Neues Förderprogramm „EnergieBonusBayern“ diskriminiert Wärmepumpen

14September2015

Ohne Wärmewende keine erfolgreiche Energiewende. Denn Heizen und Warmwasserbereitung verursachen 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland und erzeugen damit 20 Prozent des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes. Folgerichtig setzt die bayerische Landesregierung hier mit ihrem 10.000-Häuser-Programm an. Ab dem 15. September können bayerische Eigenheimbesitzer und Bauherren, die ihre Immobilie energetisch optimieren möchten, online Fördermittel beantragen. Das Programm „EnergieBonusBayern“ beinhaltet die zwei Programmteile „Heizungstausch“ und „Energiesystemhaus“.

Die Variante „Energiesystemhaus“ richtet sich an Besitzer eines Ein- oder Zweifamilienhauses, die ihren Altbau energetisch sanieren oder einen energieeffizienten Neubau errichten möchten und dabei moderne Heiz-/Speicher-Systeme mit intelligenter Steuerung einsetzen. Je anspruchsvoller das Bauvorhaben, desto mehr Geld gibt es, bis zu 18.000 Euro sind möglich.  Wer nur seinen 25 bis 30 Jahre alten Heizkessel durch eine moderne Heizung ersetzen will, wird im Programmteil „Heizungstausch“ fündig – es sei denn, er hat sich für eine effiziente Wärmepumpe entschieden. Anders als Biomasse, Solarthermie oder sogar fossile Gas- und Ölbrennwertgeräte gibt es keine Förderung für Wärmepumpen. Eine mehr als fragwürdige Entscheidung findet der Bundesverband Wärmepumpe. Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski verweist auf geltendes nationales und EU-Recht: „Seit 2008 werden Wärmepumpen durch das bundesweite Marktanreizprogramm gleichberechtigt mit Solarthermie und Biomasse gefördert. Bei der ab dem 26. September 2015 in Kraft tretenden Energieeffizienzkennzeichnung für Heizgeräte erhalten Wärmepumpen durchgehend die Bestnoten A+ und A++. Und auch die ab 1. Januar 2016 wirksam werdenden verschärften Anforderungen der Energieeinsparverordnung lassen sich schon heute problemlos mit einer Wärmepumpe erfüllen.“

Das bayerische Förderprogramm ist mit 90 Millionen Euro ausgestattet und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Warum sich der Freistaat entschieden hat, ausgerechnet bei einem Förderprogramm zur Wärmewende, fossile Technologien zu bezuschussen, ruft bei Stawiarski Kopfschütteln hervor: „Da hams an Schmarrn gmacht“.