BAFA-Förderung für Kälte- und Klimaanlagen

Ebenso wie Heizungen mit Erneuerbaren Energien werden auch effiziente Kälte- und Klimaanlagen (KK-Anlagen) von der Bundesregierung gefördert. Auch Wärmepumpen-Systeme können davon profitieren.

  • 1. Was wird gefördert?

    1. Was wird gefördert?

    Das Förderprogramm adressiert energieeffiziente und klimaschonende Kälte- und Klimaanlagen zur ausschließlichen Kältebereitstellung/Klimatisierung bzw. zur integrierten Kühlung und Heizung. Gefördert werden:

    Beratungsleistungen

    • IST-Gutachten für bestehende KK-Anlagen
    • PLAN-Gutachten für neue bzw. zur Energieeffizienzsteigerung bestehender KK-Anlagen
    • Erstellung von Rohleitungs- und Instrumentenfließbilder
    • Beschreibung von Funktion und Einsatzzweck einer kältetechnischen Anlage

    Investitionsmaßnahmen: Neue Anlagen und Sanierungen

    • Kompressions-Kälteanlagen (5-150 kW*)

      • Für den Supermarktbereich NK, TK, Pluskühlung
      • Für Gewerbe / Industrie NK, TK

    • Kompressions-Klimaanlagen (10-150 kW*)

      • Für Gebäude-, Produktions- und Serverkühlung

    • Sorptionskälte- und –klimaanlagen (5-500 kW**)

      • Für Gebäude-, Produktions- und Serverkühlung

    • Anlagen zur Kühlung und Heizung in einem integrierten Gerät oder System (5-150 kW***)
    • Maßnahmen zur Abwärmenutzung aus Kälteanlagen (Wichtig! Nur als Bonus!)

    * elektrische Antriebsleistung des oder der Verdichter

    ** Kälteleistung

    *** elektrische Leistungsaufnahme

  • 2. Wer ist antragsberechtigt?

    2. Wer ist antragsberechtigt?

    Antragsberechtigt sind:

    • Unternehmen
    • Gemeinnützige Organisationen
    • Kommunen sowie kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe
    • Schulen, Krankenhäuser und kirchliche Einrichtungen

    Der Antragsteller muss entweder Eigentümer, Pächter oder Mieter des betreffenden Grundstücks sein oder von diesem mit der Antragstellung beauftragt werden (Contractoren).

  • 3. Wie hoch ist die Förderung?

    3. Wie hoch ist die Förderung?

    Beratungsleistungen:

    • 80% der in Rechnung gestellten Kosten für die Erstellung des IST- und/oder PLAN-Gutachtens
    • max. 1.000 EUR

    Basisförderung Investitionen – Sanierung einer bestehenden Anlage:

    Um eine Sanierung handelt es sich, wenn eine funktionsfähige Anlage im Sinne der Richtlinien saniert wird, und wesentliche kältetechnische Elemente dieser Anlage weiter betrieben werden.

    • 15% der Nettoinvestitionskosten, wenn…

      • der Energieeffizienz-Status mind. 85% der Maximalpunktzahl erreicht,
      • ein Kältemittel mit GWP < 2.500 verwendet wird.

    • 20% der Nettoinvestitionskosten, wenn…

      • der Energieeffizienz-Status mind. 85% der Maximalpunktzahl erreicht,
      • ein halogenfreies Kältemittel verwendet wird

    • max. 100.000 EUR


    Basisförderung Investitionen – Neue Anlagen:

    Es handelt sich um eine Neuanlage, wenn am Standort bisher keine KK-Anlage vorhanden war oder eine bestehende Anlage vollständig demontiert wird. Auch solche neue Anlagen, die von bestehenden unabhängig betrieben werden, fallen in diese Kategorie.

    • 20% der Nettoinvestitionskosten, wenn…

      • der Energieeffizienzstatus mindestens 95% der Maximalpunktzahl erreicht,
      • ein halogenfreies Kältemittel verwendet wird

    • 25% der Nettoinvestitionskosten, wenn…

      • Sorptionskälteanlagen eingesetzt werden,
      • Wärme aus KWK-Anlagen oder Abwärme (z.B. aus Solaranlagen, Fern- oder Nahwärme) verwendet werden,
      • Leistungsbedarf aller elektrischen Zusatzverbraucher (außer Kaltwasserverteilung) maximal 10% der bereitgestellten Kälteleistung

    • max. 100.000 EUR

    Bonusförderung

    • 15% der Nettoinvestitionskosten für Wärmeübertrager
    • 20% der Nettoinvestitionskosten für Wärmepumpen, wenn…

    • 25% der Nettoinvestitionskosten für Wärmepumpen, wenn…

    • max. 50.000 EUR

    Nähere Informationen zu den förderfähigen Kosten finden Sie hier.
    Bei allen Förderungen ist die Einbindung eines Sachkundigen für Klima- und Kälteanlagen Pflicht!

  • 4. Gibt es Höchstgrenzen für die Förderung?

    4. Gibt es Höchstgrenzen für die Förderung?

    BAFA-Grenze

    Pro Förderantrag gewährt das BAFA max. 100.000 EUR.

    De-minimis-Regel

    Darüber hinaus unterliegt die Förderung der „De-minimis-Regel“:

    • Zusammen mit anderen Fördermitteln dürfen die Zuschüsse, die der Antragsteller in dem betreffenden und den zwei vorausgegangen Steuerjahren erhält, folgende Summen nicht überschreiten:

      • 100.000 EUR für Unternehmen des Straßentransportsektors
      • 15.000 EUR für Unternehmen des Agrarsektors
      • 30.000 EUR für Unternehmen des Fischereisektors
      • 200.000 EUR bei allen anderen Unternehmen.

    Weitere Informationen finden zur „De-minimis-Regel“ finden Sie hier.

    Die De-minimis-Erklärung finden Sie hier.

    Kumulierungsgrenze

    Grundsätzlich ist der BAFA-Zuschuss mit anderen Förderungen kombinierbar. Die Gesamtförderung darf allerdings das Zweifache der von der BAFA gewährten Summe nicht überschreiten.

  • 5. Wer sind Sachkundige für Kälte- und Klimaanlagen?

    5. Wer sind Sachkundige für Kälte- und Klimaanlagen?

    Beratungs- und Planungsleistungen sind von einem Sachkundigen für Klima- und Kälteanlagen durchzuführen, der von der BAFA zum Verfahren zugelassen sein muss. Zugelassen werden nur Meister, Techniker oder Ingenieure mit fundierten Kenntnissen im Kälteanlagenbauerhandwerk und mindestens dreijähriger einschlägiger Berufserfahrung. Eine Liste aller zugelassenen Sachkundigen findet sich auf der Website der BAFA

  • 6. Was ist die Aufgabe von Sachkundigen?

    6. Was ist die Aufgabe von Sachkundigen?

    Für den Erhalt einer Förderung, ist bei der Beratung und Planung ein von der BAFA zugelassener Sachkundiger hinzuzuziehen.

    Beratungsmaßnahmen

    • Erstellung förderfähiger IST- und/oder PLAN-Gutachten

    Investitionen

    • Übermittelung der notwendigen Daten und Unterlagen an die BAFA:

      • IST- und PLAN-Daten
      • Formblatt „Bewertung der Energieeffizienz“
      • Kurzdokumentation der Energieeffizienzmaßnahmen
      • Fließbild
      • Ggf. Beantwortung von Rückfragen

    Weitere Informationen zu den Aufgaben des Sachkundigen finden Sie hier.

  • 7. Wann und wo muss der Antrag gestellt werden?

    7. Wann und wo muss der Antrag gestellt werden?

    Der Antrag muss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht werden. Es müssen die Online-Tools des BAFA verwendet werden. Hier sind die Anträge einzureichen und auch alle notwendigen Unterlagen (auch die der Sachkundigen) hochzuladen.

    Beratungsmaßnahmen

    Anträge auf Beratungsförderung dürfen bis zu 6 Monate nach deren Durchführung gestellt werden.

    Investitionsmaßnahmen

    Anträge auf Investitionsförderung müssen zwingend vor Vorhabensbeginn, also dem Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages, gestellt werden.

    Planungsleistungen dürfen natürlich vor Antragstellung erbracht werden.

    Das Vorhaben darf bereits vor der Zustellung des Zuwendungsbescheides begonnen werden (s. Frage 9).

  • 8. Welche Unterlagen müssen eingereicht werden?

    8. Welche Unterlagen müssen eingereicht werden?

    Das BAFA benötigt für einen vollständigen Förderantrag folgende Unterlagen:

    Antragstellung – vom Antragsteller

    • Antragsdokument
    • Organigramm
    • Handelsregisterauszug

    Antragstellung – vom Sachkundigen

    • Formblatt „Bewertung der Energieeffizienz“
    • Kurzdokumentation Energieeffizienzmaßnahmen
    • Fließbild

    Verwendungsnachweis

    • Verwendungsnachweis-Formular
    • Rechnung(en)
    • De-minimis-Bescheinigung(en)
    • Zuwendungsbescheid(e)
    • Lieferungs- und Leistungsvertrag
    • Wartungsvertrag
    • Inbetriebnahmenachweis
    • Nachweis Einbau Energiezähler

    Die notwendigen Formulare finden Sie hier.

  • 9. Wie läuft das Antragsverfahren ab?

    9. Wie läuft das Antragsverfahren ab?

    Bei Investitionsmaßnahmen gilt das so genannte zweistufige Antragsverfahren. Dieses läuft ab, wie in den untenstehenden Grafiken beschrieben.

    Wichtige Infos

    • Planungsleistungen dürfen natürlich vor Antragstellung erbracht werden.
    • Das Vorhaben darf bereits vor der Zustellung des Zuwendungsbescheides begonnen werden.
    • Die Anlage muss innerhalb von zwölf Monaten nach Antragstellung abgenommen werden (Verlängerung muss beantragt werden).
    • Der Verwendungsnachweis ist innerhalb von drei Monaten nach Abnahme, spätestens jedoch innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Abnahmefrist, vorzulegen.

    Die elektronischen Formulare und den Upload-Bereich finden Sie hier.

    Beachten Sie auch die Anleitung zum Antragsverfahren.

Michael Koch
Referent Politik
Telefon: 030 208 799 719
E-Mail: koch@waermepumpe.de

Weitere Förderprogramme

BAFA-Förderung (MAP)

BAFA-Förderung mit Investitionszuschüssen von bis zu 11.000 EUR für den Austausch einer alten Heizung gegen eine effiziente Wärmepumpe oder den Einsatz einer hocheffizienten Wärmepumpe im Neubau.

Zur BAFA-Förderung

KfW-Förderung

KfW-Förderung mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen für Großwärmepumpen, effiziente Neubauten, Altbausanierung und Einzelmaßnahmen.

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