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Unser Fragenkatalog

Braucht die Wärmepumpe einen Pufferspeicher, wenn eine Fußbodenheizung vorhanden ist?

Oliver Nick

Wärmepumpen-Profi

Bei einer Fußbodenheizung ist ein <link record:tt_news:297>Pufferspeicher nur dann erforderlich, wenn man eine 100-prozentige Einzelraumregelung installiert. Diese wird nach der <link energiepolitik aktuelle-gesetze-und-richtlinien enev.html enev>EnEV gefordert. „Clevere“ Wärmepumpen-Installateure verzichten auf diese 100-prozentige Einzelraumregelung, indem sie einige (wenige) Heizkreise ständig durchströmen lassen. Das bedeutet dann, dass die Raumtemperatur z.B. nur bei 50 Prozent der Heizkreise geregelt wird. Bei <link>Luftwärmepumpen muss darüber hinaus  beachtet werden, dass ohne Pufferspeicher die Abtauleistung (z.B. bei Abtaubetrieb durch Kältekreis-Umkehr) der Fußbodenheizung entzogen werden muss.

Ideal ist der Einsatz einer modulierenden Wärmepumpe, die die Leistung über die Außentemperatur an den notwendigen Bedarf anpasst, auch für den Abtaubetrieb. Das bedeutet, dass der Verzicht auf einen Puffer-Speicher einen Installateur erfordert, der die Situation einschätzen kann. Man benötigt bei Anlagen ohne Puffer einfach etwas mehr Erfahrung mit Wärmepumpen.

Der Verzicht auf den Speicher kann zu einer höheren Effizienz führen, wenn es richtig gemacht wird. Wir verzichten in unserem Handwerksbetrieb „wo es nur geht“ auf den Heizungs-Puffer und setzen dann i.d.R. eine leistungsgeregelte (modulierende) Wärmepumpe ein.

<link http: www.waermepumpen.de fragen antwort article wozu-brauche-ich-einen-pufferspeicher type _blank>Schauen Sie sich auch folgende Frage an: "Wozu brauche ich einen Pufferspeicher?"

Harald Henikl

Heliotherm Wärmepumpentechnik Ges.m.b.H

Bei einem Pufferspeicher stellt sich primär die Frage: Sind die Heizkreise geregelt? Man kann direkt in die Fußbodenheizung gehen, wenn nicht mehr als 20% (Schlafräume) geregelt sind. Da eine Fußbodenheizung ein sehr träges System darstellt, kann man im Neubau locker die Sperrzeiten überdauern, ohne dass sich die Raumtemperatur merklich ändert. Sind die Heizkreise geregelt, ist es unumgänglich einen Pufferspeicher in der Größenordnung 30-50l / kW Heizleistung einzubauen.

Ist kein Heizungspuffer vorhanden und die Heizkurve der Wärmepumpe ist höher eingestellt als die der Raumregelung, kann die Spreizung der Wärmepumpe zwischen Vorlauf und Rücklauf über 30 Grad betragen, was im schlimmsten Fall zu einem Hochdruckfehler führen kann. Mit einem Pufferspeicher hat die Wärmepumpe eine konstante Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur von 5 Grad, welches einen optimalen Betriebspunkt des Kältekreises darstellt.

Konrad Rebholz

Elektro Rebholz GmbH – Energietechnik

Die Fragestellung weist bereits auf einige ‚Probleme‘ bei Pufferspeichern hin.

Vor allem ist dazu zu fragen: Was ist abzupuffern und worauf ist grundsätzlich Wert zu legen?

Dazu einige Vorschläge ohne grundsätzliche Wertungsreihenfolge:

  • Bei unterschiedlichen Strompreisen im Tagesverlauf sollte eine berechnete Wärmemenge aus der günstigeren Strompreiszeit abgepuffert werden.
  • Eine Fußbodenheizung ist per se eine günstige Speichermöglichkeit.
  • Zu geringe Einschalt- (Takt-) Zeiten sind zu vermeiden/ abzupuffern, um die Lebensdauer der Wärmepumpe zu erhöhen.
  • Bei kleineren Wärmepumpen (bis ca. 10 Kilowatt Heizleistung) im Bereich Einfamilienhaus sind wandhängende Kleinspeicher mit etwa 100 bis 150 Litern Fassungsvermögen möglich. Diese lassen sich sehr platzsparend unterbringen. In aller Regel egalisieren sie besonders zu häufige Einschalt- (Takt-) Zeiten.
  • Generell ist eine hohe Wärmedämmfähigkeit der Speicher anzustreben. Da gibt es (immer noch) ganz erhebliche Unterschiede, welche dann im ISE-Feldtest aufscheinen.

Stefan Sobotta

Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG

Grundsätzlich ist es bei der Kombination einer Sole-Wasser Wärmepumpe (= erdgekoppelte Wärmepumpe) mit einer Fußbodenheizung nicht zwingend notwendig, zusätzlich einen Pufferspeicher zu integrieren. Es muss lediglich die Mindestwasserumlaufmenge gewährleistet werden. Dies ist z.B. durch Entfallen (auch teilweise) der Einzelraumregelung (Befreiung kann beantragt werden) oder durch eine hydraulische Weiche realisierbar.

Wird die Wärmepumpe durch Sperrzeiten des Versorgungsnetzbetreiber (VNB) vom Netz genommen und dadurch eine Wärmeversorgung durch die Wärmepumpe unterbunden, ist im Unterschied zur Radiatorenheizung eine Pufferung von Wärmeenergie in einem besonderen Behälter (Pufferspeicher) nicht notwendig, da der Estrich in Verbindung mit der Fußbodenheizung über ein ausreichendes Speichervolumen verfügt. Auch die Taktzeiten können bei richtiger Einstellung der Regelparameter (allen voran die Heizungskurve) optimiert werden.


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