Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014

Was bringt die Novelle der Energieeinsparverordnung?

Seit bereits mehr als 10 Jahren regelt die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, wie viel Heizenergie ein neu errichtetes Gebäude maximal verbrauchen darf. Am 1. Mai 2014 löste die überarbeitete Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) die Vorgängerversion (EnEV 2009) ab. Schon heute regelt die EnEV 2014 eine weitere, drastische Verschärfung des Neubaustandards für Nichtwohn- und Wohngebäude ab 1. Januar 2016.

  • Die wichtigsten Änderungen der neuen EnEV 2014

    Die wichtigsten Änderungen der neuen EnEV 2014

    • Seit 1. Mai 2014 gilt ein Primärenergiefaktor für Strom von 2,4 (vorher: 2,6). Zum 1. Januar 2016 sinkt dieser auf 1,8.
    • Höhere Gesamteffizienz von Neubauten: der maximal zulässige Primärenergiebedarf von neu gebauten Wohn- und Nichtwohngebäuden wurde zum 1. Mai 2014 um ca. 4 Prozent verschärft. Am ersten 1. Januar 2016 erfolgt eine weitere Verschärfung um 25 Prozent, so dass in Summe die primärenergetischen Anforderungen um fast 28 Prozent gegenüber EnEV 2009 verschärft wurden.
    • Zudem gelten schärfere Anforderungen an die Qualität der Gebäudehülle (Transmissionswärmeverlust).
    • Der Gebäude-Energieausweis von Bestandsbauten gewinnt stark an Bedeutung.

    Durch die Verschärfung der primärenergetischen Vorgaben der EnEV und die Stärkung des Energieausweises will der Gesetzgeber die Energieeffizienz von Gebäuden heben. Ziel ist ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050.

  • Steigen die Baukosten durch die neue Energieeinsparverordnung?

    Steigen die Baukosten durch die neue Energieeinsparverordnung?

    Spätestens, wenn ab Januar 2016 auch die zweite Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV) greift, führt kein Weg an stärkerer Wärmedämmung oder einer besonders sparsamen Heizungsanlage vorbei. Für gut informierte Bauherren muss das Bauen deshalb aber nicht teurer werden. Durch geschickte Planung und die Wahl einer Heizung, die besonders wenig Primärenergie verbraucht, können Mehrkosten sowohl bei Wohngebäuden als auch bei gewerblich oder kommunal genutzten Gebäuden vermieden werden. Da die Verordnung technologieoffen gestaltet ist, können Bauherren selber entscheiden, wie sie die Standards erfüllen.

  • Neubau: Wie vermeide ich höhere Baukosten?

    Neubau: Wie vermeide ich höhere Baukosten?

    Die wichtigste Stellschraube für den Primärenergiebedarf eines Hauses ist die Wahl der Heiztechnik. Das zeigt die Musterrechnung des Bundesverbands Wärmepumpe e.V., der ein Einfamilienhaus zugrunde liegt, dessen Gebäudehülle jeweils exakt den Anforderungen der geltenden Energieeinsparverordnung entspricht.

    Häuser mit elektrischen Wärmepumpen erfüllen auch 2016 die verschärften Effizienzstandards der Energieeinsparverordnung (EnEV) problemlos. Denn die umweltfreundliche Heiztechnik profitiert von dem schrittweise abgesenkten Primärenergiefaktor für Strom, mit dem die Politik auf einen immer klimafreundlicheren Strommix reagiert. Das gibt Bauherren Spielraum bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle und der übrigen Haustechnik: Bei teuren Maßnahmen, wie der Fassadendämmung können sie sich auf die von der EnEV geforderte Mindestqualität beschränken, ohne das Primärenergieziel zu gefährden.

    Die Musterrechnung zeigt aber auch, dass die heute gängige Kombination aus fossiler Brennwertheizung und Solarthermieanlage zur Trinkwassererwärmung den ab 2016 geltenden EnEV-Standard nicht mehr erfüllt. Wer weiter auf fossile Heiztechniken setzt, wird also spätestens bei einem Baubeginn nach dem 1. Januar 2016 gezwungen sein, deutlich mehr Geld in Wärmedämmung und Haustechnik zu investieren, um den EnEV-Nachweis zu erlangen.

  • Die Wahl der richtigen Heiztechnik entscheidet über Baukosten

    Die Wahl der richtigen Heiztechnik entscheidet über Baukosten

    Durch die EnEV-Novelle gelten für neu gebaute Wohngebäude und Nichtwohngebäude verschärfte primärenergetische Anforderungen: Die Gesamteffizienz muss ab 1. Mai 2014 um rund 4 Prozent und ab 1. Januar 2016 sogar um 25 Prozent steigen. Gleichzeitig reagiert der Gesetzgeber mit der Absenkung des Primärenergiefaktors für Strom auf 1,8 auf die Zunahme von Strom aus regenerativen Energien in unseren Stromnetzen. Weil regenerativer Strom aus Windkraft und Photovoltaik einen immer höheren  Anteil am Haushaltstrom bestreiten, werden elektrische Wärmepumpen über ihre Lebensdauer von alleine immer klimafreundlicher: Selbst „Wärmepumpen-Häuser“, die vor 10 Jahren nach damals gültigem EnEV-Standard errichtet wurden, erfüllen die primärenergetischen Vorgaben der EnEV ab 2016 – mit Wärmepumpen baut man eben zukunftssicher.

  • Wärmepumpen machen Wohngebäude, Schulen und Gewerbebau von alleine immer energiesparender

    Wärmepumpen machen Wohngebäude, Schulen und Gewerbebau von alleine immer energiesparender

    Wärmepumpen nutzen einen hohen Anteil regenerativer Umweltwärme zum Heizen, Kühlen und zur Warmwasserbereitung. Deshalb gehen sie schon von Hause aus sparsam mit den primärenergetischen Ressourcen um. Hinzu kommt ein kleiner Anteil Strom als Antriebsenergie – und genau hier steckt der „Trick“: Da im Zuge der EnEV-Novelle auch der Primärenergiefaktor für Strom abgesenkt wird, reduziert sich der Primärenergiebedarf von Häusern mit Wärmepumpe von ganz allein. Mit der schrittweisen Anpassung des Primärenergiefaktors von 2,6 auf 2,4 und schließlich 1,8 bildet die Energieeinsparverordnung (EnEV) den starken Zuwachs von Strom aus regenerativen Quellen in deutschen Netzen ab. Dadurch reduziert sich der Primärenergiebedarf von Häusern mit elektrischen Wärmepumpen quasi von allein. Wie hoch die Primärenergieeinsparung gegenüber fossil befeuerten Kesseln ausfällt, veranschaulicht folgende Grafik:

  • Einsparung Primärenergie durch Wärmepumpen

    Einsparung Primärenergie durch Wärmepumpen

    Für eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4,0 führt der höhere Anteil erneuerbaren Stroms im Strommix zu einer Primärenergieeinsparung von 51 Prozent und ab 2016 von sogar 63 Prozent.
    Warum erfüllen Häuser mit Wärmepumpe problemlos auch künftige EnEV-Standards?

    Bereits heute verbrauchen Wärmepumpen ab einer Jahresarbeitszahl über 2,15 weniger Primärenergie als ein Gaskessel. Durch diesen Effizienzvorsprung erfüllen Häuser mit Wärmepumpe problemlos auch künftige EnEV-Standards. Die weiter wachsenden Anteile Erneuerbarer Energien in unseren Stromnetzen (und der damit einhergehenden Absenkung des Primärenergiefaktors) werden den Effizienzvorsprung der Wärmepumpe weiter verstärken.

    Die Wahl der richtigen Heiztechnik – investiere ich gleich in ein echtes regeneratives Heizsystem oder optimiere ich Gas- oder Ölheizungen über zusätzliche Maßnahmen – entscheidet über zusätzliche Investitionen von mehreren Tausend Euro.

  • Die wichtigsten Änderungen für Planer und Installateure

    Die wichtigsten Änderungen für Planer und Installateure

    • Zum 1. Mai 2014 wurde der Primärenergiefaktor für Strom von 2,6 auf 2,4 gesenkt. Damit reagiert der Gesetzgeber auf den Zuwachs von Strom aus regenerativen Quellen in deutschen Netzen. Dadurch verschärfen sich die primärenergetischen Anforderungen, da der Primärenergiebedarf für die Hilfsenergien (z. B. Pumpenstrom) sinkt. Bezogen auf die EnEV 2009 ergibt sich nach einer Musterrechnung des BWP eine Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen um 4 Prozent.
    • Zum 1. Januar 2016 sinkt der Primärenergiefaktor für Strom auf 1,8. Die primärenergetische Bewertung der Wärmepumpe verbessert sich dadurch deutlich: Selbst Häuser, die vor 10 Jahren nach damals gültigem EnEV-Standard errichtet wurden, erfüllen die primärenergetischen Vorgaben ab 2016.
    • Zum 1. Januar 2016 werden die primärenergetischen Vorgaben für neu gebaute Wohngebäude und Nichtwohngebäude nochmals um 25 Prozent verschärft. Der über das Referenzgebäude ermittelte maximal zulässige Höchstwert des Jahresprimärenergiebedarfs wird mit dem Faktor 0,75 multipliziert. Ab 2021 gilt dann für alle Neubauten der von der EU festgelegte Niedrigstenergiegebäudestandard. Die hierfür gültigen Richtwerte sollen bis Ende 2018 veröffentlicht werden.
    • Ebenfalls zum 1. Januar 2016 werden auch die Anforderungen an die energetische Qualität der Gebäudehülle verschärft. Das Maß hierfür ist der „spezifische, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogene Transmissionswärmeverlust“ eines zu errichtenden Wohngebäudes. Dieser mittlere Wärmedurchgangskoeffizient (HT‘) darf dann den entsprechenden Wert des jeweiligen Referenzgebäudes nicht überschreiten. Dies entspricht im Mittel einer Verschärfung um rund 20 Prozent.
    • Erweitert wurde die Stilllegungspflicht für alte Heizkessel.  Durften bisher öl- und gasbefeuerte Kessel, die vor Oktober 1978 eingebaut wurden, nicht mehr betrieben werden, gilt dies ab dem 1. Januar 2015 auch für solche mit Einbaudatum vor 1985. Generell besteht nun auch für neuere Gas- und Ölkessel eine Pflicht zur Außerbetriebnahme nach 30 Jahren Betriebszeit. Nicht betroffen sind allerdings Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Außer einer Präzisierung bei der Nachrüstung von Wärmedämmungen oberster Geschossdecken gibt es keine weiteren neuen Anforderungen an Bestandsgebäude.
    • Die Bedeutung des Gebäude-Energieausweises wurde gestärkt, es gelten seit 1. Mai 2014 folgende Neuerungen:

      • Die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes wird im Energieausweis künftig nicht mehr nur auf einer Farbverlaufsskala von grün bis rot („Bandtacho“) dargestellt, sondern der Endenergiebedarf bzw. -verbrauch zusätzlich einer Effizienzklasse zugeordnet. Ähnlich wie man es beispielsweise bereits von Staubsaugern und Fernsehgeräten kennt, umfasst die Skala die Klassen A+ bis H. Nach Berechnungen des BWP erreicht ein Standardgebäude mit Sole/Wasser-Wärmepumpe im Energieausweis die Bestnote A+ und mit Luft/Wasser-Wärmepumpe A. Das gleiche Haus mit fossil befeuertem Brennwertkessel und solarer Trinkwarmwassererwärmung hat im Energieausweis ein B, mit einer Pelletheizung hingegen nur D stehen.
      • Diese Zuordnung gilt für neu ausgestellte Energieausweise. Bereits vorliegende Energieausweise ohne Angabe von Effizienzklassen behalten ihre Gültigkeit.
      • Bei Vermietung und Verkauf wird die Angabe der energetischen Kennwerte (z. B. Endenergiebedarf bzw. -verbrauch) in Immobilienanzeigen zur Pflicht. Der Energieausweis muss ab sofort bei einem Besichtigungsterminen vorgelegt werden. Nach Vertragsabschluss muss der Energieausweis übergeben werden.

    • Die von Experten scharf kritisierte Möglichkeit von vereinfachten Musterberechnungen („EnEV-easy“) wurde als explizite Alternative im Verordnungstext gestrichen, der Verordnungsgeber hat allerdings die Möglichkeit, derartige Verfahren zu veröffentlichen und zuzulassen.

  • Für wen gilt die EnEV 2014 und was ist neu?

    Für wen gilt die EnEV 2014 und was ist neu?

    • Für Bauherren von Neubauten: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt den Effizienzstandard für neu errichtete Wohngebäude, also für alle Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser. Ebenso gilt die neue EnEV für Büro- und Gewerbebauten, Geschäfte, Schulen und andere öffentliche oder kommunale Gebäude.
    • Für Käufer, Mieter und Sanierer von Altbauten: Am jeweils gültigen EnEV-Standard für Neubauten muss sich auch die energetische Qualität eines Bestandsgebäudes messen lassen. So koppelt die KfW die Vergabe ihrer attraktiven Bau- und Sanierungskredite an den Nachweis eines bestimmten Effizienzstandards. Ein „KfW-70-Haus“  erfordert beispielsweise den Nachweis, dass der Primärenergiebedarf gegenüber EnEV-Standard um 30 Prozent unterschritten wird (EnEV -30).

  • Altbau: Was ist eine EnEV-30-Sanierung?

    Altbau: Was ist eine EnEV-30-Sanierung?

    Eine EnEV-30-Sanierung bezeichnet einen sanierten Altbau, dessen Jahres-Primärenergiebedarf durch Modernisierungsmaßnahmen den gültigen EnEV-Standard um 30 Prozent unterschreitet. Die durch die öffentliche Hand geförderten KfW-Kredite zeichnen sich durch sehr günstige Zinskonditionen aus. Sanierer dürfen sich zudem über einen vierstelligen Tilgungszuschuss freuen.

  • Energieausweise: Was ändert sich für Mieter und Käufer?

    Energieausweise: Was ändert sich für Mieter und Käufer?

    Mit der EnEV-Novelle werden die Energieausweise verbraucherfreundlicher. Neben den Markierungen des Primär- und des Endenergiebedarfs auf der Farbverlaufsskala von grün bis rot („Bandtacho“), muss der Energieausweis für Gebäude seit 1. Mai 2014 auch die Energieeffizienzklasse des Gesamtgebäudes auf einer Skala von A+ bis H ausweisen. Dieses System ist bei Elektrogeräten wie Kühlschränken oder Waschmaschinen schon seit vielen Jahren etabliert.

    Zusätzlich werden Verkäufer und Vermieter mit der Novellierung verpflichtet, den Energieausweis bereits bei der Besichtigung vorzulegen. Zudem müssen die Kennwerte auch in Immobilienanzeigen angegeben werden. Nach Vertragsabschluss muss der Energieausweis übergeben werden.

  • Energieausweise: Bestnoten nur mit Wärmepumpen

    Energieausweise: Bestnoten nur mit Wärmepumpen

    Nach Berechnungen des Bundesverband Wärmepumpe erreicht ein Standardgebäude mit Sole/Wasser-Wärmepumpe e.V. im Energieausweis die Bestnote A+ und mit Luft/Wasser-Wärmepumpe A. Das gleiche Haus mit fossil befeuertem Brennwertkessel und solarer Trinkwarmwassererwärmung erreicht im Energieausweis ein B, mit einer Pelletheizung hingegen nur D.

    Entsprechende Vergleiche sind auch für Bestandsgebäude möglich: Auch hier können die höchsten Effizienzklassen des Energieausweises am einfachsten mit Wärmepumpenlösungen erreicht werden, siehe Abbildung 5.

    Betrachtet wurde ein Einfamilienhaus des Baujahres 1985 mit einer Gebäudenutzfläche von 155,8 m² und einer beheizten Wohnfläche von 100 m². Der mittlere U-Wert der unsanierten Gebäudehülle beträgt 0,86 W/m²K.

Ansprechpartner

Referent Normen & Technik Bundesverband Wärmepumpe

Alexander Sperr
Referent Normen & Technik
Telefon: 030 208 799 721
E-Mail: sperr@waermepumpe.de