Energieeinsparrecht | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.Energieeinsparrecht | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.

Energieeinsparrecht

Im Neubausektor werden Wärmepumpen bereits verstärkt eingesetzt. In einigen Regionen erreicht allein die Wärmepumpe Anteile von annähernd 50 Prozent. Grund hierfür ist, dass es gesetzliche Anforderungen, nämlich das sogenannte Energieeinsparrecht, für Energieeffizienz und die Nutzung Erneuerbarer Wärme im Neubausektor gibt.

 


Der Gesetzgeber hat für alle Bauherren Vorschriften erlassen, die beim Neubau zu beachten sind. Dazu gehören insbesondere die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG).
Mit der EnEV verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, den Einsatz fossiler Brennstoffe bzw. Primärenergie im Gebäudebereich zu reduzieren. Die EnEV ist das Hauptinstrument zum Vorantreiben des Standes der Technik im Neubau. Sie begrenzt den Primärenergieverbrauch neuer Gebäude und gibt Vorgaben für die Gebäudedämmung. Die letzte EnEV-Novelle trat im Jahr 2014 in Kraft und schreibt einen Effizienzstandard vor, der ungefähr dem Niveau KfW-70 entspricht. Zudem legt die EnEV sog. Primärenergiefaktoren (PEF) für die einzelnen Energieträger fest. Diese sind notwendig, um den Primärenergiebedarf eines Gebäudes errechnen zu können. Aufgrund des dynamischen Ausbaus Erneuerbarer Energien, ist der Primärenergiefaktor für Strom von zuvor 2,4 auf nunmehr 1,8 abgesenkt worden. Es ist daher besonders einfach, die EnEV mithilfe von Wärmepumpe zu erfüllen. 


Weitere Informationen zur EnEV finden Sie in unserem Leitfaden Energieeffizienz

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Mit dem EEWärmeG soll der Anteil Erneuerbarer Wärme bis 2020 auf 14 Prozent gesteigert werden. Daher verpflichtet es Bauherren zur Nutzung regenerativer Energiequellen, wie z.B. der Wärmepumpen, und legt technische Anforderungen für diese fest. Das EEWärmeG ist außerdem die gesetzliche Grundlage für das Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien. 

Häufig wird behauptet, die energetischen Vorgaben im Neubau seien hauptsächlich für die drastischen Preisanstiege für Neubauten und in diesem Zuge für hohe Mieten verantwortlich. Studien belegen, dass insbesondere hohe Grundstückspreise, gestiegene Steuern, der Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft baurechtliche Vorgaben (z.B. zur Stellplatzbereitstellung) die wichtigsten Faktoren für den Baukostenanstieg sind. Natürlich ist auch die Erfüllung der energetischen Vorgaben mit Kosten für die Bauherren verbunden; diese machen allerdings nur einen Bruchteil des Preisanstiegs der letzten Jahre aus und sind zudem mit Einsparungen bei den Heizkosten verbunden. 
 


BWP-Position

Im Sinne des Klimaschutzes müssen die Neubauvorgaben deutlich weiterentwickelt werden, damit neue Gebäude künftig noch weniger Energie verbrauchen und CO2 ausstoßen. Gleichzeitig sollten die Vorgaben deutlich vereinfacht und flexibilisiert werden. So können die Bauherren noch mehr Möglichkeit nutzen, klimaschonende Gebäude zu errichten. Zudem müssen die geltenden Technik- und Qualitätsvorgaben an EU-Recht angepasst werden.

  • Weiterentwicklung des EnEV-Niveaus in Richtung KfW-55-Standard
  • Umstellung der Nebenanforderung auf den Wärmeenergiebedarf
  • Beibehaltung des Primärenergiefaktors Strom 1,8
  • Zusammenführung von EnEV und EEWärmeG zu einem einheitlichen Gesetzeswerk
  • Anpassung technischer Vorgaben zur Vereinbarkeit mit geltendem EU-Recht (v.a. Ökodesign)
  • Strikte Anwendung der Austauschpflicht für veraltete Heizkessel

Ansprechpartner Politik

Michael Koch
Leiter Politik & Stellv. Geschäftsführer


Lars Petereit
Referent Politik



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