Sektorkopplung | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.

Sektorkopplung

Status Quo

Säulendiagramm

Mit Strom zu heizen galt früher als ökologisch unsinnig. Das Argument: Wegen der Wirkungsgradverluste im Kraftwerk verursacht eine Stromheizung mehr CO2 als ein Heizkessel. Mit der Energiewende haben sich die Vorzeichen geändert:

  • der Ausbau von Ökostromanlagen macht den Strom immer sauberer,
  • heutige Wärmepumpen sind hocheffizient,
  • durch die schwankende Stromerzeugung von Wind- und Photovoltaik-Anlagen kommt es zu Überschüssen von Ökostrom, die sinnvoll verwendet werden müssen (Power-to-Heat).

Die Integration von Strom- und Wärmemarkt gilt daher heute unter dem Schlagwort Sektorkopplung als die Energiewendestrategie. Die Wärmepumpe ist die perfekte Technologie für die Sektorkopplung, denn:

  • Wärmepumpen stoßen immer weniger CO2 aus. Bei hohem Ökostromanteil und hoher Effizienz sind sie klimafreundlicher als alle verbrennungsbasierten Heiztechnologien,
  • Überschüssigen Öko-Strom können Wärmepumpen in Wärme umwandeln und speichern,
  • Wärmepumpen sind die einzige Technologie, die ganzjährig und in großen Stückzahlen nachhaltig eine erneuerbare Wärmeversorgung garantieren kann.
  • Wärmepumpen verbrauchen weniger Strom als andere Technologien und sind daher volkswirtschaftlich besonders günstig.

Ansprechpartner Politik

Michael Koch
Leiter Politik & Stellv. Geschäftsführer
Telefon: 030 208 799 719
E-Mail: koch@waermepumpe.de


Animierte Grafik einer Stadt mit Wärmepumpen und sichtbaren Versorgungsleitungen

Lastmanagement

Erneuerbare Stromerzeugung ist wetterabhängig: Wind- und PV-Anlagen können nur bei entsprechendem Wetter Strom produzieren und richten sich daher nicht nach dem Strombedarf. Mit zunehmenden Anteil des Grünstoms am Strommix kommt es häufiger zu immer größeren Stromüberschüssen oder Zeiten von Strommangel. Um das Stromnetz stabil zu halten und Blackouts zu vermeiden, müssen Erzeugung und Verbrauch ausbalanciert werden. Die Wärmepumpe als flexibler Stromverbraucher ist dazu ein geeignetes Instrument.

Bereits heute werden Wärmepumpen zum Lastmanagement eingesetzt: Versorger dürfen die Wärmepumpe zeitlich begrenzt abschalten, um die Netzstabilität zu sichern (EVU-Sperre). Theoretisch können Wärmepumpen auch helfen, Stromüberschüsse abzufangen (Power-to-Heat). Dem stehen doch Hindernisse entgegen:

  • Fehlender Regulierungsrahmen
  • Eine flexible Belieferung von Wärmepumpen ist derzeit nicht möglich.
  • Es ist ungeklärt, welche Marktteilnehmer unter welchen Umständen Schalthandlungen vornehmen dürfen.
  • Fehlende Geschäftsmodelle: Flexibler Verbrauch muss durch flexible Tarife angereizt werden. Die hohe Belastung des Stroms mit Steuern und Abgaben verhindert deren Einführung.

Studien belegen...

Die Notwendigkeit einer starken Integration von Strom- und Wärmemarkt mithilfe der Wärmepumpe wird von renommierten Energieforschern bestätigt:

Aus diesem Grund muss die Politik Maßnahmen ergreifen, um den Verbrauchern Anreize für die notwendigen Investitionen zu liefern.

Haus mit Solaranlage, Luftwärmepumpe und Ladesäule für Elektroauto
(c) arsdigital / Fotolia

BWPosition

Um die Energie- und Klimaziele zu erreichen, müssen 2,5 Prozent aller Gebäude pro Jahr saniert werden. Damit die Hausbesitzer verstärkt investieren, sollte die Politik für eines sorgen: Effizienz muss sich lohnen! Notwendig dafür:

Intelligente Förderung: Gebäudesanierung und Erneuerbare Wärme werden durch attraktive und an der Lebenswirklichkeit der Hausbesitzer orientierte Förderung angereizt. Mehr Informationen zu Förderpolitik

Entzerrung der Heizenergiepreise: Durch eine Gleichbehandlung von Heizenergieträgern bei Steuern und Abgaben schlägt sich Energieeffizienz in Kosteneinsparungen nieder. Mehr Informationen zu Energiepreisen

Intelligentes Energieeinsparrecht: Der Neubausektor muss eine Vorbildwirkung entfalten. Denn klimafreundliches Bauen lohnt sich auch finanziell. Mehr Informationen zum Energieeinsparrecht

Zur Hebung der Lastmanagement-Potenziale der Wärmepumpe bedarf es der Schaffung eines entsprechenden Marktumfeldes:

  • Anpassung des Strommarktdesigns durch eine Reform des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und durch Erlass entsprechender Durchführungsverordnungen
  • Ermöglichung flexibler, lastvariabler Tarife, z.B. durch Dynamisierung von EEG-Umlage oder Netzentgelten
  • Kleinere Marktakteure sollten alternativ zu flexiblen Tarifen die flexible Fahrweise von Wärmepumpen mit alternativen Modellen vergüten dürfen

Stellungnahme zum Grünbuch "Ein Strommarkt für die Energiewende" vom 27.02.2015

Stellungnahme zum Referententwurf eines "Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende" vom 07.10.2015

Position zum Lastmanagement-Potenzial von Wärmepumpen vom 04.06.2014

Stellungnahme zur geplanten Verordnung für die Schaltung unterbrechbarer Verbrauchseinrichtungen nach §14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vom 03.05.2013


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