BWP überzeugt bei Parlamentarischen Frühstück

29November2012

„Wie können wir Strom speichern?“ „Und wie bekommen wir die Kosten der Energiewende in den Griff?“ Es vergeht keine Diskussion zur Energiewende, bei der nicht diese beiden Fragen als zentrale Herausforderungen behandelt würden. Beides betrifft auch die Wärmepumpe. Anlass genug für den Bundesverband Wärmepumpe, die öffentliche Aufmerksamkeit zu nutzen, um die Umwelt- und Wirtschaftspolitiker zu einem Parlamentarischen Frühstück einzuladen, bei dem die Wärmepumpe unter dem Schlagwort „Power-to-heat“ als thermischer Speicher präsentiert wird.

Die begriffliche Nähe zu „Power-to-Gas“, das gerade als neuer Hoffnungsträger gefeiert wird, ist dabei durchaus beabsichtigt. Sechs Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU-Fraktion kamen trotz nächtlicher Debatten zur Griechenlandhilfe am frühen Donnerstagmorgen in die ehrwürdigen Räume der Deutschen Parlamentarische Gesellschaft.

407 Gigawattstunden Windstrom verpufften im vergangenen Jahr ungenutzt und mussten dennoch bezahlt werden, 2010 waren es noch „lediglich“ 150 Gigawattstunden. Der Bedarf an Speichern ist enorm und wird mit dem weiteren Ausbau von Wind- und PV-Anlagen weiter wachsen. Hier sind schnelle Lösungen gefragt.

Die Wärmepumpenbranche hat ihre Hausaufgaben gemacht und ist bereits in Vorleistung gegangen. 17 namhafte Wärmepumpenhersteller haben eine einheitliche Schnittstelle definiert, mit der sich zukünftig Wärmepumpen je nach Bedarf zu- und abschalten lassen. Das Speicherpotential allein mithilfe von Wärmepumpen ist enorm – die Größenordnung eines großen norwegischen Pumpspeicherkraftwerkes bis 2030 wertet eine BMWi-Studie als realistisch. Die Branche sieht noch mehr Möglichkeiten, natürlich immer unter der Bedingung entsprechender Zubauzahlen.

An dieser Stelle geht die Rechnung nicht mehr auf: Die steigenden Strompreise dämpfen das Marktwachstum, hier ist die Politik zum Handeln aufgerufen, um nicht nur der Wärmepumpe, sondern der Energiewende insgesamt zum Durchbruch zu verhelfen. Wie das gehen könnte, hat das Bundeskabinett jüngst gezeigt mit der Verordnung für schaltbare Lasten. Energieintensive Unternehmen erhalten eine „Abschaltprämie“, damit sollen vor allem im Winter die Stromnetze stabilisiert werden. Die Wärmepumpe könnte als Abnehmer für überschüssigen Strom dieses Angebot sinnvoll ergänzen – und dafür von ähnlich günstigen Konditionen profitieren.

Dieser Vorschlag überzeugte die Teilnehmer. Der Bundesverband ist jetzt aufgefordert, dieses Konzept weiter auszuarbeiten und an die entsprechenden Stellen zu verteilen.

407 Gigawattstunden ungenutzter Strom sollten Motivation genug sein, jetzt ist es auch an der Politik, entsprechende Prämien für die Wärmepumpe als Systemdienstleister aufzulegen.