BWP auf der ISH 2015: Kampagnen-Kick-off „Heizen im grünen Bereich“

23Februar2015

„Energieeffizienz, insbesondere im Gebäudebereich, ist die zweite Säule der Energiewende und von großer Be-deutung für ihr Gelingen“, begründete Bundeswirtschaftsminister Gabriel seine Schirmherrschaft für die ISH 2015. So eindringlich auch die politischen Appelle bisher ausfielen, so wenig tat sich beim Sanierungsstau in den Heizungskellern. Über 70 Prozent der Heizungsanlagen entsprechen nicht dem Stand der Technik und verschwenden damit unnötig Energie.

Das soll sich jetzt ändern: Ab dem 26. September dieses Jahres tritt die EU-Energieverbrauchskennzeichnung für Heizgeräte in Kraft, ab Januar 2016 greifen die um 25 Prozent verschärften primärenergetischen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014).

Diese Initiativen des Gesetzgebers greift der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) in seiner neuen Marketingkampagne „Heizen im grünen Bereich“ auf, die der Verband am 10. März auf der ISH erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. „Effizienz kann nur dann ihre von der Politik zugedachte Rolle als tragende Säule der Energiewende ausfüllen, wenn Bewegung in den Heizungsmarkt kommt“, erläutert Stawiarski. „Das Informationsdefizit der Verbraucher, welche Heizung auch auf längere Sicht die richtige Wahl ist, sehe ich dabei als größte Blockade“, so der BWP-Experte.

Ohne Fachchinesisch: Website, Animationsfilme und Broschüren zu Energielabel und EnEV

Kernstück der Kampagne ist deshalb die Website www.heizen-im-gruenen-Bereich.de (online zur ISH). Hier finden Handwerker und Planer alles Wissenswerte zu den neuen gesetzlichen Vorgaben und wie sie diese spielend mit der Wärmepumpe erfüllen.

Welche Pflichten auf Handwerker durch das EU-Energielabel zukommen und wie sie die neue Kennzeichnungspflicht zum Marketing nutzen können, erklärt der Ratgeber „Das EU-Energielabel in der Praxis", der am Messestand des BWP erhältlich ist. Wer es noch kürzer mag, erfährt in zwei eineinhalbminütigen Animationsfilmen das Wesentliche zu Energielabel und EnEV.

„Wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen erhält der Verbraucher jetzt auch bei Heizungen eine Orientierungshilfe bei der Suche nach energieeffizienten Geräten“, lobt Stawiarski die Brüsseler Entscheidung. „A+ oder besser ist bereits beim Kauf ‚Weißer Ware‘ zur Losung energiebewusster Kunden geworden, dies wird auch bei Heizungen funktionieren“, gibt sich Stawiarski zuversichtlich.

Anders als ihre fossile Konkurrenz erreichen Wärmepumpensysteme beim so genannten „Verbundlabel“, mit dem es Handwerker und Verbraucher in der Praxis überwiegend zu tun haben werden,  in der Regel A+++. Für Gasbrennwertgeräte werden hingegen selbst in Kombination mit Solarthermie die Möglichkeiten des Verbundlabels bei A+ meist ausgereizt sein. Damit bieten die grünen, gelben und roten Pfeile in Zukunft für Fachhandwerker, die ihre Kunden gerne von einer anspruchsvollen regenerativen Heizung überzeugen möchten, ein wichtiges Verkaufsargument. Denn mit der Kennzeichnungspflicht können auch Laien die verschiedenen Heizgeräte hinsichtlich ihrer Energieeffizienz auf einen Blick vergleichen.

Bei der neuen EnEV stößt die Kombination aus Gasbrennwertgerät und Solarthermie ebenfalls an ihre Grenzen. Um die verschärften Vorgaben zu erfüllen, müssten Bauherren, die weiter auf fossile Technik setzen wollen, extra Geld investieren, beispielsweise zusätzlich in eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Eine Wärmepumpe hingegen meistert die neuen Anforderungen quasi „von allein“, da sie davon profitiert, dass im Zuge der EnEV-Novelle der Primärenergiefaktor für Strom zum 1.1.2016 von 2,4 auf 1,8 sinkt. „Damit reagiert der Gesetzgeber auf den wachsenden Teil erneuerbarer Energien in unseren Stromnetzen“, erläutert Stawiarski und ergänzt: „Selbst ein Haus, das vor zehn Jahren nach EnEV-Standard errichtet und dabei mit einer Wärmepumpe ausgestattet wurde, würde dadurch die primärenergetischen Anforderungen der EnEV ab 2016 erfüllen. Der sukzessive Umstieg auf regenerative Stromerzeugung sorgt somit dafür, dass Wärmepumpen den Effizienzstandard eines Hauses – und somit dessen Wert – automatisch „up to date“ halten.