Förderung für Wärmepumpen ab dem 01.01.2021

Das BAFA und die KFW fördern den Einbau von effizienten Wärmepumpen aus der Bundesförderung effiziente Gebäude und den KfW-Programmen für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Bis Juli 2021 treten zunächst nur die BEG-Einzelmaßnahmen in Kraft, die sich allein auf die Modernisierung (Heizungsaustausch) richten. Im Neubau gibt es keine Einzelmaßnahmen mehr, hier werden Wärmepumpen im Rahmen der Effizienzhäuser gefördert. Damit richten sich die folgenden Ausführungen auf den Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden (Gebäude, deren Bauantrag bzw. Bauanzeige zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt).

Die wichtigsten Änderungen zum 1. Januar 2021:

•    Die Einzelförderung der Wärmepumpe im Neubau (ehem. Innovationsförderung) entfällt. Das betrifft insb. Sole-Wärmepumpen und einige besonders effiziente Luft-Wasser-Wärmepumpen. Auch für kalte Nahwärmenetze ist dies u.U. relevant.

•    Die Förderung für Wärmepumpen in der Modernisierung (Heizungstausch) wird ab dem kommenden Jahr nochmals verbessert. Der Fördersatz bleibt bei 35% – bzw. 45 % beim Ölkesselaustausch. Erfolgt die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans gibt es jedoch zusätzliche fünf Prozentpunkte. Außerdem werden die maximalen förderfähigen Kosten auf 60.000 Euro pro Wohneinheit hochgesetzt. Bei den Einzelmaßnahmen werden zudem Luft-Luft-Wärmepumpen und Lüftungen förderfähig.

•    Eine weitere wichtige Neuigkeit: Bislang war der Ersatz von austauschpflichten Heizungen (ehem. § 10 EneV) von der Förderung ausgenommen – ab dem 01.01. kann dies gefördert werden.

•    Für den Einsatz der Wärmepumpen in der Modernisierung verändern sich einigen der technischen Mindestvoraussetzungen. Das betrifft insbesondere die Umstellung der zentralen Kenngröße für die Anlageneffizienz von der Jahresarbeitszahl zur „jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz“, die aus der Ökodesign-Verordnung stammt.

Für Wärmepumpen, die im Rahmen von KfW-Effizienzhäusern gefördert werden, bestehen keine über die allgemeine Marktzulassung hinausgehenden Mindestanforderungen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unser Serviceteam: service@waermepumpe.de

(Wir informieren nach besten Wissen und Gewissen und auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Dokumente. Für 100 Prozent verbindliche Aussagen wenden Sie sich bitte an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle - BAFA und die KfW Bank. Wir übernehmen keine Haftung.)


Fragenkatalog des BWP (in Bearbeitung):

Allgemeines

  • 1. Wer darf Förderanträge stellen?

    Antragsberechtigt sind folgende Zielgruppen:

    a) Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften;
    b) freiberuflich Tätige;
    c) Kommunale Gebietskörperschaften, kommunale Gemeinde- und Zweckverbände, sowie rechtlich unselbständige Eigenbetriebe von kommunalen Gebietskörperschaften, sofern diese zu Zwecken der Daseinsvorsorge handeln;
    d) Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, zum Beispiel Kammern oder Verbände;
    e) gemeinnützige Organisationen einschließlich Kirchen;
    f) Unternehmen, einschließlich Einzelunternehmer und kommunale Unternehmen;
    g) sonstige juristische Personen des Privatrechts, einschließlich Wohnungsbaugenossenschaften.


    Zu beachten sind die verschiedenen Antragsverfahren

  • 2. Welche Wärmepumpen werden gefördert?

    Grundsätzlich werden Wärmepumpen gefördert, die für die Raumwärme eingesetzt werden. Es ist aber auch möglich, für Kombigeräte, die Trinkwarmwasser und Raumwärme sorgen, zu fördern. Neben solarthermischen und Biomasseanlagen fördert das BAFA effiziente elektrische sowie gasbetriebene Wärmepumpen:
    •    Luft-Wasser Wärmepumpen
    •    Sole-Wasser Wärmepumpen
    •    Wasser-Wasser Wärmepumpen
    •    Gaswärmepumpen
    •    Luft-Luft Wärmepumpen
    •    Sonderformen (z. B. Abwärmenutzung; Direktverdampfung; solare oder solarunterstützte Wärmepumpensysteme)

    Zudem werden Wärmepumpen-Anlagen kombiniert mit Lüftungsgeräten inklusive Wärmerückgewinnung mitgefördert,
    •    sofern förderfähige Wärmepumpen mit Lüftungsgeräten inklusive Wärmerückgewinnung kombiniert und diese Komponenten regelungstechnisch gemeinsam betrieben werden
    •    inklusive erforderlicher Lüftungsleitungen und Lüftungszubehör.

    Darüber hinaus dürfen nur Wärmepumpen, die einen Mindest-COP-Wert aufweisen und diesen durch einen unabhängigen Prüfbericht nachweisen können, gefördert. Eine Liste förderfähiger Wärmepumpen finden Sie bei der BAFA. 

  • 3. Welche allgemeinen Fördervoraussetzungen gibt es?

    Gefördert werden Wärmepumpen, wenn sie:
    •    zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden,
    •    zur Raumheizung von Gebäuden (Warmwasserbereitung muss nicht mehr über eine Wärmepumpe oder andere erneuerbare Energien erfolgen) oder
    •    zur Bereitstellung von Wärme für ein Gebäudenetz (alle versorgten Gebäude gehören einem Eigentümer)

    Bei bivalenten Systemen wird nur der Erneuerbare Anteil gefördert. Dies gilt auch für Ölheizungen, die um eine Wärmepumpe ergänzt werden. Wärmepumpen, die nur zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden, können nur im Bestand als Umfeldmaßnahme gefördert werden, wenn zudem auch das Heizungssystem erneuert wird.

    Zusätzlich zum Einbau der zu fördernden Wärmepumpe ist verpflichtend:
    •    Der Einbau mindestens eines Wärmemengenzählers
    •    Der Einbau eines Stromzählers (Stromverbrauch und Wärmeerzeugung müssen messtechnisch erfasst werden.)
    •    Der Einbau eines Gaszählers (bei gasbetriebenen Wärmepumpen)
    •    Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage
    •    Eine Anpassung der Heizkurve an das entsprechende Gebäude
    •    Bei Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung muss eine verschuldensunabhängige Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden abgeschlossen werden und die Bohrfirma nach DVGW zertifiziert sein.

    Die Erfüllung der Anforderungen ist nachzuweisen. Beim Heizungstausch muss die auszutauschende Heizung mindestens zwei Jahre alt sein. Wenn eine ältere Wärmepumpe gegen eine neuere ausgetauscht wird und für die ältere Wärmepumpe auch Förderung in Anspruch genommen wurde, so muss die ältere Wärmepumpe mindestens sieben Jahre gelaufen sein. Sonst muss die Förderung für die ältere Wärmepumpe anteilig zurückgezahlt werden.

     

     

  • 4. Wie effizient muss die Wärmepumpe sein (in Bestand o. Neubau), um gefördert zu werden?

    Um gefördert zu werden, muss die Wärmepumpe:

    -    Auf der Liste förderfähiger Wärmepumpen der BAFA verzeichnet sein.
    -    Wärmepumpen, die nicht auf der Liste verzeichnet sind, sind förderfähig, wenn sie ebenfalls die technischen Mindestanforderungen der Richtlinie erfüllen:

    • Aufzählung der ETAs

    Wärmepumpen im Neubau benötigen nur die Marktzulassung gemäß Ökodesign-Vorschriften.

     

  • 5. Warum muss der hydraulische Abgleich vorgenommen werden?

    Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs ist Voraussetzung für die Förderung einer Wärmepumpenanlage. Ohne den hydraulischen Abgleich bzw. ohne den entsprechenden Nachweis kann das BAFA den Zuschuss nicht bewilligen und auszahlen. Auch wenn die Durchführung des hydraulischen Abgleichs zusätzlichen Aufwand und weitere Kosten verursacht und so die Investition in „erneuerbare“ Heizungstechnik zunächst verteuert, führen hydraulisch abgeglichene Systeme im Nachhinein zu einem geringeren Energieverbrauch.

  • 6. Welche besonderen Voraussetzungen gibt es für die Erdwärmenutzung?

    Soll eine Erdsonde neu installiert werden, müssen besondere Qualitätskriterien beachtet werden:
    •    Das Bohrunternehmen muss ein W120-2-Zertifikat vorweisen.
    •    Für die Bohrung muss eine verschuldensunabhängige Versicherung abgeschlossen werden.

    Entsprechende Nachweise sind bei der Antragstellung vorzulegen. Eine Versicherungslösung wird vom Bundesverband Wärmepumpe in Kooperation mit der Dr. Friedrich E. Hörtkorn GmbH angeboten. Für die Verlegung von Erdwärme-Kollektoren bestehen keine gesonderten Anforderungen.

     

  • 7. Werden auch Wärmepumpen mit Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen gefördert?

    Über das Förderprogramm des BAFA werden reine PV-Anlagen nicht gefördert. In vielen Fällen ist die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) dennoch sinnvoll. Auf diese Weise kann ein Teil des PV-Ertrags im eigenen Haus verbraucht und der Bezug teureren Netzstroms vermieden werden. Natürlich können auch Wärmepumpen, die von der BAFA gefördert werden, mit einer PV-Anlage betrieben werden. Trotz der besseren Energie- und Klimabilanz gelten dieselben Anforderungen. Es können jedoch ggf. Gelder über Programme der KfW Bank eingeworben werden.

    Förderfähig im Förderprogramm des BAFA sind:
    - Solathermie und der thermische Bestandteil von PVT-Anlagen (Photovoltaik-Solarthermie-Hybridanlagen) und
    - PVT-Anlagen (vollständig) sofern der erzeugte Strom zur überwiegenden Eigenversorgung genutzt und keine Vergütung nach dem EEG in Anspruch genommen wird.

    Bei EE-Hybridanlagen im Neubau müssen die jeweiligen Einzelanforderungen eingehalten werden. D.h. es besteht die Möglichkeit, sich z.B. nur die Wärmepumpe fördern zu lassen, und bei Bedarf eine kleinere Solarthermie auf eigene Kosten zuzubauen.

    Erneuerung von Solarthermieanlagen ohne Heizungstausch:
    Auch beim Einbau von Solarthermieanlagen, bei denen nicht gleichzeitig ein Heizungstausch vorgenommen wird, sind viele Umfeldmaßnahmen als Nebenkosten förderfähig, auch z.T. sehr kostenaufwändige wie der Einbau einer Fußbodenheizung. Wichtig ist, dass hierbei alle Maßnahmen der Erhöhung der Energieeffizienz dienen. Hieraus ergeben sich Unterschiede bei der Förderung von heizungsunterstützenden und Warmwasser-Solarthermieanlagen (WW-Solarthermieanlagen). Eine Fußbodenheizung ist bei einer WW-Solarthermieanlage nicht förderfähig, weil formal kein Bezug zur Heizungsanlage besteht, bei einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage als Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz der Heizungsanlage aber schon. Anlagenteile für die Warmwasserbereitung im Gebäudebestand sind demnach auch beim Einbau einer WW-Solarthermieanlagen förderfähig.


Fördersätze

  • 1. Wie hoch sind die Zuschüsse?

    Die Höhe der Zuschüsse ist in einer Förderrichtlinie festgelegt, die vom zuständigen Bundeswirtschaftsministerium erlassen wurde. Ab 2020 wurde auf eine Anteilsförderung umgestellt. Das bedeutet, dass ein bestimmter Prozentsatz der förderfähigen Investitionskosten erstattet wird.

    Folgende Zuschüsse werden gewährt:

    • Wärmepumpen, egal ob Neubau oder Bestand: 35 % der förderfähigen Kosten.
    • Wärmepumpen, wenn hierdurch eine Ölheizung ersetzt wird: 45 % der förderfähigen Kosten.
    • Renewable Ready bis zu 20 %, Gasbrennwertkessel aufrüstbar.
    • Zusätzliche 5 Prozentpunkte wenn Einbau im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans erfolgt.

    Die Höhe der Förderung ist begrenzt durch eine Deckelung der anrechnungsfähigen, förderfähigen Kosten von maximal 60.000 EUR (brutto) pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und von maximal 3,5 Mio EUR (brutto) bei Nichtwohngebäuden. Es können die Bruttokosten einschließlich der Mehrwertsteuer angesetzt werden, außer bei Zuwendungsempfängern die vorsteuerabzugsberechtigt sind, bei denen nur die Nettokosten berücksichtigt werden. Vorsteuerabzugsberechtigte können also maximal 42.016,81 Euro bewilligt werden.

  • 2. Welche Investitionskosten werden als förderfähige Kosten anerkannt?

    Förderfähige Kosten sind die Anschaffungskosten der geförderten Anlage sowie die Ausgaben für Installation und Inbetriebnahme, die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung, sowie Ausgaben für notwendige Umfeldmaßnahmen (Im Antrag "Nebenkosten"). Zu diesen Maßnahmen gehören zum Beispiel die Deinstallation und Entsorgung von Altanlagen, Bohrungen für Erdwärmesonden, Optimierungen des Heizungsverteilsystems, der Austausch von Heizkörpern bzw. der Einbau von Flächenheizungen oder die Installation eines Speichers.

    Bei der Antragstellung müssen Kostenvoranschläge für die Leistungen, die gefördert werden sollen, eingereicht werden. Die Summe der im Antrag angegebenen Kosten ist Grundlage für die Zuwendungsentscheidung. Kosten, die über die bei Antragstellung angegebene Summe hinausgehen, können im Rahmen der Förderung nicht berücksichtigt werden. Wenn die Kosten geringer ausfallen als ursprünglich geplant, wird die Fördersumme gekürzt. Planen Sie daher solide auf der Grundlage eines Kostenvoranschlages mit angemessenem Puffer.

    Förderfähig sind nur Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht beauftragt worden sind. Hierbei können die Bruttokosten einschließlich der Mehrwertsteuer angesetzt werden, außer bei Zuwendungsempfängern die vorsteuerabzugsberechtigt sind.

    Die Höhe der Förderung ist begrenzt durch eine Deckelung der anrechnungsfähigen, förderfähigen Kosten von maximal 60.000 EUR (brutto) pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und von maximal 3,5 Mio EUR (brutto) bei Nichtwohngebäuden. 

    ACHTUNG: Welche Kosten im Einzelnen gefördert werden, ist dem Merkblatt des BAFA zu entnehmen.

  • 3. Wie genau setzt sich der förderfähige Punkt „Kosten für Beratungs-, Planungs- und Baubegleitungsleistungen zusammen?

    Nur Leistungen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erneuerbaren Heizung stehen. Nicht gefördert werden (siehe Merkblatt zu den förderfähigen Kosten): Planungsleistungen zur Gebäudehülle, Statik, Förderberatung, übergreifende Bauleitung/ -überwachung.

  • 4. Werden auch Hybridheizungen mit Wärmepumpen gefördert?

    Gas-Hybridheizungen 30%

    Gefördert wird die Errichtung von Anlagen, die Gas-Brennwerttechnik mit einer oder mehreren Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien (z. B. Solar-, Wärmepumpe-, Biomasseanlage) kombinieren, über eine gemeinsame Steuerung verfügen, sodass ein effizienter Anlagenbetrieb gewährleistet ist, und die in der Anlage zu dieser Richtlinie festgelegten technischen Mindestanforderungen erfüllen. Dabei muss die thermische Leistung des regenerativen Wärmerzeugers einer Hybrid-Anlage mindestens 25 Prozent der Heizlast des versorgten Gebäudes (Gebäudeheizlast) betragen. Die Anlagen müssen überwiegend (d. h. mit mehr als 50 Prozent der erzeugten Wärme) mindestens einem der folgenden Zwecke dienen:

    Warmwasserbereitung, Raumheizung, kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung, die Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz im Sinne von Nummer 5.3 Buchstabe i.


    Erneuerbare Energien-Hybridheizungen (EE-Hybride) 35%

    Gefördert wird die Errichtung von Kombinationen von Heizungssystemen, die jeweils auf der Nutzung von er­neuerbaren Energien basieren (EE-Hybride), also von Kombinationen von Heizungssystemen nach Nummer 5.3 Buchstabe d, e, f oder Buchstabe g. Voraussetzung dafür ist, dass die einzelnen Heizungssysteme aus denen der EE-Hybrid kombiniert wird die jeweils einschlägigen technischen Vorgaben nach Nummer 5.3 Buchstabe d, e, f oder Buchstabe g erfüllen.

    (Erläuterung der Buchstaben siehe Richtilinie BEG EM)

     

     

  • 5. Ist eine gleichzeitige Förderung über das MAP und ein KfW-Programm oder andere möglich?

    Eine Kumulierung der BEG Einzelmaßnahmen mit den KfW-Programmen zur Gebäudesanierung ist grundsätzlich möglich. Das betrifft insbesondere das Programm 151/52 „Effizient Sanieren“. Durch die Kumulierbarkeit kann z.B. der Einbau der Wärmepumpe als BEG Einzelmaßnahmen mit einer Sanierung von Fenster und Decken über die KfW kombiniert werden. Doppelförderungen sind ausgeschlossen.

    Außerdem ist die BEG-Förderung mit Förderprogrammen der Bundesländer kombinierbar, z.B. Progress NRW.

     

  • 6. Können die förderfähigen Investitionskosten bei einem Mehrfamilienhaus (MFH) je Wohnung angesetzt werden, obwohl nur eine Wärmepumpe installiert wird?

    Beispiel: Bei einem Haus mit 5 Wohneinheiten wären die maximal anzusetzenden förderfähigen Investitionskosten dann 5 x 60.000 Euro:

    Ja, 60.000 Euro gelten je Wohneinheit und auch bei nur einer Anlage in einem MFH steht diese Bewertung. Sofern der Investor der Wärmepumpe auch Eigentümer aller Wohneinheiten ist.

  • 7. Welche Bedingungen gelten für die Förderung beim Austausch einer Öl-Heizung?

    • Bei der Nachrüstung auf ein hybrides System, wenn die Ölheizung drinnen bleibt, erhalte ich  35 % weil der Ölkessel nicht betrachtet wird.
    • Bei der Nachrüstung einer WP auf eine bestehende Ölheizung (Nachrüstung bivalentes System) spielt es keine Rolle, ob das System parallel bivalent oder alternativ bivalent laufen wird.                      
    • Beispiel: Für ein Dreifamilienhaus, welches mit einer Ölheizung beheizt wird, soll nur für eine der Wohnungen eine WP installiert werden. Hier bekommt der Betreiber 35% Förderung, wenn die Ölheizung für die anderen 2 Wohnungen drin bleibt.

     


Antragsverfahren

  • 1. Wann ist ein Förderantrag zu stellen?

    Die Förderanträge müssen generell vor dem Vorhabensbeginn gestellt werden. Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden ist. Dies gilt auch für die Bohrungen für Erdwärmeanlagen. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrags beim BAFA. Die Beauftragung sollte frühestens nach Erhalt der Eingangsbestätigung durch das BAFA unterschrieben werden. Die Eingangsbestätigung wird automatisiert versandt, sobald der elektronische Antrag auf der BAFA-Website abgeschickt wurde, sodass unnötige Wartezeiten vermieden werden. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie die Förderung tatsächlich erhalten, warten Sie mit der Beauftragung bis zum Eingang des Zuwendungsbescheides (das kann einige Wochen dauern).

    Folgende vorbereitende Maßnahmendürfen  vor  dem  oben  definierten  Vorhabensbeginn  durchgeführt werden, ohne die Förderfähigkeit der Gesamtmaßnahme zu beeinträchtigen:

    •  Erstellung eines Gasanschlusses
    •  Erschließungen    der    Wärmequelle    einer    Wärmepumpenanlage    (bei Erdsondenbohrungen einschließlich Abschluss verschuldensunabhängige Versicherung)

    Hinweis: Die Kosten für diese vorbereitenden Maßnahmen sind in diesem Fall nicht förderfähig.

    Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrags beim BAFA. Die Beauftragung sollte frühestens nach Erhalt der Eingangsbestätigung durch das BAFA unterschrieben werden. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie die Förderung tatsächlich erhalten, warten Sie mit der Beauftragung bis zum Eingang des Zuwendungsbescheides (das kann einige Wochen dauern).

     

  • 2. Wo und wie kann ein Förderantrag gestellt werden?

    Der Förderantrag kann nur elektronisch auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Die notwendigen Angaben müssen alle auf der BAFA-Website eingetragen und anschließend abgeschickt werden. Auf dem Postweg muss nur noch eine unterschriebene Erklärung darüber, dass die gemachten Angaben wahrheitsgemäß sind, eingereicht werden. Welche Unterlagen zusätzlich, z.B. als Nachweis über die Erreichung der Fördervoraussetzung einzureichen sind, wird in der Eingabemaske erläutert.

  • 3. Muss ich persönlich den Antrag stellen oder kann das ein anderer übernehmen?

    Sie dürfen jemanden, z.B. Handwerker, Anwalt, Verwandter, Nachbar, Energieeffizienzexperten, für das Verfahren bevollmächtigen. Das BAFA kommuniziert dann ausschließlich mit dem von Ihnen Bevollmächtigten.

    Zur Erteilung einer Vollmacht nutzen Sie bitte das entsprechende BAFA-Formular. Dieses muss ausgefüllt und von Ihnen unterschrieben werden. Ihr Bevollmächtigter muss das Formular bei der Antragstellung im elektronischen Antragsformular hochladen.

  • 4. Was ist beim Einbau von Strom- (bzw. Gas-) und Wärmemengenzählern zu beachten?

    Strom- (bzw. Gas-) und Wärmemengenzähler sind so einzubauen, dass die Jahresarbeitszahl im praktischen Betrieb ermittelt werden kann. Das bedeutet:

    • Alle in den Heizungskreislauf und an die Warmwasserbereitung abgegebenen Wärmemengen müssen erfasst werden. Dies kann gegebenenfalls den Einbau mehrerer separater Zähler erforderlich machen.
       
    • Der Stromzähler muss so installiert sein, dass die eingesetzte Strommenge einschließlich der Strommenge für den Betrieb der peripheren Verbraucher, insbesondere der Grundwasserpumpe, der Soleumwälzpumpe, des Notheizstabes und der Regelung ermittelt werden kann. Es wird jedoch auch akzeptiert, wenn der Stromverbrauch für die Regelung nicht von dem Stromzähler der Wärmepumpe erfasst wird. Dies gilt ebenso für Gaswärmepumpen, bei denen die Ermittlung der Jahresarbeitszahl eigentlich auch unter Berücksichtigung des Stromverbrauchs für die Regelung erfolgen soll.

     

  • 5. Wie geht es nach der Antragsstellung weiter?

    Nach Ihrer Antragstellung erhalten Sie eine automatische Eingangsbestätigung - nun können Sie mit der Maßnahme beginnen. Das BAFA prüft nun die Antragsvoraussetzungen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie anschließend den Zuwendungsbescheid. Wenn Sie sichergehen wollen, für Ihre Maßnahme auch eine Förderung zu erhalten, sollten Sie auf den Zuwendungsbescheid warten.

    Auf Grund der erhöhten Nachfrage kann die vollständige Bearbeitungszeit Ihres Antrags zwischen ein paar Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.

    Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides haben Sie 24 Monate Zeit die Maßnahme umzusetzen (Bewilligungszeitraum). Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes ist der Verwendungsnachweis inklusive der Anlagen und Nachweise über das elektronische Formular auf der BAFA-Homepage einzureichen. Kann die Maßnahme nicht innerhalb des Bewilligungszeitraums umgesetzt werden, ist VOR Fristablauf ein formloser Antrag bei der BAFA auf Fristverlängerung zu stellen.

    Für bis zum 31.12.2019 beantragte Maßnahmen gelten die Bestimmungen der Förderrichtlinien vom 11.03.2015. Hier betrug der Bewilligungszeitraum nur 9 Monate.

  • 6. Wie detailliert müssen die Angebote sein auf deren Grundlage die Fördersumme berechnet wird?

    Die Angebote dienen zunächst dazu die förderfähigen Kosten für Einbau und Installation der Wärmepumpe zu ermitteln und müssen während des Antragsverfahrens nicht mehr hochgeladen werden. Daher spielt es eine untergeordnete Rolle wie detailliert die Angebote ausgearbeitet wurden. Wichtig ist in erster Linie, dass sie zu einer adäquaten Einschätzung der anfallenden Kosten führen, damit das Projekt nach der Fertigstellung nicht teurer war als die bewilligte Fördersumme. Demnach dürfen sich Teilleistungen aus den Angeboten noch ändern.

  • 7. Kann bei möglicher Nicht-Einhaltung des Bauplans eine Fristverlängerung für die Förderung beantrag werden?

    Kann die Maßnahme nicht innerhalb des Bewilligungszeitraums umgesetzt werden, ist vor Fristablauf ein formloser Antrag bei der BAFA auf Fristverlängerung (max. 24 Monate) zu stellen.

  • 8. Was müssen Unternehmen bei Antragstellung beachten?

    Für Unternehmen gelten zusätzliche Bedingungen. Antragstellende Unternehmen haben im Rahmen des Marktanreizprogramms ein Wahlrecht zwischen einer Förderung nach der De-minimis-Verordnung oder der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung. Abhängig von der vom Antragsteller gewählten beihilferechtlichen Grundlage variieren die Förderkonditionen.

    De-minimis Beihilfe:

    Mit der Verordnung zu De-minimis Beihilfen wurde festgelegt, dass geringfügige Beihilfen, die über einen Zeitraum von bis zu drei Steuerjahren unterhalb des in der Verordnung genannten Schwellenwertes von 200.000 Euro (im Straßentransportsektor bis zu 100.000 Euro) bleiben, nicht zu notifizieren sind. Der Regelung liegt die Annahme zu Grunde, dass geringfügige Beihilfen regelmäßig keine ernsthaften Auswirkungen auf den Handel und Wettbewerb zwischen den Mitgliedstaaten haben.

    Allgemeine GruppenfreistellungsverordnungAGVO:

    Gemäß AGVO werden bestimmte Gruppen von Beihilfen von der Notifizierungspflicht (Art. 108 Abs. 3 AEU-Vertrag) ausgenommen und sind, sofern die Voraussetzungen der Gruppenfreistellung vorliegen, vom Verbot des Art. 107 Abs. 1 AEU-Vertrag freigestellt. Die staatliche Beihilfe kann somit ohne vorheriges Notifizierungsverfahren (Genehmigung) durch die EU-Kommission durchgeführt werden.

    Die Berechnung der beihilfefähigen Kosten ist abhängig von der Wahl des zu Grunde liegenden Behilferegimes (De-minimis oder AGVO).
    Entscheidet sich das antragstellende Unternehmen für eine De-minimis Förderung entsprechen die förderfähigen Investitionskosten und die Investitionsnebenkosten den beihilfefähigen Kosten. Wird dagegen eine Förderung auf Basis der AGVO gewählt entsprechen die förderfähigen Investitionsmehrkosten und die Investitionsnebenkosten den beihilfefähigen Kosten.

    Das bedeutet:

    Im Rahmen einer De-minimis Förderung entsprechen die beihilfefähigen Kosten den förderfähigen Investitionskosten. Eine Berechnung von Investitionsmehrkosten ist nicht erforderlich. Es können maximal 200.000,-€ an Förderung gewährt werden, hier gilt es allerdings zu beachten, dass die Gesamtsumme aller De-minimis-Beihilfen für ein Unternehmen beziehungsweise einen Unternehmensverbund maximal 200.000 € innerhalb von 3 Steuerjahren betragen darf.

    Im Rahmen einer Förderung nach AGVO entsprechen die beihilfefähigen Kosten den förderfähigen Investitionsmehrkosten inklusive der Investitionsnebenkosten. Um diese zu bestimmen ist über ein Vergleichsangebot zu ermitteln, welche Investitionskosten eine weniger effiziente (Artikel 38 AGVO) oder eine weniger umweltfreundliche (Artikel 41 AGVO) Maßnahme verursacht hätten.
    Weiterhin gilt zu beachten, dass etwaige Förderhöchstgrenzen der AGVO die in der Richtlinie genannten Förderquoten begrenzen. Gibt die Richtlinie für eine Maßnahme beispielsweise eine Förderquote von 40% vor, der zu Grunde zu legende AGVO Artikel allerdings eine maximale Beihilfeintensität von 30%, dann gilt immer die durch die AGVO vorgegebene maximale Beihilfeintensität als anzusetzende Förderquote.

    (Siehe hierzu das Merkblatt des BAFA)

  • 9. Sind Änderungen nach bereits erfolgter Antragsstellung möglich?

    Die Änderung eines Wärmepumpenmodells ist im Antragsverlauf jederzeit problemlos möglich. Wichtig ist nur, dass die technischen Mindestanforderungen erfüllt werden (Modell steht auf der BAFA-Liste der förderfähigen Geräte.)

    Anlagenkosten aufgrund veränderter Anlagenkonzepte können in der ersten Antragsstufe angepasst werden. Hier genügt eine kurze Mitteilung, die über den Upload-Bereich hochgeladen werden kann. Liegt bereits ein Zuwendungsbescheid vor, können Anlagenkosten nur noch innerhalb der Widerspruchsfrist von einem Monat korrigiert werden. Dazu muss jedoch Widerspruch gegen den Zuwendungsbescheid eingelegt werden.

    Ändert sich im Antragsverlauf das Fördersegment (z.B. statt Gas-Hybridheizung soll nun eine monovalente Wärmepumpe eingebaut werden), muss ein neuer Antrag gestellt werden. Das Eingangsdatum des zweiten Antrags wird auf das ursprüngliche Antragsdatum zurückgesetzt. Bereits beauftragte Leistungen sind daher unproblematisch.

     


(Der BWP übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Inhalte sind freibleibend und unverbindlich.)


Förderprogramm bis zum 31.12.2020

Ansprechpartner Förderung

Dr. Björn Schreinermacher

Leiter Politik


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Der Förderratgeber gibt einen Überblick über die vielfältigen Fördermaßnahmen für effiziente und klimafreundliche Wärmepumpen seitens des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der KfW-Bank.

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Merkblatt zur Antragstellung


Merkblatt zu den förderfähigen Kosten

Sie möchten einen Förderantrag für Ihre Wärmepumpe stellen? Im Merkblatt des BAFA sind die förderfähigen Maßnahmen gemäß den aktuellen Förderrichtlinien aufgestellt. (Stand 01.01.2021)

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Liste der Wärmepumpen mit Prüfnachweis

Welche Wärmepumpenmodelle förderfähig sind, sehen Sie in der Liste der Wärmepumpen mit Prüfnachweis.

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Entscheidungshilfe zur Wahl der beihilferechtlichen Fördergrundlage

Spezielle Bedingungen für das Antragsverfahren von Unternehmen.

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