Interview Rummeni | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.

Interview zum 14. Forum Wärmepumpe mit Jörg Rummeni

Meine Heizung, mein Haus 24.11.2016

Porträtfoto von Jörg Rummeni

innogy SE

Herr Rummeni, Smart Home sind doch eigentlich nur was für besserverdienende Tech-Freaks. Oder?

Das würde ich so nicht sagen! Smart Home Systeme können heute bereits zu verträglichen Kosten verschiedenste Alltagsabläufe im Haushalt automatisieren und helfen den Komfort zu steigern, Energie einzusparen oder die Sicherheit zu erhöhen. Eine gewisse Technikaffinität war zu Beginn der Smart Home Systeme sicher von Vorteil, aktuelle Entwicklungen zielen aber insbesondere auf den Massenmarkt ab und machen die Bedienung deutlich einfacher.

Warum passen Wärmepumpen besonders gut in intelligente Häuser?

Wärmepumpen haben eine besonders hohe Effizienz. Intelligente Häuser suggerieren einen niedrigen Verbrauch. Allein durch diese Assoziation passen sie schon gut zusammen. Aber nicht nur deshalb. Wärmepumpen mit dem SG ready Label sind ebenfalls intelligent und für künftige Anforderungen des Strom- und Wärmemarktes gewappnet. Kombiniert mit einen Smart-Home-Energiemanagementsystem wird daraus ein Schuh, so dass solche Wärmepumpen noch optimaler betrieben werden.

Was sind die wesentlichen Treiber für Smart Home?

Zur Zeit ist der Haupttreiber für Smart Home Systeme der Einbruchsschutz. Wenn Sie heute ein Smart Home System anbieten, muss es die Funktionen einer Alarmanlage mit Bildaufnahmen durch eine Kamera und Benachrichtigung auf das eigene Smartphone beinhalten. Aber auch die Themen Komfortgewinn und Energieeinsparung punkten bei den Kunden. 

Inwiefern kann ein Energieversorger von diesem Trend profitieren?

Energieversorger profitieren dann von dem Trend, wenn sie glaubhaft darstellen können, dass sie ihre Kunden als Ganzes sehen und mit Smart Home Lösungen anbieten, die dem Kunden helfen, die Energiewende zu Hause umzusetzen. Das bedeutet, der ehemalige Verbraucher ist nicht mehr nur Konsument, sondern optimiert durch z. B. eine eigene PV-Anlage und einen Batteriespeicher seinen Stromverbrauch selbst und speist Strom ins Netz ein. Oder die Wärmepumpenanlage kann künftig von kurzfristigen Strompreisschwankungen profitieren und das Netz entlasten, wenn über das Smart Home System nach Einspeisung entsprechender Marktsignale die Wärmepumpenanlage angesteuert werden kann. Ein Smart Home System, das solche Anforderungen erfüllt, ist dann das Energiemanagementsystem für zu Hause. Der Energieversorger, der solch ein Produkt im Warenkorb hat, erzielt damit eine hohe Kundenbindung.

Zum Interviewpartner

Jörg Rummeni studierte Maschinenbau an der Ruhr-Universität Bochum und der RWTH Aachen. Nach seinem Abschluss im Jahre 1992 begann er seine Berufslaufbahn bei RWE Energie (Kraftwerk Niederaußem). Bis 2003 war er in verschiedenen Projekten bei RWE tätig u.a. Projektleiter Photovoltaikanlagen und Vertriebsstationen. Ab 2004 war er für die RWE Energy AG im Bereich Vertrieb Privatkunden Wärmestromanwendungen aktiv. 

Von 2008 bis 2009 war er für den Bundesverband Wärmepumpe tätig, bevor er wieder zu RWE zurückkehrte. Bei der RWE Effizienz GmbH war er anschließend Projektleiter Windheizung. Rummeni ist Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Wärmepumpe.

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