BAFA-Förderung für Wärmepumpen ab 2020

Der Bundesverband Wärmepumpe informiert auf diesen Seiten zur Förderung für Wärmepumpen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) belohnt den Einbau einer effizienten Wärmepumpe mit attraktiven Fördersummen aus dem Marktanreizprogramm (MAP). Das Marktanreizprogramm (MAP) dient besonders der Modernisierung bereits bestehender Gebäude und somit dem Heizungstausch. Im Neubau werden lediglich besonders innovative und effiziente Wärmepumpenanlagen gefördert.

Die wichtigsten Änderungen zum 01. Januar 2020:

  • Umstellung auf eine Anteilsförderung: Für die Errichtung einer Wärmepumpe und den dazugehörigen notwendigen Umfeldmaßnahmen beträgt die Förderung sowohl im Bestand als auch im Neubau 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Durch eine Austauschprämie erhöht sich die Anteilsförderung beim Ersatz einer Ölheizung auf 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Weitere Bonusförderungen gibt es nicht mehr. Die technischen Anforderungen sind gleichgeblieben.
  • Förderung auch für Wärmepumpen, die nur die Bereitstellung der Raumheizung übernehmen - selbst wenn die Warmwasserbereitung nicht über Erneuerbare Energien erfolgt (z.B. mit Durchlauferhitzer)
  • Ausweitung der Förderung auf Hybridheizungen (Gas- sowie EE-Hybrid)
  • Verlängerung des Bewilligungszeitraums auf 12 Monate. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des BAFA www.bafa.de.

 


In unserem Fragenkatalog haben wir die wichtigsten Fragen zum Them BAFA-Förderung für effiziente Wärmepumpen beantwortet:

 

Allgemeines

  • 1. Wer darf Förderanträge stellen?

    Antragsberechtigt sind folgende Zielgruppen:

    •    Privatpersonen
    •    Wohnungseigentümergemeinschaften
    •    Freiberufler
    •    Unternehmen
    •    Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und Zweckverbände
    •    sonstige juristische Personen des Privatrechts (insbes. gemeinnützige Organisationen und Genossenschaften)
    •    Hersteller förderfähiger Anlagen, insofern sie Anlagen als Contractoren zur Nutzung durch Dritte betreiben.


    Zu beachten sind die verschiedenen Antragsverfahren

  • 2. Welche Wärmepumpen werden gefördert?

    Grundsätzlich werden Wärmepumpen gefördert, die für die Raumwärme eingesetzt werden. Es ist aber auch möglich, für Kombigeräte, die Trinkwarmwasser und Raumwärme sorgen, zu fördern. Neben solarthermischen und Biomasseanlagen fördert das BAFA effiziente elektrische sowie gasbetriebene Wärmepumpen:
    •    Luft/Wasser-Wärmepumpen
    •    Sole/Wasser-Wärmepumpen
    •    Wasser/Wasser-Wärmepumpen
    •    Gas-Wärmepumpen
    •    Sonderformen (z. B. Abwärmenutzung; Direktverdampfung; solare oder solarunterstützte Wärmepumpensysteme)

    Zudem werden Wärmepumpen-Anlagen kombiniert mit Lüftungsgeräten inklusive Wärmerückgewinnung mitgefördert,
    •    sofern förderfähige Wärmepumpen mit Lüftungsgeräten inklusive Wärmerückgewinnung kombiniert und diese Komponenten regelungstechnisch gemeinsam betrieben werden
    •    inklusive erforderlicher Lüftungsleitungen und Lüftungszubehör.

    Darüber hinaus dürfen nur Wärmepumpen, die einen Mindest-COP-Wert aufweisen und diesen durch einen unabhängigen Prüfbericht nachweisen können, gefördert. Eine Liste förderfähiger Wärmepumpen finden Sie bei der BAFA.  

    Nicht gefördert werden:
    •    selbst gebaute Anlagen und Prototypen
    •    gebrauchte Anlagen
    •    Luft/Luft-Wärmepumpen
    •    Photovoltaikanlagen
    •    Eigenleistungen
    •    Anschlüsse an ein Wärmenetz

  • 3. Welche allgemeinen Fördervoraussetzungen gibt es?

    Gefördert werden Wärmepumpen, wenn sie:
    •    zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden,
    •    zur Raumheizung von Gebäuden (Warmwasserbereitung muss nicht mehr über eine Wärmepumpe oder andere erneuerbare Energien erfolgen) oder
    •    zur Bereitstellung von Wärme für Wärmenetze eingesetzt werden.

    Bei bivalenten Systemen wird nur der Erneuerbare Anteil gefördert. Dies gilt auch für Ölheizungen, die um eine Wärmepumpe ergänzt werden. Wärmepumpen, die nur zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden, können nur im Bestand als Umfeldmaßnahme gefördert werden, wenn zudem auch das Heizungssystem erneuert wird.

    Zusätzlich zum Einbau der zu fördernden Wärmepumpe ist verpflichtend:
    •    Der Einbau mindestens eines Wärmemengenzählers
    •    Der Einbau eines Stromzählers (bei elektrisch betriebenen Wärmepumpen)
    •    Der Einbau eines Gaszählers (bei gasbetriebenen Wärmepumpen)
    •    Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage
    •    Eine Anpassung der Heizkurve an das entsprechende Gebäude
    •    Bei Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung muss eine verschuldensunabhängige Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden abgeschlossen werden und die Bohrfirma nach DVGW zertifiziert sein.

    Die Erfüllung der Anforderungen ist nachzuweisen. Beim Heizungstausch muss die auszutauschende Heizung mindestens zwei Jahre alt sein. Wenn eine ältere Wärmepumpe gegen eine neuere ausgetauscht wird und für die ältere Wärmepumpe auch Förderung in Anspruch genommen wurde, so muss die ältere Wärmepumpe mindestens sieben Jahre gelaufen sein. Sonst muss die Förderung für die ältere Wärmepumpe anteilig zurückgezahlt werden.

     

     

  • 4. Wie effizient muss die Wärmepumpe sein (in Bestand o. Neubau), um gefördert zu werden?

    Um gefördert zu werden, muss die Wärmepumpe:
    •    auf der Liste förderfähiger Wärmepumpen des BAFA verzeichnet sein,
    •    bei elektr. Wärmepumpen eine Mindest-Jahresarbeitszahl erreichen, die anhand VDI 4650 Blatt 1 (in der jeweils aktuellen Fassung) berechnet wird,
    •    bei Gas-Wärmepumpen eine Mindest-Jahresheizzahl nach VDI 4650 Blatt 2 (Ausgabe 2013) erreicht werden.

    Voraussetzung im Gebäudebestand ist die Einhaltung folgender Jahresarbeitszahlen:
    •    Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Wohngebäuden: 3,8
    •    Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Nicht-Wohngebäuden: 4,0
    •    Luft/Wasser-Wärmepumpen: 3,5
    •    Gasbetriebene Wärmepumpen in Wohngebäuden: 1,25
    •    Gasbetriebene Wärmepumpen in Nicht-Wohngebäuden: 1,3

    Wärmepumpenanlagen im Neubau müssen eine höhere Jahresarbeitszahl oder eine verbesserte Systemeffizienz aufweisen:
    •    Elektrisch betriebene Wärmepumpe: 4,5
    •    Gasbetriebene Wärmepumpe: 1,5
    •    Desweiteren ist ein Qualitätscheck der Wärmepumpenanlage nach einem Betriebsjahr vertraglich nachzuweisen
    •    Als Wärmeverteilsystem müssen Flächenheizungen eingesetzt werden

  • 5. Warum muss der hydraulische Abgleich vorgenommen werden?

    Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs ist Voraussetzung für die Förderung einer Wärmepumpenanlage. Ohne den hydraulischen Abgleich bzw. ohne den entsprechenden Nachweis kann das BAFA den Zuschuss nicht bewilligen und auszahlen. Auch wenn die Durchführung des hydraulischen Abgleichs zusätzlichen Aufwand und weitere Kosten verursacht und so die Investition in „erneuerbare“ Heizungstechnik zunächst verteuert, führen hydraulisch abgeglichene Systeme im Nachhinein zu einem geringeren Energieverbrauch.

  • 6. Welche besonderen Voraussetzungen gibt es für die Erdwärmenutzung?

    Soll eine Erdsonde neu installiert werden, müssen besondere Qualitätskriterien beachtet werden:
    •    Das Bohrunternehmen muss ein W120-2-Zertifikat vorweisen.
    •    Für die Bohrung muss eine verschuldensunabhängige Versicherung abgeschlossen werden.

    Entsprechende Nachweise sind bei der Antragstellung vorzulegen. Eine Versicherungslösung wird vom Bundesverband Wärmepumpe in Kooperation mit der Dr. Friedrich E. Hörtkorn GmbH angeboten. Für die Verlegung von Erdwärme-Kollektoren bestehen keine gesonderten Anforderungen.

     

  • 7. Werden auch Wärmepumpen mit Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen gefördert?

    Über das Förderprogramm des BAFA werden reine PV-Anlagen nicht gefördert. In vielen Fällen ist die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) dennoch sinnvoll. Auf diese Weise kann ein Teil des PV-Ertrags im eigenen Haus verbraucht und der Bezug teureren Netzstroms vermieden werden. Natürlich können auch Wärmepumpen, die von der BAFA gefördert werden, mit einer PV-Anlage betrieben werden. Trotz der besseren Energie- und Klimabilanz gelten dieselben Anforderungen. Es können jedoch ggf. Gelder über Programme der KfW Bank eingeworben werden.

    Förderfähig im Förderprogramm des BAFA sind:
    - Solathermie und der thermische Bestandteil von PVT-Anlagen (Photovoltaik-Solarthermie-Hybridanlagen) und
    - PVT-Anlagen (vollständig) sofern der erzeugte Strom zur überwiegenden Eigenversorgung genutzt und keine Vergütung nach dem EEG in Anspruch genommen wird.

    Bei EE-Hybridanlagen im Neubau müssen die jeweiligen Einzelanforderungen eingehalten werden. D.h. es besteht die Möglichkeit, sich z.B. nur die Wärmepumpe fördern zu lassen, und bei Bedarf eine kleinere Solarthermie auf eigene Kosten zuzubauen.

    Erneuerung von Solarthermieanlagen ohne Heizungstausch:
    Auch beim Einbau von Solarthermieanlagen, bei denen nicht gleichzeitig ein Heizungstausch vorgenommen wird, sind viele Umfeldmaßnahmen als Nebenkosten förderfähig, auch z.T. sehr kostenaufwändige wie der Einbau einer Fußbodenheizung. Wichtig ist, dass hierbei alle Maßnahmen der Erhöhung der Energieeffizienz dienen. Hieraus ergeben sich Unterschiede bei der Förderung von heizungsunterstützenden und Warmwasser-Solarthermieanlagen (WW-Solarthermieanlagen). Eine Fußbodenheizung ist bei einer WW-Solarthermieanlage nicht förderfähig, weil formal kein Bezug zur Heizungsanlage besteht, bei einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage als Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz der Heizungsanlage aber schon. Anlagenteile für die Warmwasserbereitung im Gebäudebestand sind demnach auch beim Einbau einer WW-Solarthermieanlagen förderfähig.

  • 10. Werden auch Kälte-/Klimaanlagen gefördert?

    Nein, das Marktanreizprogramm (MAP) fördert nur Wärmepumpen, die zu Zwecken der Raumheizung bzw. kombinierten Raumheizung und Trinkwasserbereitung eingesetzt werden. Eine Wärmepumpe, die neben Ihrer Heizfunktion im Sommer auch kühlen kann, wird – sofern alle Kriterien erfüllt sind – natürlich gefördert!

    Es gibt allerdings neben dem MAP ein Förderprogramm bei der BAFA speziell für Kälte-/Klimaanlagen. Hier gelten allerdings spezielle Förderbedingungen und Anforderungen. Nähere Informationen finden Sie hier:

     BAFA-Förderung FÜR KÄLTE-/KLIMAANLAGEN

  • 11. Spielt der Wegfall der Grenze von 100 kW in der Praxis eine Rolle?

    Bislang gab es für Wärmepumpen > 100 kW bei der BAFA keine Förderung. Erdgekoppelte Wärmepumpe > 100 kW wurden im Marktanreizprogramm bisher nur im KfW-Teil über das Programm Erneuerbare Energien, Programmteil Premium, gefördert. Neu ist seit 2020: Neben der weiterhin möglichen Förderung bei der KfW, sind diese großen Wärmepumpen nun auch über die BAFA förderfähig. Bei der BAFA gibt es dabei auch eine Förderung für Luft/Wasser-Wärmepumpen > 100 kW. Die BAFA akzeptiert aufgrund der begrenzten Testkapazitäten bei diesen großen Wärmepumpen neben unabhängigen Prüfberichten aber auch Herstellerangaben. Die Herstellerangaben werden allerdings nicht in die Liste aufgenommen werden. Im Antragsformular gibt es die Möglichkeit einen Platzhalter für Hersteller und Sonderbauformen zu wählen.

  • 12. Wenn einmal die Förderung von 20 % für "Renewable Ready" in Anspruch genommen wurde, darf dann bei der Nachrüstung der WP erneut Förderung beantragt werden?

    Ja, ganz regulär mit 35 % aber nur auf die EE-Anlage und die entsprechenden Umfeldkosten.

  • 13. Was muss man bei Trinkwarmwasser beachten?

    1.Werden effiziente Warmwasser-Wärmepumpen (neu) auch einzeln gefördert? Nein, für Warmwasser-Wärmepumpen gibt es keine Einzelförderung. Aber in Kombination mit einer förderfähigen Heizung kann sie im Bestand als Umfeldmaßnahme zur Effizienzsteigerung »mitgefördert« werden (Nebenkosten). Jede Warmwasser-Wärmepumpe, die dem Stand der Technik entspricht, ist effizient genug. Die Warmwasser-Wärmepumpe muss auch bei der JAZ-Berechnung berücksichtigt werden.

    2.Was gilt es zu beachten, wenn eine Warmwasser-Wärmepumpe (WW-WP) erst nachträglich eingebaut wurde?
    Beim nachträglichen Einbau einer WW-WP wird die JAZ nicht überprüft. Für die Förderung ist das nicht relevant. Wenn aber die geplante neue Wärmepumpe auch Trinkwasser erwärmt, ist dies in der Jahresarbeitszahl zu berücksichtigen.

    3.Gehören im Neubau dezentrale Frischwasserstationen zu den förderfähigen Kosten?
    Im Neubau werden Investitionen in die Warmwasserbereitung (Ausnahme Speicher) grundsätzlich nicht gefördert. Im Bestand ist dieser Tatbestand förderfähig. Kombiprodukte für Heizen und Warmwasserbereitung sind im Neubau und im Bestand förderungsfähig.


Fördersätze

  • 1. Wie hoch sind die Zuschüsse?

    Die Höhe der Zuschüsse ist in einer Förderrichtlinie festgelegt, die vom zuständigen Bundeswirtschaftsministerium erlassen wurde. Ab 2020 wurde auf eine Anteilsförderung umgestellt. Das bedeutet, dass ein bestimmter Prozentsatz der förderfähigen Investitionskosten erstattet wird.

    Folgende Zuschüsse werden gewährt:

    • Wärmepumpen, egal ob Neubau oder Bestand: 35 % der förderfähigen Kosten
    • Wärmepumpen, wenn hierdurch eine Ölheizung ersetzt wird: 45 % der förderfähigen Kosten.
    • Renewable Ready bis zu 20 %, Gasbrennwertkessel aufrüstbar

    Die Höhe der Förderung ist begrenzt durch eine Deckelung der anrechnungsfähigen, förderfähigen Kosten von maximal 50.000 EUR (brutto) pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und von maximal 3,5 Mio EUR (brutto) bei Nichtwohngebäuden. Es können die Bruttokosten einschließlich der Mehrwertsteuer angesetzt werden, außer bei Zuwendungsempfängern die vorsteuerabzugsberechtigt sind, bei denen nur die Nettokosten berücksichtigt werden. Vorsteuerabzugsberechtigte können also maximal 42.016,81 Euro bewilligt werden.

  • 2. Gibt es Bonusförderungen, welche die Fördersätze erhöhen?

    Ab dem 01.01.2020 gibt es abgesehen von der Austauschprämie für Ölheizungen keine besonderen Bonusförderungen mehr. Mehrkosten für effizienzsteigernde Maßnahmen können eventuell als förderfähige Kosten mit angerechnet werden und somit die Fördersumme erhöhen.

    Die Austauschprämie für eine Ölheizung erhöht die Anteilsförderung von 35 auf 45 Prozent der förderfähigen Kosten.

  • 3. Welche Anforderungen gelten für die Förderung im Neubau?

    Mit der Förderung im Neubau sollen besonders effiziente Wärmepumpen gefördert werden.

    Hier müssen die Wärmepumpen entweder…
    … eine JAZ von 4,5 (elektr. Wärmepumpen) bzw. eine JHZ von 1,5 (Gas-Wärmepumpen) vorweisen
    ODER
    … eine besonders hohe Systemeffizienz aufweisen. Damit sind Anlagen gemeint, die durch die Einbindung weiterer Bauteile besonders effizient sind. Dazu zählen derzeit

    1.    erdgekoppelte Wärmepumpen mit ergänzender Wärmequelle Luft oder Solarthermie-Anlage,
    2.    Luft/Wasser-Wärmepumpen mit ergänzender Wärmequelle Solarthermie-Anlage,
    3.    Wärmepumpen mit Eisspeicher,
    4.    Wärmepumpen mit Wärmequelle "kalte Nahwärme".

    Die Optionen und die technischen Anforderungen sind auf einer Liste beim BAFA aufgeführt. Bei diesen Konzepten ist die Effizienz über die sog. System-Jahresarbeitszahl (SJAZ) mithilfe einer Simulationsrechnung nachzuweisen.

    Zusätzlich zu den allgemeinen Förderanforderungen, sind im Neubau verpflichtend …
    •    … die Verwendung von Flächenheizungen und
    •    … ein Qualitätscheck nach einem Jahr inkl. Messung der Jahresarbeitszahl (JAZ)

  • 4. Welche Investitionskosten werden als förderfähige Kosten anerkannt?

    Förderfähige Kosten sind die Anschaffungskosten der geförderten Anlage sowie die Ausgaben für Installation und Inbetriebnahme, die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung, sowie Ausgaben für notwendige Umfeldmaßnahmen (Im Antrag "Nebenkosten"). Zu diesen Maßnahmen gehören zum Beispiel die Deinstallation und Entsorgung von Altanlagen, Bohrungen für Erdwärmesonden, Optimierungen des Heizungsverteilsystems, der Austausch von Heizkörpern bzw. der Einbau von Flächenheizungen oder die Installation eines Speichers.

    Bei der Antragstellung müssen Kostenvoranschläge für die Leistungen, die gefördert werden sollen, eingereicht werden. Die Summe der im Antrag angegebenen Kosten ist Grundlage für die Zuwendungsentscheidung. Kosten, die über die bei Antragstellung angegebene Summe hinausgehen, können im Rahmen der Förderung nicht berücksichtigt werden. Wenn die Kosten geringer ausfallen als ursprünglich geplant, wird die Fördersumme gekürzt. Planen Sie daher solide auf der Grundlage eines Kostenvoranschlages mit angemessenem Puffer.

    Förderfähig sind nur Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht beauftragt worden sind. Hierbei können die Bruttokosten einschließlich der Mehrwertsteuer angesetzt werden, außer bei Zuwendungsempfängern die vorsteuerabzugsberechtigt sind.

    Die Höhe der Förderung ist begrenzt durch eine Deckelung der anrechnungsfähigen, förderfähigen Kosten von maximal 50.000 EUR (brutto) pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und von maximal 3,5 Mio EUR (brutto) bei Nichtwohngebäuden. 

    ACHTUNG: Welche Kosten im Einzelnen gefördert werden, ist dem Merkblatt des BAFA zu entnehmen.

  • 4.a Wie genau setzt sich der förderfähige Punkt „Kosten für Beratungs-, Planungs- und Baubegleitungsleistungen zusammen?

    Nur Leistungen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erneuerbaren Heizung stehen. Nicht gefördert werden (siehe Merkblatt zu den förderfähigen Kosten): Planungsleistungen zur Gebäudehülle, Statik, Förderberatung, übergreifende Bauleitung/ -überwachung.

  • 5. Kann ich Förderung für eine Luft-Wärmepumpe im Neubau erhalten?

    Auch Luft/Wasser-Wärmepumpen müssen im Neubau eine Jahresarbeitszahl von 4,5 erreichen, damit man dafür eine Förderung erhalten kann. Für eine Luft-Wärmepumpe ist das ein hoch gestecktes Ziel. Erdgekoppelte Anlagen können eine JAZ von 4,5 leichter erreichen.

    Für ein KfW-Effizienzhaus kann jedoch ein KfW-Kredit (Programm 153) in Anspruch genommen werden, Siehe dazu auch  KfW-Förderung für Wärmepumpen

  • 6. Werden auch Hybridheizungen mit Wärmepumpen gefördert?

    Ja, es gelten jedoch für Neubau und Bestand unterschiedliche Fördermöglichkeiten.

    Förderung von Gas-Hybridheizungen
    Im Bestand wird die Errichtung von Anlagen gefördert, die Gas-Brennwerttechnik mit einer oder mehreren Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien (Solar-, Wärmepumpe-, Biomasseanlage) kombinieren. Die Förderung beträgt in diesem Fall bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Die thermische Leistung des regenerativen Wärmerzeugers einer Hybrid-Anlage muss mindestens 25 % der Heizlast des versorgten Gebäudes (Gebäudeheizlast) betragen.

    Oft wird ein Erdgaskessel als Spitzenkessel eingesetzt um z.B. 5% der Wärme damit im Kernwinter zu erzeugen. Zudem wird z.B. in Sporthallen oder einer Mensa meist ein Erdgas-Kessel für Trink-Warmwasser dazu gestellt um den Anteil direkt elektrischer Nachheizung zu vermeiden. Ein konventioneller Erdgas-Kessel als Ergänzung im Neubau ist in der BAFA Förderung jedoch ausgeschlossen. Im Neubau kann nur die Wärmepumpe gefördert werden.

    Förderung von EE-Hybridheizungen
    Gefördert wird auch die Errichtung von Kombinationen von Heizungssystemen, die jeweils erneuerbare Energien nutzen (EE-Hybride aus Solarthermie, Biomasse und/oder Wärmepumpe). Voraussetzung dafür ist, dass die einzelnen Heizungssysteme aus denen der EE-Hybrid kombiniert wird die jeweils einschlägigen technischen Vorgaben erfüllen. Die Förderung bis zu 35 % der förderfähigen Kosten.

    Weitere Anforderungen entnehmen Sie bitte der BAFA-Webseite www.bafa.de.

    Eine JAZ Anforderung an die Wärmepumpe in Hybridanlagen besteht nicht mehr. Die WP muss in BAFA-Liste enthalten sein und eine Heizleistung haben (bei Normaußentemperatur und Vorlauftemperatur 35 °C), die mindestens 25 % der Gebäudeheizlast abdeckt. Es wird auf JAZ bei hybriden Lösungen nicht geachtet. Bei bivalenten Systemen wird in der Nachrüstung der WP nur die WP gefördert.

    Für die Berechnung der 25 % Heizlast wird bei der Wärmepumpe die Heizleistung bei Normaußentemperatur und einer Vorlauftemperatur von 35 °C als Basis für die Berechnung der Heizlast ausgewählt. Dieser Wert kann den Herstellerunterlagen entnommen werden. Überschlägige Heizlastberechnung auf Basis der EN 12381 (z.B. Hüllflächenverfahren) ist zulässig. Die Normauslegungstemperatur ist dafür die Grundlage.

    (Wenn der kleinstmögliche Abschaltpunkt einer Wärmepumpe im bivalent-alternativem Betrieb oberhalb der Norm-Außentemperatur liegt, dann wird die Heizleistung der Wärmepumpe bei Norm-Außentemperatur durch Extrapolation der Leistungskurve ermittelt. Nach Tabelle 29 der VDI 4650 Blatt 1 : 2019 darf der Abschaltpunkt jedoch nicht oberhalb einer Außentemperatur von +2°C liegen)

     

  • 7. Waren die Fördersätze je höher als jetzt?

    In den absolut meisten Fällen nicht. Die Fördersätze wurden bereits zum 1. April 2015 und abermals zum 1. Januar 2016 signifikant erhöht. Mit dem im Jahr 2019 verabschiedeten Klimaschutzprogramm wurden nun die Fördergelder nochmal aufgestockt und auf eine Anteilsförderung umgestellt: Mit 35 bzw. 45 Prozent Anteilsförderung an den Investitionskosten ist die Förderung nun grundsätzlich so hoch wie nie zuvor. In einzelnen Fällen kann die neue Förderung im Vergleich zum alten Fördersatz aber auch etwas geringer ausfallen (z.B. beim Tausch einer alten gegen eine neue Wärmepumpe mit geringer Leistung).

  • 8. Ist eine gleichzeitige Förderung über das MAP und ein KfW-Programm oder andere möglich?

    Der Kumulierung - also die Inanspruchnahme mehrerer Förderprogramme für dieselbe Maßnahme - vom Marktanreizprogramm (MAP) über das BAFA und von KfW-Programmen sind enge Grenzen gesetzt. Grundsätzlich gilt ein sogenanntes Kumulierungsverbot.

    Folgende KfW-Programme sind jedoch ohne Einschränkungen mit dem MAP kumulierbar:

    Andere KfW-Programme dürfen nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die neue Wärmepumpe nicht (so wie der restliche Neubau) über das jeweils beantragte KfW-Programm finanziert wird. In diesem Fall würden die verschiedenen Förderprogramme lediglich kombiniert, nicht jedoch kumuliert. Dies gilt vor allem für folgende KfW-Programme: 

    Außerdem ist die BAFA-Förderung mit der Förderung des Landes NRW "Progress NRW" vereinbar. Die förderfähigen Investitionskosten dürfen nicht überschritten werden, dabei ist egal, aus wie vielen Fördertöpfe das Geld stammt.

  • 9. Wird der Wärmepumpencheck (Qualitätscheck) weiterhin gefördert?

    Der Wärmepumpencheck lässt sich im Rahmen der förderfähigen Kosten fördern. Die bereits geförderten Anlagen aus den vergangenen Jahren, erhalten die Förderung des Qualitätscheck nach den alten Förderrichtlinien. Maßnahmen, die vor dem 31.12.2019 beantragt waren, können den Qualitätscheck jedoch noch gefördert bekommen (Formular Verwendungsnachweis zum Antrag auf Förderung einer nachträglichen Optimierung). Eine nachträgliche Beantragung ist nicht möglich.

  • 10. Können die förderfähigen Investitionskosten bei einem Mehrfamilienhaus (MFH) je Wohnung angesetzt werden, obwohl nur eine Wärmepumpe installiert wird?

    Beispiel: Bei einem Haus mit 5 Wohneinheiten wären die maximal anzusetzenden förderfähigen Investitionskosten dann 5 x 50.000 Euro:

    Ja, 50.000 Euro gelten je Wohneinheit und auch bei nur einer Anlage in einem MFH steht diese Bewertung. Sofern der Investor der Wärmepumpe auch Eigentümer aller Wohneinheiten ist.

  • 11. Bei Anschluss an ein Wärmenetz (Erdsondenfeld): Wie werden die Kosten für die Quellenerschließung aufgeteilt? Wenn die Erschließung tatsächlich erst nach der Antragstellung erfolgt, können die Kosten prozentual auf die Betreiber aufgeteilt werden?

    •  In der Regel ist vor Erschließungsbeginn der Betreiber noch nicht auszumachen, das heißt, eine Antragstellung im Auftrag des späteren Eigentümers ist nicht möglich. In diesem Fall muss das Unternehmen (Bauträger, Generalunternehmer GU) den gesamten Antrag stellen und unterliegt dann beihilferechtlichen Fördergrundlagen. Bei der Beihilfe nach AGVO sind die Referenzkosten entscheidend. Es gibt keine separate Förderung der Quellenerschließung. Jeder einzelne WP-Besitzer muss einen Antrag vor Vorhabensbeginn stellen.
    • Bei Wärmenetzen besteht die Möglichkeit, über das Förderprogramm Wärmenetze 4.0 Förderung zu erhalten. (siehe anderes Merkblatt). Eine Kumulierung mit dem MAP ist nicht möglich.
    • Wenn der GU die Objekte (Wohneinheiten) veräußert,  muss er angeben (beim neuen Eigentümer) dass er Förderung in Anspruch genommen hat. Das gleiche gilt für Contractoren/ Contracting-Nehmer.
  • 12. Welche Bedingungen gelten für die Förderung beim Austausch einer Öl-Heizung?

    • Bei der Nachrüstung auf ein hybrides System, wenn die Ölheizung drinnen bleibt, erhalte ich  35 % weil der Ölkessel nicht betrachtet wird.
    • Bei der Nachrüstung einer WP auf eine bestehende Ölheizung (Nachrüstung bivalentes System) spielt es keine Rolle, ob das System parallel bivalent oder alternativ bivalent laufen wird.                      
    • Beispiel: Für ein Dreifamilienhaus, welches mit einer Ölheizung beheizt wird, soll nur für eine der Wohnungen eine WP installiert werden. Hier bekommt der Betreiber 35% Förderung, wenn die Ölheizung für die anderen 2 Wohnungen drin bleibt.

     


Antragsverfahren

  • 1. Wann ist ein Förderantrag zu stellen?

    Die Förderanträge müssen generell vor dem Vorhabensbeginn gestellt werden. Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden ist. Dies gilt auch für die Bohrungen für Erdwärmeanlagen. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrags beim BAFA. Die Beauftragung sollte frühestens nach Erhalt der Eingangsbestätigung durch das BAFA unterschrieben werden. Die Eingangsbestätigung wird automatisiert versandt, sobald der elektronische Antrag auf der BAFA-Website abgeschickt wurde, sodass unnötige Wartezeiten vermieden werden. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie die Förderung tatsächlich erhalten, warten Sie mit der Beauftragung bis zum Eingang des Zuwendungsbescheides (das kann einige Wochen dauern).

    Folgende vorbereitende Maßnahmendürfen  vor  dem  oben  definierten  Vorhabensbeginn  durchgeführt werden, ohne die Förderfähigkeit der Gesamtmaßnahme zu beeinträchtigen:

    •  Erstellung eines Gasanschlusses
    •  Erschließungen    der    Wärmequelle    einer    Wärmepumpenanlage    (bei Erdsondenbohrungen einschließlich Abschluss verschuldensunabhängige Versicherung)

    Hinweis: Die Kosten für diese vorbereitenden Maßnahmen sind in diesem Fall nicht förderfähig.

    Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrags beim BAFA. Die Beauftragung sollte frühestens nach Erhalt der Eingangsbestätigung durch das BAFA unterschrieben werden. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie die Förderung tatsächlich erhalten, warten Sie mit der Beauftragung bis zum Eingang des Zuwendungsbescheides (das kann einige Wochen dauern).

     

  • 2. Wo und wie kann ein Förderantrag gestellt werden?

    Der Förderantrag kann nur elektronisch auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Die notwendigen Angaben müssen alle auf der BAFA-Website eingetragen und anschließend abgeschickt werden. Auf dem Postweg muss nur noch eine unterschriebene Erklärung darüber, dass die gemachten Angaben wahrheitsgemäß sind, eingereicht werden. Welche Unterlagen zusätzlich, z.B. als Nachweis über die Erreichung der Fördervoraussetzung einzureichen sind, wird in der Eingabemaske erläutert.

  • 3. Was passiert, wenn die berechnete JAZ im Förderantrag von der gemessenen JAZ abweicht?

    Bei geförderten Wärmepumpenanlagen im Neubau muss nach einem Betriebsjahr ein Qualitätscheck der Anlage gemacht werden. Hierbei muss die berechnete JAZ im Förderantrag mit der im realen Betrieb tatsächlich erreichten JAZ verglichen werden.

    Bei der tatsächlichen JAZ spielt aber neben der Qualität der Anlage auch das Nutzerverhalten eine nicht unerhebliche Rolle. Dieses kann während der Ermittlung der berechneten JAZ nur begrenzt berücksichtigt werden. Abweichungen sind also durchaus normal. Der gewährte Zuschuss wird nicht im Nachhinein zurückgefordert.

    Der Vergleich soll bei erheblichen Abweichungen nach unten einen Anlass dafür bieten, die Anlage noch einmal zu überprüfen, ggf. Optimierungsmaßnahmen vorzunehmen bzw. den Nutzer über Effizienzpotenziale aufzuklären.

  • 4. Muss ich persönlich den Antrag stellen oder kann das ein anderer übernehmen?

    Sie dürfen jemanden, z.B. Handwerker, Anwalt, Verwandter, Nachbar, Energieeffizienzexperten, für das Verfahren bevollmächtigen. Das BAFA kommuniziert dann ausschließlich mit dem von Ihnen Bevollmächtigten.

    Zur Erteilung einer Vollmacht nutzen Sie bitte das entsprechende BAFA-Formular. Dieses muss ausgefüllt und von Ihnen unterschrieben werden. Ihr Bevollmächtigter muss das Formular bei der Antragstellung im elektronischen Antragsformular hochladen.

  • 5. Was ist beim Einbau von Strom- (bzw. Gas-) und Wärmemengenzählern zu beachten?

    Strom- (bzw. Gas-) und Wärmemengenzähler sind so einzubauen, dass die Jahresarbeitszahl im praktischen Betrieb ermittelt werden kann. Das bedeutet:

    • Alle in den Heizungskreislauf und an die Warmwasserbereitung abgegebenen Wärmemengen müssen erfasst werden. Dies kann gegebenenfalls den Einbau mehrerer separater Zähler erforderlich machen.
       
    • Der Stromzähler muss so installiert sein, dass die eingesetzte Strommenge einschließlich der Strommenge für den Betrieb der peripheren Verbraucher, insbesondere der Grundwasserpumpe, der Soleumwälzpumpe, des Notheizstabes und der Regelung ermittelt werden kann. Es wird jedoch auch akzeptiert, wenn der Stromverbrauch für die Regelung nicht von dem Stromzähler der Wärmepumpe erfasst wird. Dies gilt ebenso für Gaswärmepumpen, bei denen die Ermittlung der Jahresarbeitszahl eigentlich auch unter Berücksichtigung des Stromverbrauchs für die Regelung erfolgen soll.

     

  • 6. Wie geht es nach der Antragsstellung weiter?

    Nach Ihrer Antragstellung erhalten Sie eine automatische Eingangsbestätigung - nun können Sie mit der Maßnahme beginnen. Das BAFA prüft nun die Antragsvoraussetzungen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie anschließend den Zuwendungsbescheid. Wenn Sie sichergehen wollen, für Ihre Maßnahme auch eine Förderung zu erhalten, sollten Sie auf den Zuwendungsbescheid warten.

    Auf Grund der erhöhten Nachfrage kann die vollständige Bearbeitungszeit Ihres Antrags zwischen ein paar Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.

    Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides haben Sie 12 Monate Zeit die Maßnahme umzusetzen (Bewilligungszeitraum). Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes ist der Verwendungsnachweis inklusive der Anlagen und Nachweise über das elektronische Formular auf der BAFA-Homepage einzureichen. Kann die Maßnahme nicht innerhalb des Bewilligungszeitraums umgesetzt werden, ist VOR Fristablauf ein formloser Antrag bei der BAFA auf Fristverlängerung zu stellen.

    Für bis zum 31.12.2019 beantragte Maßnahmen gelten die Bestimmungen der Förderrichtlinien vom 11.03.2015. Hier betrug der Bewilligungszeitraum nur 9 Monate.

  • 7. Wie detailliert müssen die Angebote sein auf deren Grundlage die Fördersumme berechnet wird?

    Die Angebote dienen zunächst dazu die förderfähigen Kosten für Einbau und Installation der Wärmepumpe zu ermitteln und müssen während des Antragsverfahrens nicht mehr hochgeladen werden. Daher spielt es eine untergeordnete Rolle wie detailliert die Angebote ausgearbeitet wurden. Wichtig ist in erster Linie, dass sie zu einer adäquaten Einschätzung der anfallenden Kosten führen, damit das Projekt nach der Fertigstellung nicht teurer war als die bewilligte Fördersumme. Demnach dürfen sich Teilleistungen aus den Angeboten noch ändern.

  • 8. Kann bei möglicher Nicht-Einhaltung des Bauplans eine Fristverlängerung für die Förderung beantrag werden?

    Kann die Maßnahme nicht innerhalb des Bewilligungszeitraums umgesetzt werden, ist vor Fristablauf ein formloser Antrag bei der BAFA auf Fristverlängerung (6 Monate) zu stellen.

  • 9. Was ist zu beachten, wenn ein Neubau von einem Generalunternehmer oder Fertighaushersteller errichtet wird?

    Der Antrag kann auch vom Fertighaushersteller/Generalunternehmer direkt gestellt werden, insofern noch kein Endkunde bekannt ist. In diesen Fällen gilt nicht bereits der Abschluss des Bau-/Gebäudevertrags als Vorhabensbeginn, sondern erst die Beauftragung des Fachhandwerkers/Installateurs in Bezug auf die förderfähige Wärmepumpe.

    Fertighaushersteller und Generalunternehmer können den Antrag stellen und müssen den späteren Käufer des Gebäudes über die Inanspruchnahme der Förderung informieren. Sofern Fertighaushersteller oder Generalunternehmer Antragsteller sind, kann der Kosten-Nachweis einfach über Einkaufsrechnungen und Rechnungen der ausführenden Fachbetriebe geführt werden

    Sobald ein Endkunde bekannt ist, ist nur dieser antragsberechtigt. Ob das konkrete Wärmepumpenmodell bereits im Bauvertrag mit dem Endkunden genannt wird, spielt für die Antragstellung keine Rolle. Die Nennung des Wärmepumpentyps im Hausangebot führt nicht zum Ausschluss der Förderfähigkeit. Werden Anträge durch die Gebäudekäufer gestellt, wird auf eine sogenannten "Bauträgerbescheinigung" (vom BAFA als Download bereitgestellt) in Verbindung mit dem Bauvertrag abgestellt. Die Bauträgerbescheinigung, mit welcher der Bauträger die Kosten der förderfähigen Anlage bestätigt, kann so vom Antragsteller im Verwendungsnachweis hochgeladen werden.

     

  • 10. Was müssen Unternehmen bei Antragstellung beachten?

    Für Unternehmen gelten zusätzliche Bedingungen. Antragstellende Unternehmen haben im Rahmen des Marktanreizprogramms ein Wahlrecht zwischen einer Förderung nach der De-minimis-Verordnung oder der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung. Abhängig von der vom Antragsteller gewählten beihilferechtlichen Grundlage variieren die Förderkonditionen.

    De-minimis Beihilfe:

    Mit der Verordnung zu De-minimis Beihilfen wurde festgelegt, dass geringfügige Beihilfen, die über einen Zeitraum von bis zu drei Steuerjahren unterhalb des in der Verordnung genannten Schwellenwertes von 200.000 Euro (im Straßentransportsektor bis zu 100.000 Euro) bleiben, nicht zu notifizieren sind. Der Regelung liegt die Annahme zu Grunde, dass geringfügige Beihilfen regelmäßig keine ernsthaften Auswirkungen auf den Handel und Wettbewerb zwischen den Mitgliedstaaten haben.

    Allgemeine GruppenfreistellungsverordnungAGVO:

    Gemäß AGVO werden bestimmte Gruppen von Beihilfen von der Notifizierungspflicht (Art. 108 Abs. 3 AEU-Vertrag) ausgenommen und sind, sofern die Voraussetzungen der Gruppenfreistellung vorliegen, vom Verbot des Art. 107 Abs. 1 AEU-Vertrag freigestellt. Die staatliche Beihilfe kann somit ohne vorheriges Notifizierungsverfahren (Genehmigung) durch die EU-Kommission durchgeführt werden.

    Die Berechnung der beihilfefähigen Kosten ist abhängig von der Wahl des zu Grunde liegenden Behilferegimes (De-minimis oder AGVO).
    Entscheidet sich das antragstellende Unternehmen für eine De-minimis Förderung entsprechen die förderfähigen Investitionskosten und die Investitionsnebenkosten den beihilfefähigen Kosten. Wird dagegen eine Förderung auf Basis der AGVO gewählt entsprechen die förderfähigen Investitionsmehrkosten und die Investitionsnebenkosten den beihilfefähigen Kosten.

    Das bedeutet:

    Im Rahmen einer De-minimis Förderung entsprechen die beihilfefähigen Kosten den förderfähigen Investitionskosten. Eine Berechnung von Investitionsmehrkosten ist nicht erforderlich. Es können maximal 200.000,-€ an Förderung gewährt werden, hier gilt es allerdings zu beachten, dass die Gesamtsumme aller De-minimis-Beihilfen für ein Unternehmen beziehungsweise einen Unternehmensverbund maximal 200.000 € innerhalb von 3 Steuerjahren betragen darf.

    Im Rahmen einer Förderung nach AGVO entsprechen die beihilfefähigen Kosten den förderfähigen Investitionsmehrkosten inklusive der Investitionsnebenkosten. Um diese zu bestimmen ist über ein Vergleichsangebot zu ermitteln, welche Investitionskosten eine weniger effiziente (Artikel 38 AGVO) oder eine weniger umweltfreundliche (Artikel 41 AGVO) Maßnahme verursacht hätten.
    Weiterhin gilt zu beachten, dass etwaige Förderhöchstgrenzen der AGVO die in der Richtlinie genannten Förderquoten begrenzen. Gibt die Richtlinie für eine Maßnahme beispielsweise eine Förderquote von 40% vor, der zu Grunde zu legende AGVO Artikel allerdings eine maximale Beihilfeintensität von 30%, dann gilt immer die durch die AGVO vorgegebene maximale Beihilfeintensität als anzusetzende Förderquote.

    (Siehe hierzu das Merkblatt des BAFA)

  • 11. Sind Änderungen nach bereits erfolgter Antragsstellung möglich?

    Die Änderung eines Wärmepumpenmodells ist im Antragsverlauf jederzeit problemlos möglich. Wichtig ist nur, dass auch das neue Modell die geforderte Mindest-JAZ erreicht. Es genügt, wenn Änderungen im Rahmen des Verwendungsnachweises anhand der Fachunternehmererklärung, Rechnung und ggf. JAZ-Berechnung kommuniziert werden.

    Anlagenkosten aufgrund veränderter Anlagenkonzepte können in der ersten Antragsstufe angepasst werden. Hier genügt eine kurze Mitteilung, die über den Upload-Bereich hochgeladen werden kann. Liegt bereits ein Zuwendungsbescheid vor, können Anlagenkosten nur noch innerhalb der Widerspruchsfrist von einem Monat korrigiert werden. Dazu muss jedoch Widerspruch gegen den Zuwendungsbescheid eingelegt werden.

    Ändert sich im Antragsverlauf das Fördersegment (z.B. statt Gas-Hybridheizung soll nun eine monovalente Wärmepumpe eingebaut werden), muss ein neuer Antrag gestellt werden. Das Eingangsdatum des zweiten Antrags wird auf das ursprüngliche Antragsdatum zurückgesetzt. Bereits beauftragte Leistungen sind daher unproblematisch.

     


Alt-Anträge

  • 1. Letztes Jahr bestand die Möglichkeit die Bohrung schon vor Antragstellung durchführen zu lassen und dies war nicht schädlich für die Förderung.

    Die Bohrung kann vorher durchgeführt werden – wird dann aber nicht mit gefördert. Die Bohrung kann nur dann bei den förderfähigen Kosten angegeben werden, wenn diese zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht beauftragt wurde. Alle anderen Maßnahmen, die nach dem Zeitpunkt der Förderung gestartet werden, werden gefördert.

  • 2. Ein Kunde hat vor 6 Jahren eine Wärmepumpe gekauft und die damalige Förderung erhalten. Nun ist die Wärmepumpe defekt und er möchte gerne eine neue Wärmepumpe kaufen. Kann er die neuen BAFA-Förderungen beantragen?

    Die Förderung kann normal beantragt werden. Aber, bei der BAFA Förderung gibt es die Verpflichtung, die geförderte Anlage mindestens 7 Jahre zu betreiben, geschieht das nicht, muss ein Teil der damaligen Förderung zurückgezahlt werden. Da die Anlage bereits 6 Jahre lief und die Förderung damals nicht so hoch war, sollte sich die Rückzahlungsforderung in Grenzen halten.

  • 3. Die Auführung der Maßnahmen eines 2019 bewilligten Antrags verzögern sich. Kann erneut Förderung beantragt werden?

    Mit dem damals gestellten Förderantrag hat der Endkunde seine Entscheidung für die Wärmepumpe getroffen. Das damals zugesagte Geld steht ihm daher zur Verfügung. Aus verwaltungsrechtlicher Sicht kann er daher den Antrag nicht mehr zurückziehen und anschließend neu stellen, um nun mehr Geld zu erhalten. Eine solche Möglichkeit ist explizit ausgeschlossen. Es gäbe zwei Möglichkeiten mit Bauverzögerungen umzugehen:

    b)    Der Antragsteller hat 9 Monate Zeit, die Maßnahme umzusetzen und kann diese Frist beim BAFA problemlos per Antrag verlängern. Eine Verlängerung um zunächst 6 Monate ist ohne Probleme möglich. Macht ihr Endkunde davon Gebrauch und setzt die Maßnahme dann entsprechend um, erhält er die damals zugesagte Förderung.

    c)    Der Antragsteller lässt den damaligen Bewilligungszeitraum (9 Monate) sowie die Frist zur Einreichung der Unterlagen verstreichen. Der Zuwendungsbescheid wird daraufhin vom BAFA zurückgezogen. Selbst zurückziehen kann er den Antrag wie oben beschrieben nicht. Anschließend kann er beim BAFA einen neuen Antrag stellen.

(Der BWP übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Inhalte sind freibleibend und unverbindlich.)

Ansprechpartner Förderung

Dr. Björn Schreinermacher

Leiter Politik


Der Förderratgeber gibt einen Überblick über die vielfältigen Fördermaßnahmen für effiziente und klimafreundliche Wärmepumpen seitens des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der KfW-Bank.

Download


BAFA-Merkblatt zu den förderfähigen Kosten

Sie möchten einen Förderantrag für Ihre Wärmepumpe stellen? Im Merkblatt des BAFA sind die förderfähigen Maßnahmen gemäß den aktuellen Förderrichtlinien vom 30. Dezember 2020 aufgestellt. (Stand 26.03.2020)

Download


Liste der Wärmepumpen mit Prüfnachweis

Welche Wärmepumpenmodelle förderfähig sind sehen Sie in der Liste der Wärmepumpen mit Prüfnachweis (Stand 12.06.2020).

Download

Entscheidungshilfe zur Wahl der beihilferechtlichen Fördergrundlage

Spezielle Bedingungen für das Antragsverfahren von Unternehmen.

Download




Fachpartnersuche

Finden Sie hier Handwerker oder Bohrunternehmen für den Einbau Ihrer Wärmepumpe.

Publikationen

Informieren Sie sich zu Wärmepumpen in unseren verbandseigenen Publikationen.

Heizungssanierung

Gut geplant können Wärmepumpen auch im un- oder teilsanierten Altbau eingesetzt werden. Lesen Sie selbst.

Förderrechner

Wie viel Förderung erhalten Sie für Ihre Wärmepumpe? Rechnen Sie hier selbst nach.

Zum Seitenanfang