Regierung plant Einsatz intelligenter Zähler - BWP reicht Stellungnahme ein

07Oktober2015

Das Bundeswirtschaftsministerium hat in einem Gesetzentwurf Vorschläge für den Einsatz von Smart Metern gemacht. Der BWP sieht die Pläne kritisch.

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Smart Meter, oder auch intelligente Zähler bzw. Messsysteme, soll es Verbrauchern möglich machen, ihren Energieverbrauch besser zu erfassen und nach Möglichkeit zu senken. Künftig sollen sie außerdem ermöglichen, von flexiblen Strompreisen zu profitieren. Mit einem Gesetz zur "Digitalisierung der Energiewende" will das Bundeswirtschaftsministerium nun festlegen, welche Verbraucher zum Einbau eines Smart Meter verpflichtet werden sollen und was für Kosten dafür erhoben werden dürfen.

Demnach wären alle so genannten "unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen" von der Einbaupflicht betroffen - also alle Wärmepumpen, die mit einem speziellen Wärmepumpe-Tarif betrieben werden. Auch Verbraucher, die pro Jahr mehr als 6.000 kWh Strom beziehen, würden unter die Einbaupflicht fallen. Für den Betrieb der neuen Systeme dürfen die Messstellenbetreiber jährlich bis zu 100 EUR verlangen.

Der BWP sieht die Pläne des Wirtschaftsministerium skeptisch. Hauptkritikpunkt ist, dass Verbraucher für die höheren Messskosten keinen Gegenwert erhielten. Wärmepumpen-Kunden wissen (durch Strom- und Wärmemengenzähler), was ihre Anlage verbraucht und ob diese effizient arbeitet. Flexible Stromtarife, mit denen durch flexiblen Betrieb Geld gespart werden könnte, gibt es noch nicht. Unverständlich ist zudem die Ungleichbehandlung mit anderen Verbrauchern bzw. EEG- und KWKG-Anlagen, die erst oberhalb einer bestimmten Größe der Einbauverpflichtung unterliegen sollen.

In einer Stellungnahme hat der BWP seine Position dargelegt und schlägt vor, Wärmepumpen erst ab einer elektrischen Leistung von mind. 10 kW zur Nutzung eines intelligenten Messsystems zu verpflichten und kleineren Anlagen einen freiwilligen Einbau zu ermöglichen.

 

Referentenentwurf für ein "Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende"

Informationen beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Stellungnahme des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP)