Hattrick für Brandenburg: erneuter Sieg in der Erdwärme-Bundesliga. Bayern auf Platz zwei, NRW und Baden-Württemberg geteilter Dritter.

08November2012

Mit einem Vorsprung von nur 5 Punkten wird Brandenburg zum dritten Mal in Folge Erdwärme-Meister vor Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Die Gesamtanzahl der geförderten Erdwärmeanlagen ist auf Grund von geänderten Förderbestimmungen jedoch rückläufig.

Brandenburg kann sich erneut über den Meistertitel der erdwärmeLIGA Deutschland freuen. Mit 107 Punkten und damit nur 5 Punkten Vorsprung zum Verfolger Bayern (102 Punkte) fällt die Entscheidung aber so knapp wie noch nie aus. Auf dem geteilten dritten Platz der Rangliste zur Neuinstallation von Erdwärmeanlagen folgen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit jeweils 64 Punkten – ein Punkt entspricht dabei der im vergangenen Jahr installierten Erdwärme-Leistung in Kilowatt pro 100.000 Einwohner. Durch die Berücksichtigung der Einwohnerzahlen siegt das Flächenland Brandenburg, obwohl hier mit einer Leistung von 2.681 kW in absoluten Zahlen deutlich weniger Erdwärme gefördert wurde als in Bayern mit 12.810 kW sowie in NRW mit 11.407 kW bzw. in Baden-Württemberg mit 6.842 kW.

„Dass Brandenburg sich drei Mal in Folge an die Spitze der erdwärmeLIGA setzen konnte, ist ein großer Erfolg für uns,“ betont Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers, der die Auszeichnung am 8. November im Rahmen des vom Bundesverbands Wärmepumpe veranstalteten „Forum Wärmepumpe“ für sein Land entgegennahm. „Damit haben wir deutlich gezeigt, dass die Energiewende für Brandenburg nicht nur eine Worthülse ist, sondern wir aktiv daran arbeiten und den dabei so wichtigen Wärmemarkt nicht vernachlässigen.“  Mit seiner jährlichen Rangliste möchte die erdwärmeLIGA den Bundesländern zeigen, wo sie im Bereich der Erdwärmenutzung im deutschlandweiten Vergleich stehen, und sie  motivieren, die Installationen geothermischer Heizsysteme weiter zu unterstützen.

Grundlage der erdwärmeLIGA sind die Zahlen der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Erdwärmepumpen für das jeweils vergangene Jahr. Das BAFA vergibt im Rahmen des Marktanreizprogramms Fördergelder, um den Einsatz Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt voranzubringen. Jedoch gibt es durch eine Verschärfung der Förderrichtlinien einen deutlichen Abwärtstrend in der Anzahl der geförderten Anlagen. Während im Jahr 2009 noch 17.200 Anlagen mit 170 MW und 2010 immerhin noch 14.100 Erdwärmepumpen mit einer Leistung von 145 MW gefördert wurden, stellte das BAFA im Jahr 2011 nur noch für 3.500 Anlagen mit knapp 40 MW Fördergelder bereit. „Gerade, weil im Zuge der Energiewende immer mehr regenerativer Strom ins Netz integriert werden muss, ist diese Entwicklung kontraproduktiv. Wärmepumpen sind eine Schlüsseltechnologie für Lastmanagement und können im Rahmen von „Smart Grids“ helfen, deutlich mehr Wind- und Solarstrom ins Netz zu integrieren, erklärt Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). „Schon das bisherige Potenzial ist enorm und mit einer Förderung von Wärmepumpen auch für Neubauprojekte könnte man die Energiewende im Strom- und Wärmesektor ein ordentliches Stück voranbringen.“

2011 wurden im gesamten Bundesgebiet 24.400 Erdwärmepumpen installiert. Für Dipl.-Geol. Rüdiger Grimm, Mitglied im Expertengremium der erdwärmeLIGA ist das Potenzial dieser Technologie aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft: „In den letzten Jahren beobachten wir eine Stagnation in der Verwendung erneuerbarer Energie zur Wärmeerzeugung – dabei sind geothermische Heizsysteme oftmals die langfristig günstigere Alternative zu herkömmlichen Heizungen. Zudem erlaubt der Einsatz von Erdwärme auch das Kühlen von Gebäuden im Sommer, was einen enormen Komfortzugewinn darstellt.“

Die Ergebnisse der erdwärmeLIGA-Bundesliga sind ab sofort unter www.erdwaermeliga.de verfügbar.

 

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