Europa

Energiepolitik wird maßgeblich von der Europäischen Union mitbestimmt. Hier werden unter anderem Ausbauziele für Erneuerbare Energien oder Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vereinbart. Auch direkt für den Verbraucher sichbare Regelungen werden hier getroffen, z.B. zum Energylabel. Die auf EU-Ebene beschlossenen Richtlinien, Gesetze und Verordnungen müssen in Deutschland verpflichtend umgesetzt werden.

Die Belange der Wärmepumpe werden in Brüssel von der European Heat Pump Association (EHPA) vertreten, zu deren Gründungsmitgliedern der BWP gehört.

Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RES-Directive)

Seit dem 25. Juni 2009 ist die EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus Erneuerbaren Quellen (EE-RiLi) in Kraft. Sie legt rechtsverbindlich fest, dass in Europa bis 2020 mindestens 20 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammen müssen – die Wärmepumpe wird darin mit den drei Wärmequellen Erde, Wasser und Luft als erneuerbare Energie anerkannt. Um die Zielvorgaben auf europäischer Ebene zu erfüllen, werden den Mitgliedstaaten nationale Ziele vorgeschrieben. So muss Deutschland bis 2020 einen Anteil von 18 Prozent erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch vorweisen. Diese europäischen Zielvorgaben werden in Deutschland unter anderem mit dem Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz umgesetzt.

Energieeffiziente-Gebäude-Richtlinie (EPBD-Directive)

Die EU-Richtlinie macht Vorschläge für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in den Mitgliedsstaaten. Die Richtlinie findet in Deutschland ihren Niederschlag in der EnEV.

Ziel ist, dass nach 2020 nur noch Niedrigstenergiegebäude errichtet werden. Öffentliche Gebäude, die von Behörden als Eigentümer genutzt werden, müssen bereits Ende 2018 den Niedrigstenergiegebäudestandard erfüllen.

Es bleibt den Mitgliedsstaaten überlassen zu definieren, was ein Niedrigstenergiegebäude ist, welche Zwischenziele für neue Gebäude für das Jahr 2015 ausgegeben werden und welche finanziellen oder sonstigen Maßnahmen sie zur Umsetzung des neuen Standards ergreifen möchten.

Energieeffizienz-Richtlinie (EE-Directive)

Die EED hat die Minderung des Energieverbrauchs zum Ziel und legt fest, dass die EU-Staaten bis 2020 ihre Energieeffizienz um 20 Prozent steigern müssen. Die Mitgliedsstaaten sollen zu diesem Z weck pro Jahr 1,5 Prozent Energie einsparen, nationale Effizienzziele festlegen und die Sanierung des Gebäudebestandes beschleunigen.

Die Richtlinie trat am 04.12.2012 in Kraft und hätte bis zum 05.06.2014 in nationales Recht überführt werden müssen. In Deutschland ist dies bisher nicht geschehen. Die EU-Kommission hat daher im Juni 2014 Deutschland eine Abmahnung erteilt.