Strompreis fällt unter 4 Cent

12April2013

Deutlicher könnte die aktuelle Problematik des deutschen Strommarkts nicht zu Tage treten, während die Verbraucher unter den Lasten gestiegener Strompreise ächzen, wird Überschussstrom billig ins Ausland exportiert.

Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster teilte  heute mit, dass die Preise an der Leipziger Strombörse erstmals unter 4 Cent pro kWh liegen. Ursache des rasanten Preisverfalls sind die gestiegenen Einspeisungen durch Erneuerbare Energien, welche  im letzten Jahr alle Erwartungen übertroffen haben. Sonnen- und Windreiche Stunden ließen jedoch nicht nur die Preise in Leipzig fallen, sondern belasteten auch die Stromnetze. Diese angespannte Situation müsste nicht sein, wenn der kostengünstige Strom im Wärmemarkt Verwendung finden könnte. Um heimische Netze zu schützen wird die überschüssige  Energie derzeit zu Schnäppchenpreisen ins Ausland verjubelt, anstatt beim ökologischen Heizen Verwendung zu finden. Wärmepumpen bieten sich perfekt für das Lastmanagement an, indem sie den dezentral erzeugten Strom zu Spitzenzeiten in Form von Wärme speichern können. Die sinkenden Preise zeigen den Handlungsspielraum der Politik, durch eine steuerliche Entlastung des Wärmepumpenstroms nicht nur dessen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Gas und Öl zu verbessern, sondern auch das Ausgleichspotenzial zu honorieren. Die aktuelle Situation bietet der Politik nicht nur Anlass, sondern auch genügend Aktionsradius für Veränderungen.