Energiepolitik unsichtbar

Forschung & Technik 29. August 2013

Energiepolitik? Auf den Plakaten der Parteien findet man zu dem Thema nicht viel (Quelle: klausoppermann.de)
Energiepolitik? Auf den Plakaten der Parteien findet man zu dem Thema nicht viel (Quelle: klausoppermann.de)

So rückt die CDU, anstatt sich auf die eigenen Klimaziele zu besinnen, mit fröhlichen Menschen die Themen Familie, Arbeit, Altersvorsorge, Wachstum und den Euro in den Vordergrund. Energiewende war gestern - heute sind wir „Gemeinsam erfolgreich“. So steht es auf den Wohlfühlplakaten, die in Punkto Ästhetik und Aussagekraft an Waschmittelwerbung  erinnern.

Nicht nur sauber, sondern rein präsentiert sich auch die FDP auf ihren blitzeblauen Plakaten: Das Führungstrio verspricht „Stärke“ - wahlweise ein starkes Deutschland (Brüderle), eine starke Mitte (Rösler) oder ein starkes Europa (Westerwelle). Das alles natürlich „Nur mit uns“ und ermöglicht auf Basis von Steuersenkungen. Dass die FDP diesen Wahlkampf-Dauerbrenner auch weiterhin nicht an klimarelevante Kriterien koppeln wird, verwundert nicht wirklich.

Gar nicht positiv gestimmt kommen hingegen die SPD-Plakate daher, auch wenn hier „Das Wir entscheidet“. Erwartungsgemäß setzt die Oppositionspartei in ihrer Wahlkampagne auf Angriff: Dreh- und Angelpunkt der sozialdemokratischen Plakatparolen ist dabei der NSA-Skandal, für energiepolitische Kritik ist in der Anti-Merkel-Kampagne offenbar kein Platz.

Immerhin bleiben sich die Grünen treu, was meiner Schnellbilanz unter den aktuell im Bundeskabinett vertretenen Fraktionen zumindest einen Treffer gestattet: Als umweltpolitisches Urgestein darf der grüne Spitzenkandidat Jürgen Trittin auf seinem Plakat versprechen: „Wir bringen neue Energie“. Offenbar verorten einzig und allein die Grünen in ihren oftmals überdurchschnittlich umweltbewegten und gebildeten Wählerkreisen genügend Interesse an unbequemen energiepolitischen Themen, die über den eigenen Gelbeutel hinaus reichen. Das sagt nicht nur eine Menge über die Mechanismen des Wahlkampfes, sondern auch über uns Wähler aus.

Noch sind es ein paar Wochen bis zur Bundestagswahl. Zeit genug also, sich auch inhaltlich mit den Positionen der Parteien vertraut zu machen bevor man sein Kreuzchen setzt. Wer nicht die Muße hat, mehrere Wahlprogramme im Ganzen zu lesen,  darf getrost auf die Veröffentlichung unserer „Wahlprüfsteine“ warten. Aktuell liegt dieser vom BWP entwickelte Kandidaten-Check den Bewerbern von CDU/ CSU, FDP, SPD, den Grünen, der Linken sowie der Piraten Partei vor. In Kürze sind die Antworten der Politiker auf unserer Website nachzulesen.

Auch bei unserem diesjährigen Forum Wärmepumpe steht der Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Mittelpunkt. Um die Auswirkungen der Bundestagswahl 2013 auf unsere Branche besser einordnen zu können, nähert sich das Programm der Zukunft des Wärmemarkts aus verschiedensten Blickwinkeln. Einen ersten Eindruck  welch spannende Diskussionen und Vorträge wir erwarten dürfen, vermittelt Ihnen unsere Programmvorschau.


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