HTW-Studie: Power-to-Gas keine Option für die Wärmewende

21Juni2016

Strom- und Wärmemarkt müssen im Sinne des Klimaschutzes zusammenwachsen. Doch nicht jede Technologie kommt dafür in Frage. Eine Studie der HTW Berlin belegt nun: Energieeffizienz und Wärmepumpen sind der Schlüssel zur Wärmewende. Mittels erneuerbarem Strom hergestelltes Gas (Power-to-Gas) ist dagegen keine Option.

Grafik vergleicht strombasierte Wärmeversorgungssysteme
(c) HTW Berlin/ Volker Quaschning "Sektorkopplung durch die Energiewende"

Um die in Paris beschlossenen Klimaziele einzuhalten, muss Deutschland bis 2040 komplett aus der Nutzung fossiler Brennstoffe aussteigen. Ab 2020 dürfen darum keine Öl- und Gas-Heizungen oder KWK-Anlagen mehr verkauft werden. Für eine klimaneutrale Wärmeversorgung muss einerseits der Wärmebedarf stark gesenkt, die Wärmeversorgung andererseits zum größten Teil auf elektrische Wärmepumpen umgestellt werden. Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren um den Energieexperten Prof. Volker Quaschning. 

Die derzeit vielfach vorgebrachte Idee, Gas-Kessel und KWK-Anlagen künftig mit synthetischem Brennstoff aus Power-to-Gas-Anlagen zu beliefern, lehnen die Wissenschaftler ab. Der Grund: Bei Power-to-Gas geht ein Großteil des eingesetzten Stroms verloren. Auch effiziente Verbrennungstechniken könnten das nicht wieder ausgleichen. Höchstens in Gas-Wärmepumpen könne man solchen Brennstoff in begrenztem Umfang einsetzen. Grundsätzlich soll jedoch die elektrische Wärmepumpe die Hauptrolle spielen, da sie durch die Nutzung von Erd- und Umweltwärme den erneuerbaren Strom am effizientesten nutzen kann. 

Prof. Quaschning betont, dass der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik beschleunigt werden müsse. Nur so könne genügend Öko-Strom erzeugt werden, um die Energieversorgung auch in den Sektoren Wärme und Verkehr auf Erneuerbare Energien umzustellen. Das aktuelle EEG sei dafür jedoch nicht ausreichend, so der Wissenschaftler. 

Die Studie finden Sie hier. BWP-Mitglieder können auf Anfrage eine Kurzzusammenfassung erhalten. Bitte melden Sie sich hierzu in der BWP-Geschäftsstelle bei Herrn Michael Koch (koch@waermepumpe.de)