Änderungen der Förderprogramme für Wärmepumpen in Bayern & NRW

Aktuelle Änderungen der landesspezifischen Förderprogramme für Wärmepumpen in Bayern und NRW

07. März 2017

Die beiden Förderprogramme auf Landesebene sind mit der Förderung (Marktanreizprogramm) durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie durch die KfW-Bank kombinierbar.

Geldscheine und Münzen mit Thermostat
Bildquelle: iStock / AlexRaths

Nordrhein-Westfalen: Programm progres.nrw (Förderung für erdgekoppelte Wärmequellen-Anlagen)

Über diese Förderung hatten wir bereits vor einigen Wochen in einer News informiert. Bislang galt noch die Einschränkung, dass eine Anlage im Neubau nicht zur Erfüllung des EEWärmeG dienen durfte, um förderfähig zu sein. Dies hätte in der Praxis bedeutet, dass nur Neubauten mit KfW-55-Standard oder besser hätten gefördert werden dürfen. Zudem wäre das Antragsverfahren unnötig kompliziert gewesen. Auf diesen Umstand hat der BWP bei der zuständigen Bezirksregierung hingewiesen. 

Diese Anforderung ist nun entfallen. Ab sofort können im Neubau alle Wärmequellen-Anlagen, die die Voraussetzungen erfüllen, gefördert werden (Sonden, Kollektoren, Brunnen). Die Bezirksregierung wird baldmöglichst die angepasste Richtlinie und neue Unterlagen veröffentlichen. 

Weitere Infos finden Sie hier

Leitungsanschlüsse von Erdwärmesonden an Hauswand

Bayern: 10.000-Häuser-Programm

Im 10.000-Häuser-Programm werden in Bayern seit 2015 Maßnahmen im Gebäudebereich gefördert. Im Programmteil „Heizungstausch“ betrifft das den reinen Austausch eines alten Kessels, im Programmteil „EnergieSystemHaus“ besonders energieeffiziente Neubauten und Sanierungsprojekte. Seit dem vergangenen Herbst gab es einen Antragsstopp. Der BWP hat mehrfach kritisiert, dass im Bereich Heizungstausch Wärmepumpen explizit ausgeschlossen wurden und die Anforderungen im EnergieSystemHaus v.a. für Luft-Wärmepumpen unnötig scharf sind. Die Bayerische Staatsregierung hat uns nun über eine Reihe von Verbesserungen speziell für Wärmepumpen informiert:

Heizungstausch: 

  • Ab sofort werden auch hier sog. „energiewirtschaftlich sinnvolle Wärmepumpen“ gefördert. 
  • Diese müssen einen Mindest-COP erfüllen und die Vorlauftemperatur der Anlage wird begrenzt. Außerdem muss das Gebäude eine gewisse thermische Speicherfähigkeit aufweisen (durch Flächenheizung, Estrich; Details folgen). Spezielle Anforderungen an Erdwärmesondenanlagen, vergleichbar mit den Anforderungen des MAP, wird es nicht geben.
  • Luft- und Warmwasser-Wärmepumpen sind leider ausgeschlossen. Hybrid-Wärmepumpen können jedoch wie ein Brennwert-Kessel gefördert werden. 
  • 2017 sollen 5.000 Projekte gefördert werden
  • Weitere Infos finden Sie hier.

EnergieSystemHaus:

  • Luft-Wärmepumpen konnten bisher nur in Kombination mit einer PV-Anlage gefördert werden. Diese Anforderung entfällt künftig für leistungsgeregelte Wärmepumpen, die einen bestimmten COP-Wert überschreiten. 
  • Die Anforderungen im Neubau wurden verschärft, im Bestand bleiben die Anforderungen unverändert. Weiterhin werden nun sog. „Gemeinschaftslösungen“ gefördert, also z.B. die gemeinsame Nutzung eines Speichers durch mehrere Gebäude. 
  • 2017 sollen 1.300 Energiesystem-Häuser gefördert werden, 2018 voraussichtlich 1.700.
  • Weitere Infos finden Sie hier

Die genauen Anforderungen, z.B. hinsichtlich COP’s und Speicherfähigkeit, werden voraussichtlich noch im März 2017 veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass die Unterlagen und Formulare auf den Seiten der Bayerischen Staatsregierung noch nicht aktuell sind. Diese werden baldmöglichst überarbeitet. Voraussichtlich können ab der ersten April-Woche Anträge eingereicht werden. Die Zahl der Förderfälle bleibt jedoch weiterhin begrenzt.

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