Wärmepumpe goes smart

28Februar2013

Smart Grids oder intelligente Energienetze gelten als ein unverzichtbarer Baustein für die Energiewende. Doch ein intelligentes Energiesystem benötigt auch Speicher, spezielle Regelungstechnik sowie entsprechende Produkte, die sich gezielt ansteuern lassen. Haushaltsgeräte bieten in der Theorie großes Potenzial für Lastverschiebungen, aber bislang befinden sich kaum entsprechende Produkte auf dem Markt. Die Wärmepumpen-Branche geht nun voran und präsentiert auf der diesjährigen ISH die ersten Smart Grid-fähigen Wärmepumpen.

Bereits im November letzten Jahres hatte der BWP im Rahmen des 10. Forum Wärmepumpe gemeinsam mit Industrievertretern die Einführung des „SG Ready“ Labels bekannt gegeben. An diesem sollen Verbraucher in Zukunft smarte Wärmepumpen erkennen können. Seit dem 1. Januar 2013 können Wärmepumpen-Hersteller das Label für ihre Smart Grid-fähigen Produkte beantragen. Bis zur Branchenmesse ISH im März wurden bereits über 300 Modelle von 18 Herstellern als „SG Ready“ ausgezeichnet. Eine Liste aller gelabelten Geräte finden Sie auf der BWP-Website.

BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski zeigt sich zufrieden: „Wir setzen natürlich auf intelligente Wärmepumpen. Sie helfen, die Energiewende im Wärme- und Stromsektor gleichzeitig voranzutreiben und bringen für die Verbraucher noch mehr Vorteile.“ Der frühzeitige und massive Einstieg in dieses Feld sei zudem ein Beweis für die Innovationskraft der Wärmepumpen-Hersteller, so Stawiarski weiter.

Smarte Wärmepumpen sollen in Zukunft helfen, Erneuerbaren Strom aus Wind und Sonne besser zu integrieren, indem sie den Stromverbrauch stärker an die fluktuierende Erzeugung anpassen. Diese wird zunehmend statt wetterabhängig und kann nur noch bedingt anhand des Bedarfs gesteuert werden. Aus diesem Grund gibt es Zeiten, in denen zu viel Strom im Netz ist, der auf keine Nachfrage trifft. Dann muss der Strom zu Dumping-Preisen ins Ausland verkauft werden – oder die Anlagen werden abgeregelt, um eine Netzüberlastung zu vermeiden. Da dieser „Wegwerfstrom“ aber dennoch vergütet werden muss, ist das ein teurer Luxus.

Einen Teil dieser Stromüberschüsse sollen „SG Ready“-fähige Wärmepumpen in Zukunft durch gezieltes Zuschalten seitens des Stromversorgers bzw. Netzbetreibers abfangen und als thermische Energie speichern. Auch das zeitweise Abschalten in Zeiten der Stromknappheit wird – wie bereits heute schon – möglich sein. Verbraucher können auf Kosteneinsparungen hoffen, wenn sie zumindest teilweise mit Strom heizen, der sonst keine Abnehmer fände. Komforteinbußen müssen die Nutzer jedoch nicht befürchten: Eine entsprechende Auslegung ihres Heizsystems und die Programmierung des Reglers garantieren, dass es immer warme Räume und heißes Wasser gibt.