Fraunhofer ISE untersucht Propan-Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus
Das Fraunhofer ISE hat den Abschlussbericht des Forschungsprojekts LC R290 veröffentlicht. Untersucht wurden Lösungskonzepte für den Einsatz von Propan-Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern – ein relevantes Thema für die Wärmewende im Gebäudebestand.
Mehrfamilienhäuser stärker im Fokus
Wärmepumpen sind im Ein- und Zweifamilienhaus längst etabliert. Im Mehrfamilienhausbestand sind die Anforderungen häufig komplexer: Gebäudegröße, Platzverhältnisse, vorhandene Heizsysteme, Warmwasserbedarf, Schallschutz und Sicherheitsanforderungen müssen frühzeitig zusammengedacht werden. Genau hier setzt das Forschungsprojekt LC R290 des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE an.
Gemeinsam mit einem Konsortium aus zwanzig Unternehmen der Heizungs- und Wohnungswirtschaft hat das Fraunhofer ISE Planungskonzepte für den Austausch von Gas- und Ölheizungen in bestehenden Mehrfamilienhäusern entwickelt. Das zentrale Ergebnis: Wärmepumpen können auch in Bestands-Mehrfamilienhäusern alte fossile Heizungen ersetzen, wenn das Gesamtsystem passend zum Gebäude ausgelegt wird.
Propan als natürliches Kältemittel
Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf dem Einsatz von Propan (R290) als Kältemittel. Propan gilt als natürliches Kältemittel mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial und ist bei außen aufgestellten Wärmepumpen inzwischen weit verbreitet. Gleichzeitig stellt der Einsatz in Mehrfamilienhäusern besondere Anforderungen an Planung, Aufstellung und Sicherheit.
Im Projekt wurden deshalb verschiedene Sicherheits- und Aufstellungskonzepte untersucht – darunter belüftete Einhausungen, Schornsteinsysteme und Entwässerungskonzepte. Ziel war es, praktikable Lösungen für unterschiedliche Gebäudetypen und Modernisierungssituationen zu entwickeln.
Natürliche Kältemittel im Wärmepumpen-Markt
Natürliche Kältemittel haben in den vergangenen Jahren im Wärmepumpenmarkt deutlich an Bedeutung gewonnen. Dazu hat auch der bisherige Effizienzbonus in der BEG-Heizungsförderung beigetragen, der Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel zusätzlich unterstützt hat. Auch wenn dieser Bonus mit der aktuellen BEG-Neuordnung entfällt, bleibt die grundsätzliche Entwicklung bestehen: Ab 2028 sollen nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert werden.
Vor diesem Hintergrund liefern Projekte wie LC R290 wichtige Grundlagen für Planung, Produktentwicklung und Markthochlauf. Besonders im Mehrfamilienhausbereich geht es nicht um eine Einheitslösung, sondern um belastbare Konzepte für zentrale und dezentrale Systeme, Innen- und Außenaufstellung sowie unterschiedliche Wärme- und Warmwasserbedarfe.
Ausblick auf Folgeprojekt
Die Ergebnisse aus LC R290 fließen in das Folgeprojekt MAMMUT ein. Dort soll ein Softwaretool entwickelt werden, das Planung und Auslegung von Wärmepumpensystemen für Mehrfamilienhäuser unterstützt. Damit sollen Fachplanung, Wohnungswirtschaft und Handwerk künftig besser einschätzen können, welche Systemlösung für ein konkretes Gebäude geeignet ist.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt stellt das Fraunhofer ISE in seiner Mitteilung zum Forschungsprojekt bereit.
