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Checkliste für Verbraucher

Damit eine Wärmepumpe effizient arbeitet, muss sie genau an den Einzelfall angepasst sein. Die Größe des Hauses, die Wärmedämmung, das Heizungssystem und die Heizgewohnheiten der Bewohner spielen dabei ebenso eine Rolle wie die nutzbaren Wärmequellen. Soll die Wärmepumpe auch für die Kühlung oder beispielsweise zur Beheizung eines Swimming Pools verwendet werden, sollte auch das schon bei der Planung berücksichtigt werden. Für eine professionelle Planung und Regelung der Anlage – wichtig für einen störungsfreien Betrieb und geringe Stromkosten – sollte man erfahrene Fachhandwerker oder Planer beauftragen. Vertrauen Sie einem erfahrenen Wärmepumpenfachbetrieb. Wählen Sie möglichst einen Fachmann, der zertifiziert ist. Nachfolgend einige weitere Tipps zum Wärmepumpen-Kauf:

 

Qualität zahlt sich aus – sparen Sie nicht am falschen Ende!

Bei der Investition in eine Heizungsanlage handelt es sich um eine langfristige Investition in ein zumindest teilweise in der Bausubstanz verbautes System, das mindestens 15 Jahre läuft. In der Regel ist es schwierig, im Nachhinein Teile auszubauen und durch hochwertigeres Material zu ersetzen – anders als beispielsweise bei Armaturen oder Einbauküchen, die man quasi jederzeit nachrüsten kann. Daher sollten Sie insbesondere bei den „unzugänglichen“ Teilen gleich auf eine hochwertige, effiziente und haltbare Qualität setzen.

  • Wählen Sie einen Installateur sowie einen Bohrbetrieb, die Erfahrung mit Wärmepumpen haben. Lassen Sie sich Referenzanlagen zeigen und sprechen Sie mit den Besitzern über deren Erfahrungen. Sie können auch in den Empfehlungslisten der Hersteller und Verbände (Fachpartnersuche des BWP) nach erfahrenen Fachkräften recherchieren.
  • Zusätzliche Sicherheit gibt eine Zertifizierung zum EU-zertifizierten Wärmepumpeninstallateur. Hier haben die Handwerker nach einer einschlägigen Schulung in einer Prüfung ihr spezifisches Wissen in Theorie und Praxis unter Beweis gestellt. Beim Bohrunternehmen bürgt die W120-Zertifizierung der DVGW für Qualität.
  • Holen Sie sich mehrere Angebote ein, um einen guten Preis zu erzielen. Aber Vorsicht: Sparen Sie nicht am falschen Ende. Erfahrene Wärmepumpeninstallateure bzw. Bohrunternehmen und qualitativ hochwertige Technik haben zwar ihren Preis, aber in den meisten Fällen sind sie ihr Geld auch wert. Investitionen in effizientere Anlagen rechnen sich in der Regel über den geringeren Verbrauch während der Laufzeit. Seien Sie misstrauisch bei übermäßig günstigen Angeboten bei angeblich gleicher Technik.
  • Achten Sie auf eine Wärmepumpe mit EHPA/D-A-CH-Gütesiegel. Diese haben in anerkannten Testzentren bestimmte Mindest-Leistungszahlen (COPs) nachgewiesen.
  • Wählen Sie einen seriösen Hersteller, der voraussichtlich auch in 10 Jahren noch Kundendienst anbietet, und ein bewährtes System. [zurück zur Checkliste]

Rechnen Sie kühl nach.

Lassen Sie sich eine Plausibilitätsrechnung vorlegen, die folgende Punkte behandelt:

  • Was spare ich ein? Wann amortisiert sich die Investition?
  • Erreiche ich mit hochwertigen Einzelkomponenten eine höhere Wirtschaftlichkeit?
  • Im Sanierungsfall sollten Sie immer auch zusätzliche Maßnahmen zur Gebäudedämmung in Betracht ziehen (z. B. Fenster, Außendämmung, Dach, Kellerdecke). Lassen Sie sich kalkulieren, welche Maßnahmen bei welchen Kosten welchen Effekt erzielen.
  • Lassen Sie sich Energieeffizienz der Pumpen und die Dämmwerte der Speicher nachweisen. [zurück zur Checkliste]

Das Gesamtkonzept zählt

  • Die Wärmepumpenanlage ist ein sensibler Mechanismus, der nur dann gut funktioniert, wenn alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind.
  • Beachten Sie die Unterschiede von Alt- und Neubauten; in beiden Fällen ist eine ausreichende Dämmung wichtig.
  • Lassen Sie nach Möglichkeit alles (Wärmequelle, Wärmepumpe, Heizkreise) aus einer Hand planen und erstellen. [zurück zur Checkliste]

Effizienz ist einfach

  • Einfach aufgebaute Anlagen arbeiten in der Regel effizienter als komplexe Systeme. Verzichten Sie möglichst auf zusätzliche Komponenten – wie z. B. auf die Kombination verschiedener Systeme, überflüssige Redundanzen oder übertriebenes Sicherheitsdenken.
  • Effizienz erreichen Sie mit Wärmepumpen, die eine möglichst geringe Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und benötigter Temperatur für Heizung und Warmwasser fahren. Senken Sie möglichst die Heizungsvorlauftemperatur durch großflächige Wärmeüberträger (ideal sind z. B. Fußbodenheizungen) und angemessene Dämmmaßnahmen.
  • Beachten Sie die Grundprinzipien der Niedertemperaturheizung – jedes Grad mehr Systemtemperatur braucht 1,5 bis 2,5 Prozent mehr Energie. [zurück zur Checkliste]

Welche Wärmequelle? Die Qual der Wahl…

Bei der Auswahl der Wärmequelle sollten Sie zunächst bedenken, welche Mögilchkeiten Ihr Grundstück bietet: Gibt es ausreichend Platz für einen Flächenkollektor? Steht Grundwasser in geeigneter Qualität und ausreichender Menge zur Verfügung? Sind Bohrungen für Erdwärmesonden oder Brunnen zur Grundwassernutzung erlaubt?

Überblick über verschiedene Wärmequellen

Wärmequelle

Wärmepumpe

Planungsaufwand

Kosten

Wirtschaftlichkeit

Umweltnutzen

Grundwasser

Wasser/Wasser-Wärmepumpe

XXX

XX

XX

XX

Erdreich

Sole/Wasser-WP  mit Sonde

Sole/Wasser-WP  mit Kollektor

XX

XX

XXX

XX

XX

XX

XXX

XXX

Außenluft

Luft/Wasser-Wärmepumpe

X

X

X

X

  • Horizontalkollektoren brauchen unbebaute Fläche – als Faustregel können Sie rechnen, dass die benötigte Kollektorfläche ungefähr 1,5 Mal so groß ist wie die zu beheizende Fläche. Für ein 150-m2-Haus sind also ca. 225 m2 Freiland notwendig. Achtung: Diese Fläche darf nicht überbaut werden. Schließlich laden Sonnenschein und zu 90 Prozent das versickernde Regenwasser den „Wärmeakku" im Sommer wieder auf, aus dem die Anlage im Winter die Heizenergie bezieht. Horizontalkollektoren lassen sich unter Anleitung von Fachkräften zum Teil in Eigenarbeit verlegen; das spart zusätzlich Geld.
  • Erdsonden erschließen eine besonders effiziente Wärmequelle: Ab etwa 10 Meter Tiefe ist die Temperatur kaum witterungsbedingten Schwankungen unterworfen. Auch ein Überbauen ist möglich, da die Wärme zum großen Teil aus dem Erdinneren stammt und nicht von der direkten Sonneneinstrahlung oder von Sickerwasser abhängt. Allerdings muss Platz für das Bohrgerät vorhanden sein sowie eine LKW-Zufahrt. Ansonsten wir das Bohren schwierig (aber nicht unmöglich; gute Bohrunternehmen wissen Rat!).
  • Grundwasser als Wärmequelle ist aus energetischer Sicht am besten geeignet: Das ganze Jahr über profitiert die Wärmepumpe von gleichbleibend hohen Quellentemperaturen zwischen 8 und 12 °C. Das spricht für sehr gute Jahresarbeitszahlen (JAZ), die nicht selten bei 4,5 liegen. Allerdings können überdimensionierte Brunnenpumpen die Effizienz beeinträchtigen, insbesondere in kleineren Gebäuden. Auch wegen der erhöhten planerischen Anforderungen ist eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe insbesondere für größere Projekte mit Wärmeleistungen über 20 kW zu empfehlen. Generell sind Grundwasser in ausreichender Qualität, Temperatur und möglichst geringer Tiefe sowie eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Grundwassernutzung Voraussetzung für eine  Grundwasser-Wärmepumpe.
  • Luft/Wasser-Wärmepumpen können nahezu überall eingesetzt werden und benötigen keine Genehmigungen. Hier können Sie zwischen innen und außen aufgestellten Modellen wählen.
  • Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aller in Frage kommenden Varianten ermittelt das günstigste System. Generell lohnen sich höhere Investitionen zur Wärmequellenerschließung – beispielsweise Bohrungen für Erdwärmesonden – meist im Laufe der Zeit durch geringere Verbrauchskosten. Zudem bieten die erdgekoppelten Systeme zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten, wie etwa zur passiven Kühlung.
  • Die in der Anschaffung preiswerteste Variante ist in der Regel die luftgekoppelte Wärmepumpe, da die Wärmequelle mit wenig Aufwand erschlossen werden kann. Allerdings sind durch die Wärmequellen-bedingte geringere Effizienz in der Regel etwas höhere Stromkosten zu erwarten. Wer also annimmt, dass auch Strom in absehbarer Zeit deutlich teurer werden wird, sollte die erdgekoppelte oder Wasser-Variante wählen; hier werden sich die Mehrkosten gegenüber der Luft-Wärmepumpe schneller amortisieren. Alle, die auf gleichbleibende oder gar sinkende Energiepreise setzen, sollten die Luft-Wärmepumpe in Betracht ziehen. [zurück zur Checkliste]

Besonderheiten bei einer Erdwärme-Anlage

  • Beauftragen Sie eine qualifizierte Bohrfirma. In den meisten Bundesländern ist für Erdwärmesonden-Bohrungen ohnehin eine Zertifizierung der Bohrfirma nach W120 vorgeschrieben. Bedenken Sie, dass eine korrekt geplante und ausgeführte Sonde rund die Hälfte zur Effizienz beiträgt! Ohne eine ausreichend dimensionierte Wärmequelle kann die Anlage keine gute Leistung bringen; Im Nachhinein ist es außerdem schwierig, fehlerhaft oder nicht ausreichend tief gebohrte Sonden zu korrigieren. Hier sollten Sie also besonders auf die Qualität achten, nicht alleine auf den günstigsten Preis.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Fachunternehmen, welche Genehmigungen für Ihre geplante Erdwärme-Anlage notwendig sind, wie die Genehmigungspraxis vor Ort gehandhabt wird sowie über mögliche Einschränkungen. Lassen Sie sich die Einholung der Genehmigungen durch Ihr Fachunternehmen vertraglich zusichern.
  • Es ist sinnvoll, wenn die gesamte Anlage aus einer Hand geliefert wird. Dafür spricht neben der auf das Gesamtsystem abgestimmten Planung auch, dass sich dann nicht der Bohrer und der Installateur gegenseitig die Schuld zuschieben können, falls die Anlage nicht so effizient läuft wie erwartet.
  • Die Größe der Wärmequelle hat bei Erdwärme-Anlagen einen direkten Einfluss auf die Quellentemperatur und damit auf die Effizienz: Um eine niedrige Temperaturdifferenz zur Heizungsvorlauftemperatur und damit eine besonders effiziente Anlage zu erhalten, ist es sinnvoll, wenn die Temperatur der Wärmequelle möglichst hoch ist. Dafür sollte die Wärmequelle ausreichend groß dimensioniert sein. [zurück zur Checkliste]

Besonderheiten bei einer Luft/Wasser-Wärmepumpe

  • Achten Sie auf die Aufstellung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe: Stellen Sie eine außen aufgestellte Maschine möglichst nicht in den Eingangsbereich oder andere gut sichtbare Grundstücksteile oder gar an die direkte Grundstücksgrenze – da ist Ärger mit den Nachbarn vorprogrammiert. Auch in unmittelbarer Nähe der Ruheräume könnte das leise Brummen auf Dauer stören. Bei innen aufgestellten Wärmepumpen sollten Sie darauf achten, dass die Luft nicht direkt an Ihrem Schlafzimmerfenster vorbei geblasen wird. [zurück zur Checkliste]

Vertrauen ist gut…

  • Prüfen Sie Aussagen und Angebote der Anbieter und Installateure im Internet sowie über einschlägige Rechner nach. So können Sie z. B. die Jahresarbeitszahlberechnung bei vielen Herstellern und herstellerneutral auf unserer Website gegenrechnen. Es empfiehlt sich auch, die Internetseite des Herstellers zu besuchen und das eigene Angebot mit Musterangeboten zu vergleichen.
  • Unterscheiden Sie dabei zwischen Neubau- und Sanierungsangeboten, diese können sich je nach Gegebenheiten stark unterscheiden. [zurück zur Checkliste]

Was können Sie selber tun?

Oberstes Gebot bei einer Wärmepumpenheizung: Der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizungs-Vorlauftemperatur sollte so niedrig wie möglich sein.

  • Darauf sollten Sie bereits bei der Planung der Anlage achten:
    • Präferieren Sie Flächenheizungen (wie Fußboden- oder Wandheizungen) vor Radiatoren. Plädieren Sie bei der Planung für eine großzügige Verlegung der Fußbodenheizung – das können Sie am Verlegeabstand der Heizungsrohre im Fußboden und damit an einer hohen Anzahl von Rohren pro m² sehen.
    • Wenn Sie Radiatoren verwenden, achten Sie auf die Auslegung. Maximal sollten diese auf 55°C Vorlauf und 45°C Rücklauf ausgelegt sein. Tiefere Vorlauftemperaturen sind anzustreben (z. B. durch Verwendung von Niedertemperaturheizkörpern), im Neubau sind 45 Grad Vorlauf und 37 Grad Rücklauftemperatur gängig.
    • Sparen Sie nie an der Wärmequelle, da jeder zusätzliche Sondenmeter zu einer besseren Energiebilanz beiträgt.
    • Sinnvoll kann auch eine dezentrale Warmwasserbereitung in der Küche sein. Dies gilt insbesondere bei langen Leitungswegen zwischen Wärmepumpe und Zapfstelle. Nutzen Sie bedarfsabhängige Zirkulationspumpen oder versuchen Sie, auf eine Zirkulation zu verzichten. Wenn Sie dadurch die Vorlauftemperaturen für das Warmwasser insgesamt heruntersetzen können, erhöhen Sie die Effizienz der Wärmepumpe deutlich.
  • Das ist wichtig bei der Einstellung der Anlage:
    • Verzichten Sie auf eine Nachtabsenkung oder eine Drosselung der Temperatur bei einem kürzeren Urlaub. Diese wirken in der Regel kontraproduktiv: Beim Aufheizen muss die Wärmepumpe deutlich höhere Temperaturen fahren, nutzt unter Umständen eine Zusatzheizung und arbeitet damit ineffizienter.
    • Lassen Sie sich den hydraulischen Abgleich der Anlage nachweisen. So senken Sie das notwendige Vorlauftemperaturniveau.
    • Verwenden Sie Regelungstechnik, die eine aktuelle Raumtemperatur für den Betrieb der Wärmepumpenanlage nutzt. Dazu wird meist eine Fernbedienung in Ihrem Wohnbereich installiert.
    • Optimieren Sie die Heizkurve der Anlage
  • Außerdem: Achten Sie auf energetisch sinnvolles Lüften, bei dem Sie ein Auskühlen der Räume vermeiden. [zurück zur Checkliste]

Vergessen Sie nicht, Geld zu sparen

  • Sprechen Sie mit Ihrem Energieversorger über die günstigsten Tarife und Förderungen. Oft beinhalten die Sonderpreise Abschaltungen zu Spitzenzeiten. Unter Umständen muss die Wärmepumpenanlage dafür separat ausgelegt werden.
  • Nehmen Sie eine Bundes- oder Landesförderung in Anspruch, sollten Sie schon vor dem Kauf abklären, ob und in welchem Umfang die Anlage gefördert werden kann. Ermitteln Sie in Förderdatenbanken, welche Förderungen für Sie in Betracht kommen, und lassen Sie sich von Ihrem Installateur beraten, ob Ihre Anlage die entsprechenden Bedingungen erfüllt. [zurück zur Checkliste]