Fortsetzung des Marktanreizprogramms mit anderen Mitteln

09Juli2010

Alle Wärmepumpen-Typen werden weiterhin gefördert | Gestiegene Effizienzanforderungen im Altbau, Neubauförderung wird eingestellt

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. begrüßt prinzipiell die Fortführung des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien (MAP), nachdem die Haushaltssperre auf die restlichen 115 Millionen Euro Förderbudget für 2010 aufgehoben wurde. Während beim Heizen mit Solarthermie und Biomasse laut der neuen Förderrichtlinie einzelne Technologien von der Förderung komplett ausgenommen sind, profitieren sämtliche Wärmepumpen-Typen auch weiterhin von Investitionszuschüssen.

Allerdings sei ein klarer Paradigmenwechsel zu verzeichnen: Von einem breitenwirksamen Förderinstrument entwickele sich das MAP zu einer sehr eng angelegten Innovationsförderung, so Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des BWP. Die deutlich gestiegenen Effizienzanforderungen könne man im Altbau nur erfüllen, wenn man mit dem Heizungsaustausch eine teure energetische Gesamtsanierung auf Neubauniveau verbinde. Das bedeute wiederum einen hohen finanziellen Aufwand, der in keinem Verhältnis zu den Fördermitteln stehe, erklärt Stawiarski: „Die Anreize durch die Förderung nehmen spürbar ab. Dabei sind gerade in der Altbauförderung deutliche staatliche Anreize zwingend erforderlich.“ Anlagen in Neubauten sind nun generell von der Förderung ausgeschlossen. Dort gilt allerdings bereits seit 2009 eine Nutzungspflicht für erneuerbare Wärme; für die Sanierung ist eine solche bundesweite Nutzungspflicht bislang nicht in Sicht.

Luft/Wasser-Wärmepumpen müssen für eine Förderung nach dem MAP nun mindestens eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,7 erzielen, Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen JAZ 4,3. Bei der letzten Aktualisierung der Förderbedingungen im Februar 2010 lagen die Effizienzanforderungen für den Altbau noch bei 3,7 bzw. 3,3 für Luft/Wasser-Wärmepumpen. „Den jetzt geforderten JAZ-Werten fehlt jeder Praxisbezug. Dabei spart eine Wärmepumpe bereits ab einer Jahresarbeitszahl von 2,2 Primärenergie ein. Und mit einem steigenden Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien wird die Umweltbilanz immer günstiger!“, so Karl-Heinz Stawiarski. Darüberhinaus sei die Wärmepumpe die einzige im Marktanreizprogramm geförderte Technologie, die ihre Effizienz überhaupt belegen müsse.

Die neue Förderrichtlinie soll in Kürze veröffentlicht werden. Förderanträge können dann ab dem 12. Juli beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Anträge, die bis zum 3. Mai 2010 eingegangen sind und bislang aufgrund fehlender Mittel nicht bearbeitet werden konnten, werden noch nach den alten Richtlinien entschieden.