Grußwort TGA-Award

Forschung & Technik 21. Mai 2014

Grußwort von Dr. Martin Sabel (Quelle: HUSS-MEDIEN)
Grußwort von Dr. Martin Sabel (Quelle: HUSS-MEDIEN)

Grußwort

Guten Abend meine sehr verehrten Damen und Herren,

auch ich begrüße Sie zu diesem Abend, der, wie ich finde, ein richtiges und wichtiges Signal an Bauherrinnen und Bauherren ist. Denn moderne Gebäudetechnik ist ein ganz entscheidender Faktor für die Energiewende in Deutschland und dafür braucht es Vorbilder. Deswegen geht als erstes mein Dank an die Initiatoren des Awards: an das Team der „Modernen Gebäudetechnik“ und an die Sponsoren, die den Award und die „Berliner Energietage“ unterstützen.

Mehr als in den Vorjahren spiegelt das Programm der „Berliner Energietage“ mit seinen zahlreichen Veranstaltungen rund um Gebäudeeffizienz und Bauen, dass die Energiewende nun auch den Wärmemarkt erreicht, wo ein immenses Potenzial zur Energieeinsparung schlummert: Mehr als die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland wird zur Wärmeproduktion genutzt, private Haushalte setzen sogar gut 80 Prozent ihrer Endenergie für Raumwärme und Warmwasser ein.

Um dieses Potenzial zu heben, soll nach den Plänen der Bundesregierung bis 2050 ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden. Sowohl im Neubau – Stichwort Niedrigstenergiegebäude – als auch im Bestand sind daher zukunftsfähige Lösungen zur Wärmebereitstellung und Kühlung gefragt. Und um die geht es heute.

Die Jury des TGA-Awards durfte sich zur Preisvergabe mit einer Reihe solch vorbildlicher Projekte befassen. Von Hotels über Industriebauten bis Bildungseinrichtungen und dem Wohnungsbau war alles dabei. Dass Wärmepumpen in einem Großteil der preistragenden Gebäude verbaut wurden, ist sicherlich kein Zufall. Zum einen ist der Nachhaltigkeitsanspruch derartiger Großprojekte meist überdurchschnittlich, zum anderen wird die TGA-Planung deshalb in der Regel in die Hände ausgewiesener Profis gelegt.

Mit der überarbeiteten Energieeinsparverordnung, der EnEV 2014, und den Durchführungsverordnungen zu Ökodesign und dem Energielabel für Raumheizgeräte haben Bund und EU Änderungen der Gesetzeslage auf den Weg gebracht, die Bauherren und Sanierer zu einem schonenden Umgang mit primärenergetischen Ressourcen verpflichtet. Deshalb gehe ich fest davon aus, dass der Anteil der Wärmepumpen-Projekte unter den Bewerbungen des TGA-Awards weiter zulegen wird.

Da Wärmepumpen einen hohen Anteil regenerativer Umweltenergie nutzen, benötigt eine Wärmepumpen schon ab einer Jahresarbeitszahl über 2,15 weniger Primärenergie als ein Gaskessel. Durch diesen Effizienzvorsprung erreichen Sie beim Energielabel in aller Regel die hohen Labelklassen  von A+ bis A+++. Damit lassen sie die Konkurrenz klar hinter sich. Die wachsenden Anteile Erneuerbarer Energien im deutschen Strommix und der damit verbundenen Anpassung des Primärenergiefaktors werden den Effizienzvorsprung der Wärmepumpe weiter verstärken.

So wurden bei der Überarbeitung der EnEV zwar die primärenergetischen Vorgaben für Neubauten ab 1. Januar 2016 um 25 % verschärft, gleichzeitig aber auch der Primärenergiefaktor für Strom auf 1,8 gesenkt. Dadurch reduziert sich der Primärenergiebedarf von Häusern mit elektrischen Wärmepumpen quasi von allein. Selbst Häuser, die vor 10 Jahren nach damals gültigem EnEV-Standard errichtet wurden, erfüllen die primärenergetischen Vorgaben der EnEV ab 2016 – mit Wärmepumpen baut man eben zukunftssicher.

Ob die Bauherren Ihrem TGA-Planer diese Weitsicht danken? Man weiß es nicht. Deshalb möchte ich dies stellvertretend heute Abend in aller Form tun, wenn wir 10 jetzt Planer mit dem TGA-Award auszeichnen werden. Die Wärmewende, die auf den „Berliner Energietagen“ noch in der Theorie beleuchtet wird, haben Sie praktisch umgesetzt. Sie haben, ebenso wie die vielen Einreichungen, die es heute nicht auf das Siegertreppchen geschafft haben, gezeigt, dass ambitionierte und akribische Planung der Schlüssel zu einem klimaneutralen Gebäudebestand sein kann.

Ich möchte stellvertretend für die gesamte Jury allen Fachplanern, Ingenieuren und Architekten danken, die sich mit ihren zukunftsweisenden und vorbildlichen Objekten beworben haben. Ihr Engagement ist wichtig und richtungsweisend!

Jetzt wünsche ich uns allen einen schönen und inspirierenden Abend und freue mich auf die Vorstellung der Preisträger!


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