei Kältemitteln und Erdwärme gefordert
Der Effizienzbonus, der gegenwärtig für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln und für die Nutzung von Erdwärme als Wärmequelle gewährt wird, soll künftig entfallen. Natürliche Kältemittel seien im Markt längst etabliert.
Allerdings dürfe es einen Förderausschluss für Wärmepumpen, die andere Kältemittel verwenden, wie geplant erst ab 2028 geben, so Sabel: „Die Industrie hat sich bei der Entwicklung von Lösungen mit natürlichen Kältemitteln auf den Zeitplan der geltenden BEG eingestellt. Diese Planungssicherheit sollte man ihr weiterhin geben.“
Der BWP-Geschäftsführer fordert von der Bundesregierung außerdem, den Effizienzbonus zumindest für Erdwärme zu erhalten: „Geothermie leistet einen besonderen Beitrag zu Effizienz und Netzdienlichkeit, daher sollte sie weiterhin gezielt unterstützt werden.“
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Über den Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V. ist ein Branchenverband mit Sitz in Berlin, der die gesamte Wertschöpfungskette rund um Wärmepumpen umfasst. Im BWP sind über 1.400 Unternehmen der Heizungsindustrie, Handwerksunternehmen, Planungs- und Architekturbüros, Bohrfirmen sowie Energieversorger organisiert, die sich für den verstärkten Einsatz effizienter Wärmepumpen engagieren.
Die deutsche Wärmepumpen-Branche beschäftigt rund 100.000 Personen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. Derzeit werden in Deutschland knapp zwei Millionen Wärmepumpen genutzt. Die hier verbauten Anlagen werden zu rund 95 Prozent von BWP-Mitgliedsunternehmen hergestellt.
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