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Antworten

Welche Wartungsmaßnahmen sollten regelmäßig und in welchen Zeitintervallen durchgeführt werden?

Marcel Förster

Mitsubishi Electric Europe B.V.

Produktmanager

Es gibt separate Inbetriebnahme- und Serviceprotokolle, die die Hersteller zur Verfügung stellen. Eine Empfehlung von entsprechenden Wartungsarbeiten sind unter anderem in Montage- und Installationsanleitungen integriert.

Oliver Nick

Wärmepumpen-Profi

Die Wartung ist abhängig von der Art der Wärmequelle (Luft, Grundwasser, Erde). Regelmäßig gewartet werden sollten:

  • Ausdehnungsgefäß(e)
  • Wärmetauscher bei Luftwärmepumpen (wg. Verschmutzung durch Pollen, Feinstaub, evtl. Blätter)
  • Kondenswasserabläufe falls vorhanden (wg. Verstopfung)
  • Warmwasserbereitung (z.B. Entkalken von Wärmetauschern)
  • Heizungswasser-Qualität prüfen (wg. Korrosion)
  • Sole-Qualität bei Erdwärmeanlagen (wg. Frostschutz)
  • Grundwasseranlagen: Prüfung der Brunnen-Wasserqualität, sowie die Wasserstände in den Brunnen (diese kann sich verändern)
  • Dichtigkeit der Kältekreise nach ChemKLimaVO abhängig von der Bauart (hermetisch dicht oder nicht) und von der Kältemittelmenge
  • Prüfung der elektrischen Verbindungen (z.B. Klemmen nachziehen)

Je nach Kundenwunsch, Hersteller-Vorgaben und Rechtslage (z.B. ChemikalienKlimaschutzVO ) liegt das Wartungsintervall bei 1-3 Jahren. Bei manchen Anlagen (städtische Grundwasser-Anlagen) muss der Wasserstand des Grundwasserbrunnens halbjährlich festgestellt werden, wegen Auflagen des Landratsamts. Von daher lässt sich leider zum Wartungsintervall keine pauschale Angabe machen.

Peter Kuhl

Bosch Thermotechnik GmbH Buderus Deutschland

Gruppenleiter im nationalen Produktmanagement für Elektro- und Gaswärmepumpen

Prinzipiell ist zu sagen, dass das Heizsystem nicht nur aus der Wärmepumpe, sondern auch aus dem Wärmeverteilsystem und der Warmwasserbereitung inklusive aller Zubehörteile wie Pumpen, Filter, Ausdehnungsgefäße etc. besteht. Die Komponenten des Wärmeverteilsystems und des Wärmeträgers müssen bei Bedarf oder mindestens einmal jährlich geprüft und gereinigt werden.

Dichtheitsprüfungen der Wärmepumpe und Logbuch

Die Prüfintervalle sind abhängig von der spezifischen Menge des vorhandenen Kältemittels in der Wärmepumpe inklusive der Kältemittelleitungen (Splitgeräte). Die EU-Verordnung (EG) 842/2006 vom 17.05.2006 schreibt Dichtheitsprüfungen und das Führen eines Logbuchs bei Wärmepumpen mit folgenden Kriterien vor:

  • Wärmepumpen mit einem hermetisch dichten Kältekreis und einer Füllmenge von über 6 kg müssen jährlich auf Dichtheit geprüft werden.
  • Wärmepumpen mit einem hermetisch dichten Kältekreis müssen eine Kennzeichnung haben.
  • Auf dem Typschild der Wärmepumpen wird die Menge und die Art des Kältemittels aufgeführt.

Je nach Wärmepumpentyp (Luft-Wasser oder Sole / Wasser) sind noch zusätzliche Prüfungen / Wartungen durchzuführen:

Luft-Wasser Wärmepumpen:

  • Die Kondensatwanne in der Wärmepumpe und Kondensatablauf regelmäßig auf Verschmutzung/Verstopfung prüfen, um sicher zu gehen, dass das Kondensat ungehindert aus der Wärmepumpe ablaufen kann
  • Ggf. Kondensatwanne und Kondensatablauf reinigen
  • Die Ansaug- und die Ausblasöffnungen müssen in regelmäßigen Abständen (vom Aufstellort abhängig) auf Verschmutzung hin untersucht und bei Bedarf gereinigt werden.

Sole-Wasser Wärmepumpen:

  • Filter des Heizkreises und des Solekreises prüfen (Filter ausbauen und reinigen).
  • Frostschutzgehalt des Solekreises überprüfen

Unabhängig von diesen allgemeinen Wartungshinweisen sind auf jeden Fall die Wartungsvorschriften der jeweiligen Hersteller unbedingt zu beachten.

Björn Wittig

NIBE Systemtechnik GmbH

Mitarbeiter Technischer Innendienst

Um die Effizienz der Wärmepumpenanlage zu gewährleisten, kann der Kunde selbstständig den Anlagendruck und die vorhandenen Kondensatabläufe überprüfen. Nach der Inbetriebnahme durch das Fachhandwerk empfehlen wir die Wärmepumpe 1 Jahr nach der Inbetriebnahme und dann alle 2 Jahre durch einen Fachhandwerker warten zu lassen.

Jens Mischke

Bosch Thermotechnik GmbH - Junkers Deutschland

seit 2007 Leitung Vertrieb Regenerative Produkte

Grundsätzlich sind Wärmepumpen wartungsarme und langlebige Wärmeerzeuger. Dennoch ist eine regelmäßige Wartung der Wärmepumpe und der gesamten Heizungsanlage sehr wichtig für eine möglichst lange Lebensdauer und eine gleichbleibend hohe Effizienz. Außerdem können Probleme frühzeitig erkannt werden. Sollten bei der Wartung Fehler festgestellt und behoben werden, können teure Reparaturen durch Folgeschäden vermieden werden.

Eine Wartung von Wärmepumpenanlagen beinhaltet unter anderem folgende Arbeiten:

  • Reinigung und Funktionsüberprüfung der Wärmepumpenanlage
  • Überprüfen der Sicherheitsventile und Füllstände von Heizung, Wasser und der Wärmequelle (bei Sole-Wasser-Wärmepumpen)
  • Kontrolle und Reinigung der Zu- und Ableitungen
  • Reinigung der Kondensatwanne und des Kondensatwasserablaufs
  • Überprüfung der Einstellungen der Heizungsregelung und der Schaltzeiten
  • Sichtprüfung der Steckverbindungen der Steuerungselektronik
  • Reinigung der Wärmetauscher bei Luft-Wasser-Wärmepumpen
  • Am Kältekreislauf wird der Füllstand und die Dichtigkeit des Kältemittelkreises geprüft

Grundsätzlich ist bei allen Herstellern von Wärmepumpenanlagen eine regelmäßige Wartung durch eine Fachfirma oder den Werkskundendienst Pflicht.


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