Wärmepumpen effizienter als konventionelle Heiztechniken – Wissenschaftlicher Feldtest des Fraunhofer ISE belegt Effizienz von Wärmepumpen

08Dezember2008

Wärmepumpen nutzen Energie besser als konventionelle Heiztechniken | BWP fordert stärkere Berücksichtigung des Umweltschutz-Potenzials | Gute Planung und Einstellung der Anlage wichtig

Im Vergleich zu fossilen Heizsystemen sparen die getesteten Wärmepumpen im Durchschnitt Primärenergie. Das ergaben die jetzt veröffentlichten Zwischenergebnisse einer Langzeitstudie des Fraunhofer ISE (Freiburg), die die Effizienz von Wärmepumpen in neuen Einfamilienhäusern untersucht. „Mit dem derzeitigen Primärenergiefaktor des deutschen Stromnetzes von 2,7 nutzen Wärmepumpenanlagen bereits ab einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,5 Primärenergie besser als Gas-Brennwertkessel“, so Marek Miara, Projektleiter vom Fraunhofer ISE. Die getesteten Wärmepumpen erzielten deutlich höhere Werte – abhängig vom Anlagentyp lagen die durchschnittlichen JAZ zwischen 3,0 und 3,7, im reinen Heizbetrieb erzielten Erdwärmeanlagen sogar durchschnittliche JAZ von 4,1. 

„Die Studie zeigt, wie zuverlässig und effizient Wärmepumpen unter realen Bedingungen arbeiten“, so Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP: „Die Aussagen von Herrn Miara belegen einmal mehr, dass die Politik unnötig hohe Hürden für die Nutzung von Wärmepumpen setzt.“ Überhöhte JAZ fordert beispielsweise das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das am 1. Januar 2009 in Kraft tritt: Für Erdreich-Wärmepumpen ist darin eine JAZ von mindestens 3,8 vorgeschrieben. Im Test lagen diese mit durchschnittlich 3,72 geringfügig niedriger – aber weit über 2,5. „Alle getesteten Anlagen leisten einen erheblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die von der Politik geforderten Jahresarbeitszahlen werden dieser Tatsache nicht gerecht. Wir vom BWP fordern, dass das Umweltschutzpotenzial der Wärmepumpe in Gesetzgebung und Förderung angemessen berücksichtigt wird“, so Waning.

Großen Einfluss auf die Effizienz der Wärmepumpenanlagen hat das installierende Handwerk durch eine optimale Einstellungen der Anlage und eine gute Einbindung in das Versorgungssystem des Hauses – das zeigen die detaillierten Messungen der Fraunhofer-Studie: „Eine schlecht eingebundene Wärmequelle oder eine nicht optimale Wärmeverteilung können die Arbeitszahl der Wärmepumpe verringern“, so Marek Miara. „Damit sich die Investition in eine Wärmepumpe für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel auszahlt, sollten gut geschulte und erfahrene Fachleute die Anlage planen und bauen“, rät Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des BWP. Der Bundesverband Wärmepumpe setzt sich für die Qualifizierung von Fachhandwerkern ein und zertifiziert diese nach EU-CERT.HP zu „Zertifizierten Wärmepumpeninstallateuren“. Unter www.waermepumpe.de gibt es eine Übersicht über bereits zertifizierte Installateure.

Das Projekt „WP-Effizienz“ des Fraunhofer ISE läuft bis Sommer 2010. Finanziert wird die Studie zu 50 Prozent durch das Bundeswirtschaftsministerium; zudem beteiligen sich die Energieversorger EnBW Energie AG und E.ON Energie AG sowie die Wärmepumpen-Hersteller Alpha Innotec, Bosch Thermotechnik, Hautec, NIBE, Stiebel Eltron, Vaillant und Viessmann.