Baukonjunktur entwickelt sich positiv

18April2016

2015 wurden deutlich mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr. Auch für 2016 bietet der Bausektor einen positiven Ausblick: Für das Gesamtjahr rechnen Analysten mit einem deutlichen Wachstum beim Wohnungsbau.

Rohbau-Fertighaus von Bien Zenker
Rohbau-Fertighaus von Bien Zenker

Für 309.000 Wohnungen wurden 2015 Baugenehmigungen erteilt, ein Wachstum von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR hervor. Getragen wird das Wachstum vor allem durch Berlin (plus 16 Prozent) sowie die ländlichen Regionen. In den meisten Großstädten hingegen wurden nicht mehr Genehmigungen erteilt. Die Verlagerung der Neubautätigkeit in den ländlichen Raum legt nahe, dass das Wachstum stark von kleineren Wohngebäuden geprägt wird. Die positive Entwicklung setzt sich anscheinend im aktuellen Jahr fort: Laut Statistischem Bundesamt stieg im Januar die Zahl der Baugenehmigungen um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch hier trieben vor allem kleinere Wohngebäude das Wachstum (plus 33 Prozent). 

Für die Wärmepumpe ist dies eine positive Botschaft: Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus 2014 belegen, dass die Wärmepumpe insbesondere bei neuen Ein- und Zweifamilienhäusern einen hohen Marktanteil (34 Prozent) aufweist, bei Mehrfamilienhäusern und Nichtwohngebäuden ist ihr Anteil hingegen geringer (15 Prozent). Einen genauen Überblick über die Entwicklung der Baugenehmigungen finden Sie beim Statischen Bundesamt.

Für das Gesamtjahr 2016 rechnet die Forschungsabteilung der KfW-Bank, KfW Research, mit 300.000 neu gebauten Wohnungen. Das wären rund 50.000 mehr als im vergangenen Jahr. Der Bedarf an neuen Wohnungen wird allerdings mit 350.000 bis 400.000 beziffert. Diese Größenordnung würde zwar 2016 nicht erreicht werden, 2017 sei dies aber möglich, so die Analysten. Der Grund für die gute Baukonjunktur seien die niedrigen Bauzinsen, die hohen Kapazitäten der Bauwirtschaft, die Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus sowie die geplante Sonderabschreibung für Neubauten.

Die guten Zahlen widerlegen die Behauptungen, die neue EnEV würde durch überzogene Auflagen die Baukonjunktur abwürgen. Mit diesem Argument hatten Ende 2015 einige Verbände und Politiker versucht, das Inkrafttreten der neuen Anforderungen hinauszuzögern.